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a_schau (Wien)

Ausstellungen
a_schau (Wien)

a_schau (Wien)
Seit geraumer Zeit machen subventionierte Wiener Bühnen Theater für Leute, die eigentlich nicht ins Theater gehen. Die auflagenstärkste Zeitung Österreichs wird seit jeher für Leute gemacht, die eigentlich nicht Zeitung lesen. Und Jahr für Jahr beweisen die »Landesausstellungen«, dass man zehntausende Leute, die eigentlich keine Ausstellungen besuchen, zu einem Ausstellungsbesuch verführen kann. Eine Vielzahl kommt so immerhin, dem Herdentrieb folgend, erstmals mit Kunst in Kontakt. Kann es Architekturkonsum für Leute geben, die Architektur eigentlich nicht sehen können? Es wird ihn geben, denn das Architekturzentrum Wien hat kürzlich die »a_schau« eröffnet! Dieser Popularisierungsversuch zugunsten der österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts vollzieht den oft geforderten Schritt aus der vorwiegend adressierten Fachwelt – Architektur campiert endlich am Boulevard, aber sesshaft wird man dort derart auch nicht. Der volksbildnerische Impetus erklärt Inhalt und Form der Dauerausstellung: bekannte Bauten, bewährte Begriffe, bestechende alte Beschriebe, beliebte Bezüge auf Politik, Kultur, Kunst, alles gefangen im provisorischen Design einer Diplompräsentation an einer Kunstakademie. Von der zehnteiligen Chronologie wird bisher nur der erste Teil, der Prolog zum Wiener Baugeschehen 1850 bis 1918, gezeigt. Die Themen Rotes Wien, Landschaft, Macht, Wiederaufbau und international folgen im September 2004, der Rest mit System, Utopie, Collage und Gegenwart im März 2005. Das AzW begründet damit seine Stellung als deutungsmächtigste Architekturvermittlungsinstitution des Landes, der Eigendefinition als nationales Architekturmuseum kommt sie damit nicht näher. Walter M. Chramosta

Dauerpräsentation. im AzW, Museumsquartier; Mo – So 10 – 19, Mi 10 – 21 Uhr; www.azw.at
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