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Wettbewerb zur Erweiterung des Landtags NRW und Entwicklung des Bürgerparks

~Gudrun Escher

Wohin mit einem Erweiterungsbau am Landesparlament von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf für zusätzliche 9 000 m² Bürofläche plus Sitzungs- und Besprechungsräume u. v. m.? Die emblematische Rundform des Plenarsaals aus den 80er Jahren macht ein Andocken formal schwierig. Obendrein fehlt der Platz, denn die Lage direkt am Rheinufer ist zwar malerisch, aber nicht ausbaufähig, und rechts und links setzen die Rheinkniebrücke und der Fernsehturm unverrückbare Grenzen. Also ein zweiter Solitär auf dem ebenerdigen Parkplatz. Aber bitte unverkennbar dem Landtag zugehörig ohne dem Bestand Konkurrenz zu machen und mit einer Grünbrücke zwischen Bilker Park und Rheinufer. Sonst noch was? Natürlich eine Tiefgarage mit 500 Plätzen samt Zufahrt, eine Vorfahrt für Busse, eine Radstation etc. Und »nachhaltig« soll das Ganze bitte auch sein.

Der im zweistufigen Wettbewerb zweitplatzierte Gebäudeentwurf (KIM NALLEWEG Architekten, Berlin) versucht die Quadratur des Kreises in Form eines riesigen verglasten Kubus auf geböschtem Sockel (Anleihe beim WDR nebenan?) mit kreisförmigem Innenhof. Zwischen Neu- und Altbau schlagen capattistaubach urbane landschaften, Berlin, einen »Parlamentshain« unter Einbeziehung von Fernsehturm und historischem Hafenamt vor. Den Freiraumentwurf wertete die Jury mit dem 1. Preis für den »Ideenteil«.
Andere Beiträge operierten im Prinzip ähnlich.

Schulz und Schulz Architekten, Leipzig, verfolgen einen grundlegend anderen Ansatz. Statt die Kreise wie im Bestandsbau in- und umeinander zu schachteln, lässt der Siegerentwurf vier weitere Keksdosen in lockerer Reihe antanzen. Die größte mit Eingangsfoyer und Sicherheitsschleuse sieht der Entwurf geerdet vor und die kleinste als Treppenhaus in die Tiefgarage, die beiden anderen aufgeständert für den freien Durchgang und Durchblick zwischen Park und Rheinufer. Die Jury bemängelte die Sichtbarriere und vergab für den Ideenteil von r+ b landschaft s architektur, Dresden, nur einen 3. Platz, auch bleibt das Schicksal des Hafenamtshäuschens ungeklärt. Überzeugend das Zurücktreten der Erweiterungen gegenüber dem Hauptgebäude bei offensichtlicher Verwandtschaftsbeziehung, die komfortable Verbindung mit Brücken in Höhe des 3. OG auf dem Niveau des Plenarsaales, das günstige A/V-Verhältnis in den Rundlingen mit außen angeordneten Büros und das sparsame Low-Tech-Energiekonzept mit verschattenden Dachüberständen, Gründächern und PV je nach Sonneneinstrahlung.

Der Beschlussfassungsprozess hat begonnen, die Offenlegung ist erfolgt, ein Baubeginn noch vor Jahresende in Aussicht genommen.


Wettbewerbsergebnisse

Seite des Landtags NRW »

Seite der Stadt Düsseldorf »


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