Anerkennung · Commendation

Kulturhaus · House of Culture

Beurteilung der Jury Beeindruckende, selbstverständliche Außen- und Innenräume, die Gewesenes und Neues zusammenführen, wecken die Leidenschaft bei diesem Projekt. Die große Chance, diesem besonderen Ort eine neue Identität zu geben, wurde in sensibler Weise realisiert. Beispielhaft wurden die Grenzen der Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten überwunden und das Ziel einer gemeinsamen Lösung erfolgreich umgesetzt. Die Anforderungen an zeitgemäße Technik, Akustik und Licht konnten bis ins Detail mit Architektur und Geschichte in Einklang gebracht werden.

Der Charakter der Räume mit ihren »begreifbaren« Oberflächen lässt die Menschen in und um das Gebäude teilhaben an der Vergangenheit und dem Jetzt. Die konsequente und eindeutige Haltung im Umgang mit diesem Denkmal und der Denkmalpflege gibt der Hoffnung Raum für weitere gelungene Denkmalentwicklungen in der Zukunft.
Aneignung Nach fast dreißig Jahren erhielt die gewaltige Schlossruine im Rahmen der Sächsischen Landesgartenschau 2002 endlich wieder eine Nutzung. Das Programm für das neue Kulturzentrum forderte unter Erhalt des denkmalgeschützten Bestandes die Einfügung zweier Säle für 200 beziehungsweise 250 Personen, Nebenräume, Gastronomie und den Neubau eines Betriebsgebäudes.
Den Architekten war es wichtig, das zuletzt existierende, stark vernachlässigte und verwilderte Bild zum Ausgangspunkt aller gestalterischen Eingriffe zu machen. Für den Einbau der Säle bedeutete das vor allem, Zwänge zu berücksichtigen. Ohne die intensive Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligter hätte dieser architektonisch wie technisch als auch akustisch anspruchsvolle Veranstaltungsort wohl kaum realisiert werden können. Die feine hölzerne Verkleidung vor den im oberen Bereich sichtbaren Bruchsteinwänden verleiht dem großen Saal mit seinen eigentümlichen historisch bedingten Proportionen eine feierliche Atmosphäre. Alle Hinzufügungen, auch die am äußeren Erscheinungsbild verfolgen einzig das Ziel, die beeindruckende Ruine wieder nutzbar zu machen. So sind die Lagen aus rötlichem Backstein, mit denen das dicke Bruchsteinmauerwerk repariert wurde, wie auch die neuen, in ihrer Kontur scharf eingeschnittenen Fenster sensible Eingriffe, die Eigenständigkeit bewahren, gleichzeitig sich aber dem Vorhandenen annähern.
Cornelia Krause
Jury’s Assessment Impressive, clearly defined external and internal spaces, and the combination of existing and new, rouse passion for this project. A big opportunity to give this special place a new identity has been approached in a sensitive manner, exemplified by the dissolution of boundaries between the various parties involved, in order to successfully realise the aim of a collaborative solution. Modern requirements for services, acoustics and lighting are convincingly reconciled with architecture and history, right down to the detail. The character of the room with its »graspable« surface allows its occupants to take part in the past and present. The clear and consistent approach with this listed building and its preserva- tion offers optimism for more felicitous historic building developments in the future.
Appropriation After almost 30 years, the formidable castle ruins finally acquired a new use thanks to the Saxon Garden Show 2002. The brief for the new cultural centre called for the insertion of two auditoriums for 200 and 250 people respectively, adjoining rooms, hospitality areas and a new service building, while preserving the existing listed building. It was important for the architects that the last remaining, highly neglected and overgrown image of the castle ruins, be adopted as a point of departure for all formal intervention. For the insertion of the two auditoriums this meant above all taking constraints into consideration. Without the intensive collaboration between all design consultants, this architecturally as well as technically and acoustically challenging venue could not have been real-ised. Fine timber cladding on walls, whose upper parts reveal exposed quarry stone, lends the large auditorium, with its own particular historically conditioned proportions, a ceremonious atmos- phere. All additions, including the external appearance, singly pursue the intent to breathe new life into the impressive ruins. Thus the areas of red brickwork where the thick quarry stone walls have been repaired, as well as the windows with a strongly incised outline, are sensitive insertions which preserve the autonomy of the existing, while at the same time converging with it.
Kulturhaus, siehe auch db 12 / 03 · House of culture, see also db 12 / 03 Bauherr · client: Stadt Großenhain, Landesgartenschau Großenhain 2002 GmbH Tragwerksplanung · Structural engineer: Jockwer + Partner, Berlin Landschaftsplanung · Landscape planning: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin
Grundriss Saalgeschoss, M 1: 750