Der eigene Büro-Auftritt im Internet

Werben im Web

Gerade mal ein Drittel aller Planer präsentiert das eigene Büro online. Dabei bietet eine eigene Internetpräsenz hohen Nutzen und muss nicht viel kosten. Neben den klassischen Vorteilen kann sie sogar als Analyseinstrument hilfreich sein: Die Auswertung von Zugriffsstatistiken liefert wichtige Daten wie zum Beispiel die Anzahl der Besucher, Navigationsanalysen beleuchten das Besucherverhalten, etwa die Verweildauer bei bestimmten Projekten oder Leistungen. Wer »online« gehen will, muss jedoch technische, rechtliche, gestalterische und inhaltliche Aspekte berücksichtigen.

Text: Marian Behaneck

Voraussetzung für die Erstellung einer Webpräsenz in Eigenregie ist ein technisch halbwegs aktueller PC mit Internetzugang (analog per Modem, ISDN oder – am schnellsten – via DSL) und die Wahl des richtigen Internet-Providers. Diese Anbieter technischer Leistungen, die für die Nutzung oder den Betrieb von Inhalten und Diensten im Internet erforderlich sind, werden grob in Zugangs- und Host-Provider unterteilt. Erstere sorgen dafür, dass Sie mit einer persönlichen Kennung und einem Passwort den Zugang zum Internet erhalten. Host-Provider oder Webhoster erlauben den Betrieb einer eigenen Domain (Webadresse) und bieten Speicherplatz für die On-linepräsentation Ihres Büros. Aufgrund der Vielzahl von Anbietern und Tarifmodellen ist die Wahl des günstigsten Host-Providers nicht ganz einfach. Von kostenlosen Freehostern oder Billigangeboten ist ausdrücklich abzuraten: Zum einen finanzieren sie sich über Banner, die Sie auf Ihrer Seite dulden müssen, zum anderen sind schon viele über Nacht vom Markt verschwunden – und mit ihnen zahlreiche Webauftritte. Wichtig ist, dass ein ausreichender Speicherplatz für eine Webpräsenz auf dem Server des Providers angeboten (oder gar ein eigener Server angemietet ) wird und je nach Anforderung ausreichend E-Mail-Adressen eingerichtet werden können. Ferner sollte der Provider unter anderem einen guten und kostengünstigen Support bei Problemen und eine zuverlässige, nahezu hundertprozentige Verfügbarkeit bieten. Erzeugt Ihre Seite durch viele Besucher oder Down-loads viel Datenverkehr (Traffic), sollten Sie dafür nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Wählen Sie Tarifmodelle ohne Beschränkungen des Datenverkehrs [1].
Darauf sollten Sie achten
  • Domain: Der Wahl des Adress-Namens, unter dem Ihre Webpräsenz aufrufbar ist, ist alles andere als trivial. Hier gilt: je einfacher und eingängiger, desto besser. Da aber häufig vorkommende Namen schon vergeben sind, muss man sich etwas einfallen lassen. Überlegen Sie einfach, wonach Ihre Zielgruppe suchen würde, um Ihr Büro zu finden.
  • Startseite: Ein besonderes Augenmerk sollten Sie auch der Startseite Ihrer Homepage widmen, denn sie bestimmt den ersten Eindruck des Besuchers und trägt viel dazu bei, ob er weiterklickt oder bei Ihnen verweilt. Häufige Fehler sind aufwändig animierte oder grafisch überladene Startseiten ohne Informationsgehalt, die den Besucher schon aufgrund langer Aufbauzeiten auf eine Geduldsprobe stellen. Besser ist eine einfache, klare Startseite mit wenigen Bildern und wenig Text sowie dem Menü. Sie sollte sofort erkennen lassen, dass es sich um das Architektur- oder Ingenieurbüro Müller oder Meyer handelt.
  • Navigation: Über die richtige Menüstruktur und Navigation wird viel und gerne diskutiert. Wichtig ist, dass der Besucher die Struktur einer Seite auf Anhieb versteht und jederzeit erkennt: Wo bin ich? Woher komme ich? Wohin kann ich gehen? Ob man dazu Reiter, Pulldown-Menüs oder eine seitliche Menüleiste verwendet, ist eher Geschmackssache. Alle haben Vor- und Nachteile. Viel wichtiger sind treffende und eindeutige Menünamen, die Besuchern Rückschlüsse auf den Inhalt erlauben, sowie eine richtige Zuordnung der Untermenüs. Ebenso wichtig sind eine gut lesbare Schrift (z. B. keine weiße Schrift auf hellgrauem Grund) und die Einhaltung wichtiger typografischer Regeln [2]. Die Seiten sollten weder mit Text noch mit Bildern überladen sein. »Less is more« hat auch online seine Gültigkeit [3].
  • Inhalte: Übliche Rubriken sind »Büroprofil«, »Leistungsbereiche«, »Projekte«, »Kontakt« (am besten inklusive druckbarer Anfahrtsbeschreibung) und »Impressum« (siehe hierzu auch unter »Recht«). Seltener, aber mindestens genauso sinnvoll sind Rubriken wie »Presse«, »Publikationen«, »Links« oder »Download«. Dienen die Inhalte ausschließlich der Selbstdarstellung, wird der Anreiz, Ihre Seite ein zweites Mal zu besuchen, eher gering. Offerieren Sie einen auf Ihre Zielgruppe zugeschnittenen Service: für private Bauherren zum Beispiel Tipps zur Solarenergienutzung und für Projektpartner beispielsweise eine Baustellen-Webkamera. Bieten Sie dabei möglichst Dinge an, auf die Sie spezialisiert sind und die im Rahmen Ihrer Tätigkeit ohnehin »abfallen«. Andernfalls verlinken Sie auf entsprechende Anbieter im Internet (siehe Abschnitt »Weitere Infos« und »Web-Tools«). Nehmen Sie immer wieder die Perspektive eines Besuchers und potenziellen Bauherren ein und orientieren Sie sich daran, was er wissen will: Hat das Büro schon ähnliche Projekte geplant? Wie lange ist es schon im Geschäft? Wie zufrieden sind die Bauherren? Kann das Büro Kosten und Termine einhalten? Wer diese Fragen überzeugend beantworten kann, hat mit seiner Webpräsenz schon viel erreicht. Um sich vor Spam-Mails zu schützen, besteht übrigens eine Möglichkeit darin, das @-Zeichen im Kontakt und Impressum durch ein geschriebenes und in Klammern gesetztes »(at)« zu ersetzen.
  • Grafik: Planer müssen neben Fotos auch Grafiken, Pläne oder 3D-Objekte online präsentieren. Doch welches Datenformat eignet sich für welche Zwecke? Für Fotos hat sich das JPG-Format etabliert – es kann »Echtfarben« (16,7 Mio Farben) darstellen und weist aufgrund einer Datenkompression eine geringe Dateigröße auf. Für die Abbildung von Plänen, die nicht gezoomt werden müssen, ist dagegen das GIF-Format sinnvoller. Trotz geringer Dateigröße entstehen keine Kompressionsartefakte mit unscharfen Linien, wie beim JPG-Format. PNG, ein weiteres »Internet-Format«, vereint die Vorteile von JPG und GIF (verlustfreie Kompression, Farbtiefe und Transparenz), kommt jedoch aufgrund einer geringen Unterstützung durch Softwarehersteller eher selten zum Einsatz. Während die Internet-Standardformate für die Rasterbilddarstellung JPG und GIF ohne zusätzliche Software auskommen, erfordern Vektorgrafiken (Pläne, Grafiken) Software-Erweiterungen (so genannte Plug-Ins). Vorteile von Vektorgrafiken: Details lassen sich zoomen, die Dateigröße ist vergleichsweise gering. Nachteile: Das zugehörige Anzeigeprogramm beziehungsweise die Daten müssen zunächst geladen werden. Für die Abbildung großformatiger Pläne konnte sich bisher kein CAD-Hersteller-spezifisches Format auf breiter Front durchsetzen. Aufgrund der weltweiten Verbreitung des kostenlosen Adobe Readers ist das PDF allerdings bereits nahezu Standard – auch ist es mit der Version 8 nun möglich, 3D-Objekte interaktiv zu präsentieren. Weitere wichtige Formate für die interaktive Präsentation von 3D-Objekten im Internet sind unter anderem VRML oder Quicktime VR [4]. ›
  • › Recht: Wer sein Büro online präsentiert, muss erkennbar machen, wer hinter dem Auftritt steckt. Dazu muss jede Webpräsenz ein Impressum enthalten. Nach dem seit dem 1.3.2007 geltenden Telemediengesetz, das das bisher in diesem Fall geltende Teledienstegesetz ablöst, gehören dazu: Name und Anschrift (Straße, kein Postfach), gegebenenfalls Rechtsform des Unternehmens (GmbH, AG), Telefonnummer, E-Mail-Adresse (optional zusätzlich Domainadresse) – und bei Planern wichtig: Berufs-bezeichnung und Kammer, der man angehört, und die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen (Architektengesetz, Berufsordnung der Kammern). Wichtig ist eine klare Kennzeichnung externer Links, das Öffnen in eigenen Fenstern sowie eine regelmäßige Überprüfung der Linkhinweise. Immer wieder zu rechtlichen Problemen führt das unerlaubte Kopieren von Web-Designelementen, -Texten oder -Bildern. Dabei werden Urheberrechte verletzt und das kann teuer werden. Das Gleiche gilt für die Verwendung von Texten oder Fotos, die von Dritten erstellt wurden. Werden diese gedruckt und online publiziert, fallen für beide Publikationen getrennte Honorare an, die sich an der Druckauflage beziehungsweise den Zugriffszahlen orientieren.
Selber machen oder machen lassen?
Besonders Architekten fühlen sich aufgrund ihrer grafik- und gestaltungsorientierten Ausbildung dazu berufen, ihre Seite in Eigenregie zu gestalten. Das kann gut, aber auch gründlich daneben gehen. Neben dem Tagesgeschäft fehlt häufig einfach die Zeit, eine Webpräsenz nicht nur zu gestalten, sondern hinterher kontinuierlich zu pflegen. Steht kein entsprechend qualifizierter Mitarbeiter für die »Wartung« 1–2 Stunden pro Woche zur Verfügung, sollten Sie einen Multimediaprofi engagieren. Die Investition lohnt sich, denn er beherrscht die Tricks und Kniffe, den Bildschirmaufbau einer Seite zu beschleunigen, Pläne im Internet richtig abzubilden, die Seite auf allen Systemen und Bildschirmen gleich aussehen zu lassen und Ihre Seite publik zu machen. Dieses Praxiswissen als Grafiker, Mediengestalter und Programmierer in einem kann man nicht schnell nebenbei erwerben. Doch bevor Sie zu einem Profi gehen, sollten Sie sich gründlich vorbereiten, das heißt die Struktur und die Inhalte der Seite sollten schon im Vorfeld überlegt sein. Nachteil des »Outsourcing«: Werden Änderungen fällig, muss meist wieder der Profi ran. Es geht aber auch anders …
Web Content Management-Systeme
… Web Content Management-Systeme (WCMS) trennen Gestaltung und Inhalt einer Webseite konsequent voneinander und ermöglichen so einem Benutzer mit geringen Webkenntnissen eine Aktualisierung oder Erweiterung seines Webauftritts. Damit wird er unabhängig gegenüber Dienstleistern, spart sich umständliche Briefings, und vermeidet Fehler in der Darstellung oder Benutzerführung, denn das WCMS gibt Layout und Navigation einer Website weitgehend vor. Zunächst werden Struktur und Aufmachung mit Hilfe von Formatierungsschablonen (Templates) festgelegt. »Steht« diese Hülle, kann sie mit Texten und Bildern gefüllt werden. Ruft ein Besucher die Webseite auf, wird zuerst die Seitenschablone gestartet, im Hintergrund mit den aktuellen Inhalten der Datenbank »befüllt« und im Web-Browser angezeigt. Müssen Inhalte geändert werden, ist zunächst eine Anmeldung in den passwortgeschützten Bereich erforderlich. Danach kann man über Bearbeitungsmasken Texte und Bilder ändern und ergänzen. Alle Änderungen werden anschließend in der Datenbank gespeichert.
Wer individuelle und anspruchsvolle Webseiten erstellen will, für den stehen eine Vielzahl von Sprachen und Werkzeugen bereit – hier eine Auswahl: HTML (Hypertext Markup Language) ist die Basis und eine Art »Esperanto« unter den Programmiersprachen zur Darstellung von Texten, Bildern und Hyperlinks (Sprungmarken) und zur Gestaltung von Web- seiten, da sie weltweit verbreitet und relativ leicht zu erlernen ist. HTML-Dateien können prinzipiell mit beliebigen ASCII-fähigen Texteditoren erstellt und bearbeitet werden. XHTML (Extensible Hypertext Markup Language), eine Weiterentwicklung des HTML-Formats, enthält Kompatibilitäts- und Funktionserweiterungen. Wer den Umgang mit den HTML-Befehlen scheut, setzt spezielle WYSIWYG-Editoren ein (What you see is what you get, siehe »Weitere Infos«, »Web-Publishingsoftware«).
JavaScript ist eine zur Erweiterung des HTML-Befehlssatzes entwickelte Sprache, die es auch Einsteigern ermöglicht, anspruchsvollere Anwendungen in Internetseiten zu implementieren: Etwa die Einbindung von Formularmasken, die der Besucher ausfüllen und nach einer Kontrolle auf Plausibilität und Vollständigkeit online absenden kann.
Flash ist im weitesten Sinne ein Standard für Animationen und Vektorgrafiken im Internet, der sich aufgrund vieler Vorteile immer größerer Beliebtheit erfreut. Um Flash-Objekte darstellen zu können, muss der Internet-Browser allerdings ein Flash-Plug-In bereits enthalten oder dieses muss zuvor geladen werden [5].
Web-Auftritt publik machen
Ist Ihre Webseite schließlich online, gilt es, die Adresse bekannt zu machen. Hier besteht die Möglichkeit der manuellen, meist kostenlosen Eintragung in andere Internetauftritte (Architekten-/Ingenieurkammern, Bauportale, etc.), respektive Internetverzeichnisse oder Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder web.de. Mit Funktionen wie »URL hinzufügen« oder »Webseite vorschlagen« kann die eigene Webseite online angemeldet werden. Hilfreich können auch Dienstleister sein, die Ihre Seite bei mehreren hundert Suchmaschinen und Katalogen automatisch anmelden. Besonders effizient ist die Optimierung des eigenen Webauftritts im Hinblick auf Suchmaschinen, um im Ranking der Suchergebnisse möglichst auf den ersten Plätzen zu erscheinen. Hierzu galt es früher, viele zutreffende Schlüsselbegriffe als so genannte Meta-Tags einzutragen. Das sind für den Besucher nicht sichtbare Einträge auf Ihrer Webseite. Inzwischen ist die zuverlässigste Möglichkeit, dies zu erreichen, eine attraktive, häufig besuchte Webseite.
Kosten und Nutzen
Wer seinen Internetauftritt selbst »baut« und seine Arbeitszeit nicht einrechnet, erhält schon mit rund 500 Euro für die nötigen Software-Werkzeuge (Web- und Grafik-Editor) einen Basisauftritt. Wird ein WCMS eingesetzt, kann gegebenenfalls nochmal einiges hinzukommen, wobei das Internet aber auch mehr oder weniger adäquate kostenfreie Lösungen bietet. Internetpräsentationen von Multimediaprofis mit einer einfachen Büro- und Projektdarstellung erhält man ab 1 000 Euro. Da sowohl das Honorar als auch das Niveau der Ergebnisse unterschiedlich ist, sollte man im Vorfeld Angebote einholen und sich Referenzen anschauen. Aktualisierungen werden häufig auf Stundenbasis abgerechnet, sinnvoller sind Rahmenverträge. Für welche Variante – ob »do-it-yourself« oder »outsourcing« – Sie sich auch immer entscheiden: Die Investition lohnt sich auf jeden Fall. Eine eigene Webpräsenz ist längst ein wichtiger Faktor im harten Wettbewerb um Kunden und Aufträge. •
Informationen (Auswahl): [1] Anbietervergleiche von Host-Providern beispielsweise unter www.hosting-tarife.com oder www.hosting-tarife.com [2] www.hosting-tarife.com [3] Weitere Infos zur Benutzerergonomie von Webseiten: http://vsis-www.hosting-tarife.com [4] Eine gute, nicht mehr ganz aktuelle Übersicht zum Thema finden Sie unter www.hosting-tarife.com [5] Weitere Infos zu Web-Sprachen und -tools: www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com Grundlagen: Lamprecht, Stephan: Firmenauftritt online, Redline Wirtschaft, 2007; Wenz, Christian, Tobias Hauser und Florence Maurice: Das Website Handbuch, Markt + Technik 2006; www.hosting-tarife.com Planer und Internet: Below, Sally: Wege in die Öffentlichkeit, Junius Verlag, 2004; Haupt, Edgar, und Manuel Kubitza.: Marketing und Kommunikation für Architekten, Birkhäuser, 2002; Jäger, Frank Peter (Hrsg.): Offensive Architektur, Jovis, 2004; www.hosting-tarife.com Web-Publishingsoftware: Adobe GoLive (www.hosting-tarife.com); Macromedia Dreamweaver (www.hosting-tarife.com); Microsoft FrontPage (www.hosting-tarife.com); NetObjects Fusion (www.hosting-tarife.com) Web-Analysesoftware: Hot Tracker (www.hosting-tarife.com); Site Monitor (www.hosting-tarife.com); WebSuxess (www.hosting-tarife.com) Bildbearbeitungs-Software: Adobe PhotoShop (www.hosting-tarife.com); Corel Draw (www.hosting-tarife.com); PhotoImpact (www.hosting-tarife.com) WCMS-Software: eesy (www.hosting-tarife.com); WebModulor (www.hosting-tarife.com); web to date (www.hosting-tarife.com); WinContent (www.hosting-tarife.com) Web-Hoster: www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com; www.hosting-tarife.com