Software unter der Lupe

Spirit 14 mit »Kostenmanager«

Softtech hatte bereits im Vorjahr mit der »referenzierten Mengenermittlung« eine Lösung für die Verbindung zwischen CAD-Planung und AVA vorgestellt. Mit dem neuen Spirit 14 und dem Zusatzmodul »Kostenmanager« greift das Softwarehaus aus Neustadt das Thema mit einem anderen, eher gegensätzlichen Ansatz nun erneut auf: Während die »referenzierte Mengenermittlung« an die traditionelle Arbeitsweise des Ausschreibers (»Herausmessen« der Mengen aus der Zeichnung) angelehnt ist, erfolgt die Zuordnung von AVA-Elementen und Preisen mit dem »Kostenmanager« rein CAD-seitig.

{Text: Jürgen Roth

Spirit 14 in Kürze
Seit dem letzten großen Update (Spirit 12) hat Softtech das Programm in sehr vielen Punkten erweitert und verbessert. Ein Teil der Neuerungen der 12.x -Zwischenversionen war bislang ausschließlich den so genannten Zirkel-Kunden vorbehalten – also denjenigen Anwendern, die mit Softtech einen Wartungsvertrag abgeschlossen haben. Mit dem Erwerb einer neuen Lizenz beziehungsweise des Updates auf Version 14 (die 13 wurde übersprungen) stehen jetzt allen Nutzern diese »älteren Neuerungen« plus eine Reihe neuer Features zur Verfügung. Auf eine vollständige Auflistung aller Neuheiten soll an dieser Stelle verzichtet werden, sie würde – auch deshalb, weil eine große Zahl von Kleinigkeiten auf Wunsch der Anwenderschaft hin geändert oder verbessert wurde – den Rahmen des Artikels deutlich sprengen. Die Neuerungen sind zweifellos zu begrüßen, für den Nicht-Spirit-Kenner aber eher unspektakulär und bedürften zudem dem Verständnis ausführlicherer (und eher langweilender) Erläuterungen.
Bevor im Anschluss auf die – aus persönlicher Sicht des Autors – interessanteren neuen Funktionen eingegangen wird, ein kurzer Überblick der übrigen, wichtigeren Neuheiten von Spirit 12.1 bis 14. Dazu gehört die überarbeitete und deutlich erweiterte Farbverwaltung, die nun True-Color-Farbpaletten unterstützt. Das heißt, sowohl für die Darstellung am Bildschirm als auch bei Ausdrucken lassen sich beliebige RGB-Farbwerte (Rot-, Grün- und Blauanteil jeweils in der Intensität zwischen 0 und 255) verwenden. Für die Ausdrucke wird dafür natürlich ein entsprechender Drucker/Plotter benötigt. Und selbstverständlich können sich auch die Programmierer von Softtech nicht darüber hinwegsetzen, dass im Druck mit den vier Grundfarben (CMYK – Zyan, Magenta, Gelb und Schwarz) nicht sämtliche der rund 16,7 Millionen RGB-Farben darstellbar sind. Damit auch in verschiedenen Zeichnungen beziehungsweise Projekten einfach und sicher mit denselben Farben/Stiften gearbeitet werden kann, lassen sich Farb- und Stiftpaletten separat speichern und somit jederzeit wiederverwenden.
Für den direkten Zugriff auf Farben aus dem Brillux Farbsystem sind außerdem Tabellen mit den Farbwerten für die Paletten »Classic« und »Design« hinterlegt. Bei Farbverläufen für Flächenfüllungen können neben Start- und Endfarbton nun auch Farben für »Zwischenstationen« frei festgelegt werden, mit den zusätzlichen Verlaufstypen lassen sich plastische Effekte wie zum Beispiel gewölbte Flächen erzielen. Bei Flächenfüllungen aus gekachelten Texturbildern ist deren Größe, Winkel und Startpunkt (Nullpunkt) einstellbar. Der verbesserte DWF-Export unterstützt neben den Farbfüllungen unterschiedliche Linienbreiten, Bilder (auch durchscheinende) sowie Hyperlinks. Letztere werden nun auch beim PDF-Export berücksichtigt.
Zeichnungen, die als Referenz auf anderen Spirit-Dateien eingebunden sind, übergeben im neuen Spirit auch ihre Materialzuordnungen und Lichtquellen, so dass für die Visualisierung notwendige Einstellungen nicht mehrfach vorgenommen werden müssen. Tabellen aus MS-Excel lassen sich ebenfalls als Referenz einbinden, Änderungen am jeweiligen Dokument werden durch diese Art der Verknüpfung also automatisch auch im Plan berücksichtigt. Innerhalb von Spirit können Tabellen – zum Beispiel für Planköpfe – durch eine neue Funktion im Textblock-Editor erstellt und bearbeitet werden. Für die spätere Wiederverwendung von Texten und Tabellen in anderen Zeichnungen lässt sich der Inhalt des Editors bei Bedarf als RTF-Datei separat speichern. Spirit-Zeichnungen können nun optional auch komprimiert gespeichert werden, die Dateien belegen dann auf der Festplatte laut Softtech zwischen 50 und 66 % weniger Platz. Egal ob komprimiert oder nicht, wird ein Vorschaubild der Spirit-Zeichnung auch in der Miniaturansicht des Windows Explorers angezeigt.
In Spirit 14 stehen dem Anwender »erweiterte Kontextmenüs« zur Verfügung, über die er direkt Informationen oder Bearbeitungsfunktionen zu einem mit der rechten Maustaste angeklickten Element aufrufen kann. Da die rechte Maustaste für sich alleine historisch bedingt in Spirit bereits anderweitig belegt ist, muss zum Öffnen des Kontextmenüs der Mausklick allerdings bei gleichzeitig gedrückter Strg-Taste erfolgen.
Verschiedene Verbesserungen erhielt die neue Version auch im Bereich der 3D-Bearbeitung. So kann bei 3D-Polyplatten, die mittels der (offensichtlich von SketchUp inspirierten) Funktionen »Zieh Kante« und »Zieh Fläche« manipuliert werden, der Wert der Verschiebung nun auch mittels Tastatureingabe exakt vorgegeben werden. Um 3D-Körper zu addieren, voneinander abzuziehen oder um einen neuen Körper als Schnittmenge zu erzeugen, stehen Boolsche Operationen zur Verfügung. Das »3D-Messer« wurde dahingehend überarbeitet, dass die durch das Zerschneiden erzeugten Elemente jetzt echte 3D-Volumen sind. Die ZAK-Bauteile, die »intelligenten« Architekturbauteile von Spirit wie beispielsweise Wände, sind jedoch von der Bearbeitung mittels Boolscher Operationen ausgeschlossen – in dieser Hinsicht sind einige Konkurrenzprodukte flexibler. Das gilt auch für die aus einer 2D-Kontur und einem 3D-Pfad generierten Profilkörper, da hierbei lediglich Polylinien (aus beliebigen geraden Linien und Kreisbögen zusammengesetzt), nicht jedoch Spline-Kurven verwendet werden können. Zur Visualisierung der dreidimensionalen Planung bietet das in Spirit integrierte »Fresco« als Neuheit die Option, auf Knopfdruck Quicktime VR Panoramen zu generieren. In diesen kann der Betrachter mit Apples kostenlosem Player den Blick in alle Richtungen interaktiv schweifen lassen. Spirit erzeugt dabei stets einzelne Panoramen – verschiedene Standorte innerhalb einer einzigen Quicktime VR-Datei, zwischen denen durch Anklicken so genannter Hotspots gewechselt werden kann, sind also nicht möglich.
Für den reinen Anwender ist die Öffnung von Spirit für Applikations-Entwickler durch die neuen Programmier-Schnittstellen für Ruby und Microsofts Visual-Basic zwar keine unmittelbare Verbesserung. Sie gibt aber Anlass zur Hoffnung auf eine stetig wachsende Anzahl von Zusatztools und Funktionen für spezielle Anwendungen. Laut Softtech sind schon Entwicklungen im Gange, Näheres wollte man jedoch noch nicht verraten.
Neukonzeption der ZAK-Bauteile
Die Organisation von ZAK-Elementen hat Softtech mit der neuen Version komplett umgekrempelt. Diese sind nicht mehr in einer Datenbank abgelegt, sondern in einer Ordnerstruktur als einzelne Dateien mit der Endung .zac. Bei diesen handelt es sich im Grunde um ganz normale Spirit-Zeichnungen, allerdings mit einem festgelegten – je nach Art des Elements unterschiedlichen – Satz von Folien. Die meisten der Folien dienen zur Steuerung der Darstellung des Bauteils. So enthält beispielsweise die Folie »Grundriss Werkplan« die 2D-Zeichnung für die Darstellung des Bauteils im Grundriss, die verwendet wird, wenn das Projekt in der Detaillierungsstufe »Werkplan« angezeigt wird. Entsprechend gibt es Folien für Grundriss und Schnitt für jeden der vier Detaillierungsgrade von Spirit sowie eine Folie für die 3D-Darstellung. Fenster und Türen besitzen zudem eine Folie für die Kontur der Öffnung, also das »Loch in der Wand«. Damit nicht jede Fenster- und Türgröße eine separate Datei erfordert, gibt es außerdem je eine Folie für horizontale und vertikale »Streckachsen«. Deren Lage legt fest, an welchen Stellen das Bauteil auseinandergezogen beziehungsweise zusammengedrückt wird, um die gewünschte Außenabmessung zu erhalten. Dieses Verfahren verhindert nicht nur, dass etwa ein breiteres Fenster gleichzeitig breitere Profile bekommt, sondern erlaubt beispielsweise auch, ein dreiflügliges Fenster zu konstruieren, bei dem ein Flügel stets eine feste Breite aufweist, während die beiden anderen Flügel gleichmäßig um so viel verbreitert oder verschmälert werden, dass sich die vom Anwender eingestellte Gesamtbreite ergibt. Ungleiche Teilungen mit einem bestimmten Verhältnis lassen sich durch mehrere Streckachsen im selben Abschnitt des Bauteils realisieren: Ein Fenster mit einer 1:2 Teilung wird mit beliebigen Abmessungen (aber genau diesem Teilungsverhältnis) gezeichnet, durch den schmaleren Flügel legt man dann eine, durch den breiteren zwei Streckachsen.
Zum Erstellen eigener flexibler Bauteile muss der Anwender im Wesentlichen also lediglich mit den Zeichenfunktionen von Spirit vertraut sein. Mangels einer echten, frei definierbaren Parametrik (wie sie etwa Autodesk Revit anbietet), sind jedoch Einschränkungen hinsichtlich der Variabilität in Kauf zu nehmen. Dies zeigt sich beispielsweise bei Rundbogenfenstern: Will man hier ein Bauteil mit variabler Breite erstellen, ist dies nur in der Form zu realisieren, dass in der Mitte des Bogens ein gerades Stück gestreckt wird. Bei Fenstern, die schmaler als ursprünglich gezeichnet in der Zeichnung platziert werden, ergibt sich dadurch je nach Breite ein Spitzbogen oder gar eine konstruktiv unsinnige Überschneidung zwischen dem linken und rechten Bogen. Variable Rundbogenfenster, bei denen sich der Radius oder die Stichhöhe der Fensterbreite anpasst, sind also mit der »Streckachsen-Methode« von Spirit nicht möglich. Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit Spirit lassen sich sehr wohl korrekte Rundbogenfenster (und einige andere Formen) parametergesteuert erzeugen, dafür gibt es den »Fenster-/Tür-Editor«. Wie in vielen anderen Programmen, die einen solchen Assistenten oder Wizard zur Verfügung stellen, sind die Parameter des Editors von der Software fest vorgegeben, der Anwender kann lediglich deren Werte variieren. Beschränkt ist also nur die Flexibilität der – entweder mit den reinen Zeichnungsfunktionen oder mittels des »Fenster-/Tür-Editors« – selbst angefertigten Bibliothekselemente.
Dafür muss sich der Spirit-Nutzer aber auch nicht in ein komplizierteres Konzept eindenken oder gar Programmierkenntnisse besitzen, um seine Bauteil-Bibliothek mit eigenen Kreationen zu erweitern. Zumal es in der Praxis oft wirtschaftlicher ist, mit zeichnerischen Mitteln eine zusätzliche Variante anzulegen als ein Grundobjekt mit Variablen für alle Eventualitäten auszustatten.
Der Zugriff auf die verschiedenen Bauteile erfolgt in Spirit 14 über den »Bauteilbrowser«. Dieser besteht aus den zwei Fenstern »Ordner« ›
› und »Datenauswahl«. »Ordner« zeigt eine aus dem Windows-Explorer bekannte Baumstruktur mit vier Hauptästen: Der erste – »Bauteilbrowser« bezeichnet – beinhaltet die von Softtech »extern« genannten, in einer Ordnerstruktur abgelegten Bauteile der allgemeinen, projektübergreifenden Bibliothek. Der vierte Hauptast enthält als Unteräste zunächst die aktuell geöffneten Zeichnungen, darunter nach Typen strukturiert die »internen« Bauteile, also die, die in den jeweiligen Zeichnungen verwendet werden. Die Hauptäste zwei und drei enthalten Layout-Elemente und Symbole.
Um ein bestimmtes Bauteil zu verwenden, also beispielsweise eine bestimmte Wand zu zeichnen, wird dieses einfach mit der Maus in die Zeichnung gezogen. Spirit wechselt dann automatisch zur entsprechenden Funktion, ohne dass der Anwender diese über eines der Menüs aufrufen muss. Sobald ein »externes« Bauteil einmal in die Zeichnung gezogen wurde, erscheint es auch in der Baumstruktur des Bauteilbrowsers im Ast der jeweiligen Zeichnung. Es kann dort ausgewählt und nachbearbeitet werden, so dass projektspezifische Varianten eines Bauteils erzeugt werden können, ohne dass sich der allgemeine Katalog unnötig aufgebläht. Egal ob man in der weiteren Bearbeitung des Projektes dieses Bauteil nun aus dem »internen« oder »externen« Ast des Bauteilbrowsers in die Zeichnung zieht, ist Spirit so schlau, stets die interne Variante zu verwenden. Dies verhindert, dass innerhalb einer Zeichnung versehentlich und unbemerkt unterschiedliche Versionen eines Bauteils eingesetzt werden. Bei Bedarf können »interne« Bauteile jedoch jederzeit durch ihre korrespondierende Version aus dem projektübergreifenden Katalog ersetzt werden.
Dass im »internen« Katalog auch Bauteile aufgeführt werden, die zwar in die Zeichnung gezogen, aber dann doch nicht darin platziert – oder platziert und anschließend wieder gelöscht – wurden, ist übrigens kein Fehler, sondern ein Feature von Spirit 14: Dadurch ist es möglich, eine leere »Zeichnungsvorlage« zu erstellen, in deren internem Katalog sich alle (vielleicht aus einem früheren Projekt übernommen) zu verwendenden Bauteiltypen befinden.
Durch Organisation der Bibliotheksteile in einzelne Zeichnungs-Dateien vereinfacht sich für den Anwender auch die Erweiterung der Bibliothek. Im einfachsten Fall braucht ein neues Bauteil dazu einfach innerhalb der Orderstruktur abgelegt werden. »Fremddaten«, wie beispielsweise DXF- oder DWG-Dateien von der Website eines Herstellers, lassen sich importieren und als »zac«-Zeichnung gespeichert direkt in die Bibliothek aufnehmen. Normalerweise wird man diese jedoch zuvor noch bearbeiten und gegebenenfalls komplettieren. Der Anwender hat dabei jetzt auch die Möglichkeit, Farbfüllungen zu verwenden und mittels »copy & paste« Daten über die Zwischenablage von einem Bauteil zum anderen zu übertragen. Bei Bauteilen mit maßstabsabhängiger Detaillierung lassen sich Varianten schneller erzeugen als bisher, indem sämtliche Folien (Layer) für die verschiedenen Maßstäbe aktiviert und die Änderungen dann folienübergreifend durchgeführt werden. Wie »gewöhnliche« Sprit-Zeichnungen lassen sich auch die Bibliothekselemente mit einem von »Fresco« gerenderten Vorschaubild versehen, das sowohl im Bauteilbrowser von Spirit als auch im Windows-Explorer angezeigt wird.
Kostenmanager
Der optionale »Kostenmanager« erweitert Spirit um die Möglichkeit, ZAK-Bauteile (zu denen auch Räume gehören) mit Leistungspositionen und den zugehörigen Schätzpreisen zu versehen. Damit einher gehen eine Auswertung als Kostengliederung nach DIN 276, eine ABC-Analyse (nach prozentualem Anteil an den Gesamtkosten gegliederte Liste der Leistungspositionen) sowie eine Funktion zum Erzeugen von LVs. Um diese an Softtechs AVA Nti oder eine andere AVA-Software zur weiteren Bearbeitung zu übergeben, steht der mitgelieferte »GAEB-Browser« zur Verfügung.
Die Zuordnung von Leistungsbeschreibungen und Mengenansätzen erfolgt über das Infofenster des zuvor beschriebenen Bauteilbrowsers. Auch hierbei kann entweder projektübergreifend oder auf das aktuelle Projekt bezogen gearbeitet werden, indem die Zuordnung entweder im allgemeinen Katalog oder an den Bauteilen der geöffneten Zeichnung vorgenommen wird. In der Praxis dürfte ein kombiniertes Vorgehen am zweckmäßigsten sein: Den Bauteilen der globalen Bibliothek werden Standardausführungen hinterlegt, die man dann im konkreten Projekt anpasst und gegebenenfalls ergänzt. Auf diese Weise wächst zum einen die Anzahl der Bibliothekselemente nicht ins Unermessliche (alle möglichen Kombinationen aus konstruktivem Aufbau und dabei verwendbaren Materialien). Zum andern hat so jedes im Projekt »verbaute« Element schon mal eine Ausführungsart und vor allem einen Schätzpreis, wodurch es beispielsweise in der Kostengliederung nicht komplett unter den Tisch fallen kann. Neben »externen« und »internen« Bauteilen können auch »lokale«, sprich einzelne Bauteile in der Zeichnung mit Kosten versehen werden. Dies ist beispielsweise bei Bauelementen mit variablen Abmessungen wie Fenstern sinnvoll, die in Stück ausgeschrieben werden. Unpraktisch: Solche individuellen Änderungen, beispielsweise des Einheitspreises, sind dann tatsächlich für jedes einzelne Bauteil separat vorzunehmen.
Spirit bietet vier verschiedene Verfahren an, Bauteile mit Leistungspositionen und Preisen zu versehen: durch manuelle, freie Eingabe (nur Kurztexte) sowie durch Übernahme aus Softtechs AVA Nti, aus den »Dynamischen Kostenelementen« von Dr. Schiller & Partner oder aus dem GAEB-Browser.
Ob eine beziehungsweise welche Leistung in den Kosten und beim LV- Export berücksichtigt wird, lässt sich bei Bedarf über Bedingungen und Variablen steuern. So ist es beispielsweise möglich, Texte und Kosten für unterschiedliche Wandstärken derselben Ausführungsqualität zu hinterlegen, von denen im LV dann diejenigen verwendet werden, die zur gezeichneten Wanddicke passen. Die »Programmierbarkeit« der Leistungszuordnung ist jedoch begrenzt, da etwa bei Wänden nur die Gesamtdicke als Parameter direkt aus der Zeichnung abgefragt werden kann, nicht jedoch die Stärke einer einzelnen Schicht bei mehrschaligem Mauerwerk.
Sind Ausschreiber und CAD-Planer nicht identisch und hat Ersterer keine oder nur geringe Kenntnisse vom Arbeitsbereich des Zweiten, ist das mit dem »Kostenmanager« von Spirit kein Beinbruch: Beim Bemustern der CAD-Elemente sind diese lediglich aus dem Bauteil-Browser oder der Baumstruktur des Auswertungsfensters heraus zu öffnen und mit den entsprechenden LV-Positionen zu hinterlegen. Im Fenster »Auswertung« ist es zudem möglich, dort in der Projektstruktur markierte Elemente in der Zeichnung hervorgehoben anzeigen zu lassen. Nützlich wäre es, wenn die neue Version auch eine Option anbieten würde, vermutlich »vergessene« Bauteile aufzulisten oder in der Zeichnung hervorzuheben. Denn derzeit fallen Bauteile, denen keine Position(en) und damit auch kein Preis zugewiesen wurden, bei den internen Auswertungen und beim LV-Export unter den Tisch, was ohne genauere Prüfung nicht unbedingt auffällt.
Dem Umstand, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Baukosten nicht direkt mit den Mengen und Stückzahlen von gezeichneten CAD- Bauteilen oder -Räumen in Verbindung steht, trägt Spirit mit den »Kostenelementen« Rechnung. Diese werden als »Preisschilder« ins Projekt eingefügt und decken dann in der Kostenberechnung nicht grafisch dargestellte oder darstellbare Posten wie die haustechnische Anlagen oder die Baustelleneinrichtung ab.
Fazit Spirit 14
Daran, dass Spirit als über lange Jahre gewachsenes System immer noch viele »Altlasten« mit sich herumschleppt (siehe auch Artikel »Referenzierte Mengenermittlung mit SPIRIT und AVA NTi pro« in db 8/2005), hat sich auch mit der neuen Version 14 nichts Wesentliches geändert. Dies war auch nicht anders zu erwarten: Angesichts eines weitgehend gesättigten Marktes und der doch recht großen »Spirit-Gemeinde« ist es nur verständlich, dass Softtech bei der Weiterentwicklung der Software vorrangig die Belange der bestehenden Anwenderschaft berücksichtigt. So werden modernere, intuitive Bedienungskonzepte nur sukzessive und in erster Linie zusammen mit neuen Funktionen eingeführt. Dies kommt dem langjährigen Spirit-Nutzer entgegen, bleiben ihm dadurch doch größere Umstellungen erspart. Als Einsteiger wünscht man sich hingegen eine einheitlichere Benutzerschnitt- stelle und ein durchgängig modernes Bedienungskonzept. Summa summarum kann Spirit 14 sehr viel, gehört aber immer noch nicht zu den einigermaßen intuitiv zu erlernenden CAD-Programmen.
Fazit »Kostenmanager«
Allein die Tatsache, dass Softtech mit dem Zusatzmodul »Kostenmanager« neben der »referenziellen Mengenermittlung« eine weitere Möglichkeit zur engeren Verzahnung zwischen CAD und AVA anbietet, ist aus Anwendersicht zu begrüßen. Zu den wesentlichen Pluspunkten des »Kostenmanagers« gehört zweifelsohne die Unabhängigkeit von einer bestimmten AVA-Software und vorgegebenen Texten, gleichwohl die Kombination mit AVA Nti und den DBD Dynamische Kostenelementen den meisten Komfort verspricht. Das Grundkonzept des »Kostenmanagers« ist keineswegs neu, aber gut umgesetzt und erfordert von demjenigen, der lediglich die Bauteile mit Leistungen und Preisen versehen soll, praktisch keine CAD-Kenntnisse. Dennoch ist es zu wünschen, dass Softtech die »Intelligenz« und damit auch den Bedienungskomfort und die Sicherheit bei der Kostenplanung in den kommenden Versionen des Zusatzmoduls noch verbessert. •
  • Preise: Spirit 14 Vollversion: 5500,- / 2750,- Euro (Erst-/Folgelizenz) Update Spirit 12 auf Spirit 14: 1050,- / 550,- Euro (Erst-/Folgelizenz) Kostenmanager: 1100,- Euro/ 550,-Euro (Erst-/Folgelizenz)
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