Multitalent Holz

Schiffe, Musikinstrumente, Möbel, Werkzeuge oder Holzpuppen wie Pinocchio – mit Holz ist vieles möglich. Neben den traditionell gängigen Anwendungsbereichen erweitert sich im Bauwesen die Produktpalette der Holzwerkstoffe und Holzsysteme ständig; die Entwicklung steuert vom stabförmigen zum flächigen Tragwerk. Hat man vor Jahren noch tragende und physikalische Eigenschaften von Bauteilen konstruktiv getrennt, geht man nun wieder zu einer kompakten Bauweise über. Hersteller und Lehrstühle entwickeln und erforschen tragende Elemente, die auch hohe bauphysikalische Anforderungen an Wärme- oder Schallschutz erfüllen; und werben zu Recht für einen ökologischen, nachhaltigen und nachwachsenden Rohstoff. Dass derartige Entwicklungen erst durch die enge Zusammenarbeit von Bauingenieuren und Architekten voran- getrieben werden, wird nicht zuletzt in unserem Ingenieurporträt über Julius Natterer deutlich. Dennoch leiden Holzbauten noch immer unter schlechtem Image, was man gerade bei Fertighäusern sieht: Hier wird zwar häufig die schnelle und leichte Montage gegenüber anderen Baustoffen bevorzugt, aber erkennen, dass es sich um Holzkonstruktionen handelt, kann man später in den seltensten Fällen. Schnell wird verkleidet, kaschiert und verputzt. Bleibt zu hoffen, dass sich auch bei Bauherren der Wunsch nach »echten« Holzbauten manifestiert. cf