5 Dinge, die Architekten über Sparrendächer wissen sollten

Von schlicht bis kunstvoll

Historische Sparrendächer kommen in vielen Spielarten vor – von einfach, etwa bei Scheunen, bis komplex, etwa über Kirchenräumen. Welches sind die gängigsten Varianten? Wo kommt es häufig zu Schäden und wie lassen sie sich wirtschaftlich beheben?

Text und Fotos: Christian Kayser

Um zu verstehen, wie Sparrendächer konstruiert sind, stellt man sich am besten eine Klappleiter vor. Die beiden Seiten der Leiter sind am oberen Ende verbunden und lehnen sich gegeneinander. Damit nicht der in Filmkomödien gern vorgeführte Effekt eines plötzlichen »Leiter-Spagats« eintritt, müssen die Füße gesichert werden. Dies kann mit einem Zugelement erfolgen, das die beiden Hälften verbindet. Alternativ kann an den Leiterfüßen ein kräftiges, stabiles Widerlager platziert werden, etwa ein freundlicher Gehilfe oder ein schwerer Stein. Genau so funktioniert ein Sparrendach.

1. Prinzipielles Tragverhalten

2. Stehende und liegende Stühle

3. Hängewerke und Sondertragwerke

4. Typische Schäden

5. Sicherung und Instandsetzung

Wichtig ist bei der Reparatur historischer Dachwerke die Auswahl der Projektpartner: Neben kompetenten Planern (v. a. Architekt und Tragwerksplaner) bedarf es für eine erfolgreiche Umsetzung guter und im Denkmalbereich erfahrener Zimmerer.

Jedem, der sich genauer mit alten Dächern auseinandersetzen möchte, sei auch ein Blick in Bücher über historische Baukonstruktionen empfohlen. Über Sparrendächer findet sich einiges in Band III der Reihe »Typische Baukonstruktionen von 1860-1960«, herausgegeben von R. Ahnert mit K. H. Krause und im Jahr 2010 in der 7. Auflage erschienen.


Zu unserem Autor:

Christian Kayser wurde 1980 geboren. 1999-2004 Architekturstudium an der TU München und der University of Bath (GB), Schwerpunkt Bauforschung und historische Baukonstruktionen. Seit 2004 Mitarbeit im Ingenieurbüro Barthel & Maus, seit 2012 als Geschäftsführer. 2008-11 Akademischer Rat an der TU Müchen, dabei Dissertation. Lehraufträge an TU und LMU München.

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