Masrah Al Qasba Theater in Schardscha (VAE)

Nächtliche Wüstenlandschaft

~Christine Fritzenwallner

Einen Blick auf das Bauen im Bestand in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewährt das Berliner Büro magma architecure mit der Umgestaltung des Masrah Al Qasba Theaters in Schardscha. Das Theater ist Teil der Al Qasba, zwei 150 m langen, am Fluss des Qasba-Kanals gegenüberstehenden viergeschossigen Gebäuden. Sie bilden das öffentliche, kulturelle und touristische Zentrum der Stadt, die europäischen Architekten womöglich allenfalls wegen ihrer Kunstbiennale oder des Sharjah Filmfestivals bekannt sein dürfte. Seit 2012 nun ist das 300 Sitze umfassende, ca. 21 x 21 m große und 8 m hohe Auditorium in eine skulpturale Hülle getaucht, dessen Formen an die Landschaft um Schardscha erinnern sollen: einer vom Sonnenlicht gestreiften, welligen Dünenlandschaft. So wurden die Innenwände des Theaters aus einem dehnbaren, schwer entflammbaren Polyamid-Elastan-Textil realisiert, das sich, doppelt gekrümmt, über eine Aluminium-Unterkonstruktion spannt und hinter dem sämtliche technischen Installationen verdeckt bleiben. Damit keine Blendeffekte entstehen, sind Lichtelemente nur in den bühnenzugewandten Flächen installiert und für den Zuschauer nicht sichtbar. Neben den in Schlitzen integrierten Spots, die den Raum erhellen, können hinterleuchtete Flächen des Deckentextils etwa bei Lesungen eine Minimalbeleuchtung sicherstellen und gedimmt werden. Außer dem Theaterraum durften magma architecture auch die Lobby und angrenzende Räume gestalten. Den Auftrag verdanken sie dem Kontakt zu einem österreichischen Tontechnik-Unternehmen, das die verantwortlichen Emirates zur Neugestaltung ihres veralteten Theaterraums animierte und dabei das Berliner Büro empfahl.