Epiphaniaskirche in Köln

Gemeinde-Schaufenster

Mit Umbau und Erweiterung der Epiphaniaskirche hat das Architekturbüro Lepel & Lepel der evangelischen Gemeinde von Köln-Bickendorf zu mehr Präsenz im Stadtraum verholfen. Das Gebäude eröffnet jetzt neue Möglichkeiten für Gottesdienst und Jugendarbeit.

Die Kirchengemeinde von Köln-Bickendorf intensiviert die Zusammenarbeit zwischen ihren vier Bezirken und setzt in jedem Gemeindezentrum andere Schwerpunkte. In der Epiphaniaskirche werden nun Jugendarbeit und Konfirmandenunterricht für die Gesamtgemeinde konzentriert und die kirchenmusikalischen Veranstaltungen ausgebaut. Dafür musste der in den 60er Jahren von Paul Olpp erstellte Bau deutlich wachsen. Die Architekten verlängerten die dominanten seitlichen Backsteingiebel in Richtung Straße und zogen sie weit nach oben. Dazwischen spannt sich eine große Glasfront von 6 m Höhe, die sich mit einladender Geste zum Vorplatz öffnet. Der Anbau bietet Raum für ein Foyer und ein Café, wo sich schon jetzt Seniorengruppen treffen. Auf dem Außenplatz veranstaltet die Kirchenjugend Grillabende, die vom Café aus mit Lebensmitteln versorgt werden. Verbindendes Element zwischen allen Bereichen ist der nun einheitliche Bodenbelag. Im Foyer ist die frühere Straßenfassade sichtbar, die jetzt eine Innenwand bildet. Dahinter liegen Nebenräume als Puffer zum Kirchenraum. Diesen strukturierten die Architekten ebenfalls neu: Sie drehten den Altarbereich um 90° und platzierten ihn vor dem großen Buntglasfenster, das die gesamte rückseitige Längsfront einnimmt. Wie so oft wurde der Altar auf derselben Ebene wie die Bestuhlung angeordnet, um der Gemeinde die Möglichkeit eines intensiveren Miteinanders im Gottesdienst zu geben.
Ganz neu ist der Glockenturm, den Olpp zwar bereits vorgesehen hatte, aus Geldmangel jedoch nicht realisieren konnte: Über das Fundament kam er seinerzeit nicht hinaus. Lepel & Lepel haben es nun genutzt, um darauf einen 17 m hohen Turm aus Betonfertigteilen zu errichten. Das Fugenbild ergibt dabei ein Kreuz auf jeder Turmseite – gleichzeitig teilt es sie in vier Felder als Sinnbild der vier zusammengewachsenen Gemeindebezirke. Im Innern führt eine Wendeltreppe nach oben zur ersten Glocke, die aus einer Nachbargemeinde stammt. Die dortige Kirche wird in ein paar Jahren geschlossen, dann werden die anderen drei Glocken in den Bickendorfer Turm umziehen. Schon heute trägt er zur besseren Wahrnehmung der Epiphaniaskirche im Stadtteil bei: durch seine Höhe und sein Geläut.