Neuer Heftteil db-Metamorphose erschienen

Auf dem Land

Viele Dörfer haben mit Gebäudeleerstand in größerem Umfang zu kämpfen. Wir stellen umgebaute Bauernhäuser, Scheunen und Remisen vor, denen mit einer geeigneten Nachnutzung neues Leben eingehaucht wurde, ohne ihren Charakter zu verfälschen.

Diesem Thema widmet sich der aktuelle Heftteil db-metamorphose in Ausgabe 09.2016 der db.

AUS DEM INHALT:

FOKUS
Dörfliche Baukultur bewahren

KULTUR GUT HASSELBURG IN NEUSTADT
{BIWERMAU Architekten

Rund 40 km nördlich von Lübeck haben BIWERMAU Architekten das dominante Torhaus eines barocken Landguts umgebaut. Aus einstigen Stallungen, Kutschenremisen und Werkstätten wurden Gästeapartments und Büros für die Stahlberg Stiftung, die auf dem »Kultur Gut Hasselburg« den Musikernachwuchs fördert. Alle baulichen Änderungen sind sofort als solche erkennbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

WINTERTHEATER CLAVADEIRA IN RIOM(CH)
{gasser, derungs Innenarchitekten

Was tun mit all den verlassenen Scheunen auf dem Land? Ein Exemplar in Riom haben die Architekten Gasser Derungs zur intimen und wintertauglichen Spielstätte des Kulturfestivals »Origen« ausgebaut. Diese Nutzung stoppt nicht nur den Verfall des brachliegenden Gebäudes und bewahrt seine atmosphärischen Qualitäten, sondern trägt auch merklich zur Belebung des von Abwanderung gekennzeichneten Dorfs bei.

FERIENLOFT IN BOHINJ (SLO)
{OFIS arhitekti

Eine alte, für den Alpenraum Sloweniens typische Scheune bekommt eine neue Nutzung und wird beherzt heutigen Bedürfnissen angepasst. Jenseits von Kitsch oder Konservierung stützen sich OFIS Arhitekti dabei auf lokale Traditionen, die sie intelligent weiterentwickeln.

WOHNHAUS IN REGENSBERG (CH)
{L3P Architekten

Von einem baufälligen Fachwerkhaus haben L3P Architekten zwei Fassaden erhalten und dahinter einen skulpturalen Neubau innerhalb des alten Volumens errichtet. Dass dabei nicht der Eindruck einer historischen Kulisse entsteht, liegt an der raffinierten Holzbekleidung der übrigen Gebäudehülle, die lokale Traditionen neu interpretiert.

ENERGETISCH SANIEREN
Nachträglicher Einbau von Lüftungsanlagen

Berechnungen zeigen, dass in Wohngebäuden, die dem Stand der Technik entsprechend gedämmt werden, 30–40 % der Wärmeverluste durch den erforderlichen Luftwechsel verursacht werden. In Schulen, Krankenhäusern oder gewerblich genutzten Gebäuden kann dieser Anteil noch deutlich größer sein. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bieten sich daher auch in der Sanierung an. Doch welche Art – zentral, semizentral oder dezentral – eignet sich wann? Und was tun bei älteren Passivhäusern, wenn deren Luftwechselraten zu hoch eingestellt, aber mit der häuslichen Wärmeverteilung gekoppelt sind?

SCHWACHSTELLEN
Brandschutz an Baudenkmalen

Der Schutz vor Bränden ist wichtig – aber der Erhalt eines Denkmals auch! Wo der Denkmalschutz vorgeht und wo der Brandschutz, hängt von der konkreten Gefahr ab, die eine Bausituation mit sich bringt. Deshalb fordert unser Autor: »Der Brandschutz bestimmt, was geschehen muss und der Denkmalschutz, wie das geschehen darf« und zeigt, welche Situationen nur entschärft werden müssen und wo grundsätzlich gehandelt werden muss.

HISTORISCHE KONSTRUKTIONEN
Bauen mit Gusseisen

Spröde, brüchig, nicht schmiedbar, dafür gut auf Druck belastbar — Gusseisen ist in gewisser Hinsicht eine materialtechnische Überraschung, verhält es sich doch in seinen Eigenschaften so ganz anders, als man es von Eisen erwartet. Trotz — oder gerade wegen — seiner Charakteristika entwickelte es sich zu einem bevorzugten Baumaterial des späten 19. Jahrhunderts.

VERKANNTE PERLE
Siedlung von Gottfried Böhm in Köln

Die rau geschalten Sichtbetonwände verbergen sich bereits hinter einem hellgrauen Schutzanstrich, nun sollen die Bauten energetisch saniert werden. Gottfried Böhms Siedlung Seeberg-Nord setzte Maßstäbe im Sozialen Wohnungsbau, doch ob die Eigentümerin mit diesem Erbe umzugehen weiß, muss sich erst noch zeigen.