Gebäudeenergiegesetz
Bild: Tanja Van den Bergen, Pixabay
Seit 1. November gilt das Gebäudeenergiegesetz GEG

Adieu EnEV!

Anfang des Monats wurden EnEV, EnEG und EEWärmeG in den Ruhestand geschickt. Stattdessen ist am 1. November das neue Gebäudeenergiegesetz GEG in Kraft getreten. Was sollte man als Architekt wissen? Die 5 wichtigsten Änderungen auf einen Blick.

Ab dem 1. November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es führt die Energieeinsparverordnung, das Energieeinspargesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammen und stimmt die Regeln zur Energieeffizienz von Gebäuden und zur Nutzung von erneuerbaren Energien aufeinander ab. Folgende fünf Regelungen sollte man kennen:

1 – Die Pflicht, erneuerbare Energien in Neubauten zum Heizen zu nutzen, kann auf mehreren Wegen erfüllt werden.

Das GEG verpflichtet Bauherrn dazu, mindestens eine Form der erneuerbaren Energien zum Heizen zu nutzen. Neben Energie aus Photovoltaik-, Solarwärme- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erfüllen auch erneuerbare Fern- und Abwärme diese Anforderung.

Seit 1. November 2020 kann ein größerer Anteil des Stroms aus eigener Produktion, z. B. aus der eigenen Photovoltaik-Anlage angerechnet werden. Alle erneuerbaren Energien müssen einen Mindestanteil des Wärmebedarfs abdecken. Dieser Anteil variiert zwischen den verschiedenen erneuerbaren Energien.

2 – Ineffiziente Heizungen sind nicht mehr zulässig.

  • Ab dem Jahr 2026 sind reine Öl- und Kohleheizungen passé – bis auf wenige Ausnahmen. Neue Kessel mit diesen Heizstoffen dürfen dann nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.
  • Heizkessel, die 30 Jahre oder älter sind, müssen außer Betrieb genommen werden.

3 – Bei Sanierung oder Hausverkauf besteht die Pflicht zu einer kostenlosen Energieberatung.

  • Beim Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern müssen Käufer, nachdem sie den Energieausweis erhalten haben, ein Beratungsgespräch führen.
  • Bei der Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern müssen Bauherren eine Energieberatung in Anspruch nehmen, wenn im Zuge der Sanierung Berechnungen zur Energiebilanzierung angestellt werden.

Unternehmen, die im Rahmen einer Sanierung ein Angebot abgeben, müssen bereits im Angebot schriftlich auf die Pflicht zur Energieberatung hinweisen. Die Pflicht gilt, wenn die Energieberatung kostenlos angeboten wird.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist eine Möglichkeit, der Beratungspflicht nachzukommen.

4 – Ergänzende Vorschriften zu Energieausweisen

  • Die Pflicht, bei der Vermietung oder beim Verkauf eines Hauses einen Energieausweis vorzulegen sowie die diesbezüglichen Pflichtangaben in Immobilienanzeigen, gelten nun auch für Immobilienmakler.
  • Aussteller von Energieausweisen müssen bestehende Gebäude vor Ort oder anhand geeigneter Fotos bewerten, um passende Maßnahmen zur Modernisierung zu empfehlen.
  • CO2-Emissionen müssen im Energieausweis genannt werden.

5 – Staatliche Förderung für erneuerbarer Energien und effiziente Energienutzung sind nun gesetzlich verankert.

Das Gebäudeenergiegesetz sieht vor, effiziente Neubauten und die energetische Verbesserung von Bestandsgebäuden sowie die Nutzung erneuerbarer Energien finanziell zu fördern. Der Staat unterstützt, indem er bis zu 45 Prozent der Investitionen für klimafreundliche Heiztechnik oder Wärmedämmung übernimmt. Alternativ können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden, die über drei Jahre verteilt werden können.

Für alle Bauvorhaben, für die vor dem 1. November 2020 beantragt oder angezeigt wurden, gelten die bisherigen Regelungen.

Eine kostenlose Energieberatung und weitere Informationen zum Gebäudeenergiegesetz bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Bei Bedarf wird das Beratungsgespräch schriftlich bestätigt. Hier erwächst den eingetragenen Energieberatern unter den Architekten möglicherweise eine Konkurrenz.

~cs

Der komplette Gesetzestext steht als PDF zum kostenlosen Download bereit.


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