Theodor Chair von Brdr. Krüger

Eiermann auf Dänisch

Ein Designteam aus Kopenhagen hat einen Stuhl entworfen, der dem Klassiker »SE 18« von Egon Eiermann ähnelt. Damit fügt er sich bestens in Bauten der 50er und 60er Jahre.

Das 2003 gegründete OEO Studio hat ein Faible für Design aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und entwickelt dessen Formenvokabular stetig weiter. Jüngstes Beispiel ist der »Theodor Chair«, den das Studio für den dänischen Hersteller Brdr. Krüger entworfen hat. Die schlanken, schrägstehenden Beine und die scheinbar schwebende Sitzfläche verleihen dem Stuhl eine tänzerische Leichtigkeit, die für die Nachkriegszeit typisch ist, und wecken beispielsweise Erinnerungen an den Klappstuhl »SE 18« von Egon Eiermann.

Mit seiner gepolsterten Sitzfläche bietet Theodor allerdings mehr Komfort, weil er als nicht-klappbares Möbel für den längeren »Aufenthalt« konzipiert ist. Den Stoffbezug gibt es wahlweise in grau, blau oder weinrot, das Gestell besteht aus massiver Eiche. Besondere gestalterische Sorgfalt hat das Designteam auf die Verbindung der Rückenlehne mit dem tragenden Holm verwendet: Er scheint geradezu in sie hineinzukriechen wie in eine Bettdecke – die Lehne umschmiegt ihn in organischem Schwung, als bestehe sie aus Textil statt aus Holz. Ihre dreidimensionale Form wird von Hand geschliffen und anschließend geölt, was natürlich seinen Preis hat: 1216 Euro für einen Stuhl sind kein Pappenstiel.

Beim German Design Award wurde Theodor mit dem Titel »Winner 2018« ausgezeichnet. In Deutschland ist er über die Händler Manufactum und Garpa erhältlich. Wer einen Raum möglichst einheitlich einrichten möchte, kann dem Stuhl seinen älteren Bruder zur Seite stellen, den Sessel Ferdinand, den OEO in ähnlicher Formensprache bereits 2014 für Brdr. Krüger entworfen hat.  ~cs

www.brdr-kruger.com