Zum Umbau

{Text: Kristoffer Moe Bøksle Übersetzung aus dem Norwegischen: Clemens Bomsdorf

Für den Neubau des Gyldendal Verlags blieben lediglich die Fassaden Richtung Universitetsgate und Sehested Platz stehen, die in unterschiedlich gutem Zustand waren. Um sie während der Bauzeit abzusichern, wurden sie an einer eigens errichteten Stahlkonstruktion verankert. Später bekamen die alten, aber dennoch tragfähigen Fassaden ebenso wie die neuen Seitenwände ein mit dem felsigen Untergrund verankertes Fundament. Die Fassaden sind mit Kalkputz und Silikatfarbe in hellen Tönen restauriert. Die neue Konstruktion besteht aus hellem Sichtbeton.
Der Keller wurde entkernt und zusätzlich verkleinert, um den Abstand zu den Nachbargebäuden zu vergrößern. Für die neu errichteten, aus geschlemmten Ziegeln bestehenden Fassaden zum Innenhof gelten wegen der Nähe zu den Nachbargebäuden strenge Brandschutzvorschriften. Eine ebenfalls neu errichtete, 15 m hohe und 32 m breite Mauer aus Glasbausteinen sorgt für reichlich Tageslicht im Gebäude und ermöglicht gleichzeitig einen diffusen Blick zu den Nachbargebäuden, die nur knapp fünf Meter entfernt sind. Der kompakte Baukörper und die unmittelbare Nähe zum Nachbarn schaffen hinsichtlich Sonnenschutz, Kühlung und Erwärmung eine günstige Ausgangslage. Glas- und Glasbausteinwände, die dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, haben sensorgesteuerten Sonnenschutz. Die Heizung wird durch Fernwärme betrieben.
Die fünfte Etage ist die zur Straße einzige sichtbare Neuerung, deren prägnantes Dach aus einem Betonraster mit 18 pyramidenartigen Oberlichtern besteht. Die Deckenhöhen innerhalb der Geschosse sind uneinheitlich (vgl. Schnitt), da die Betondecken sich aus dreierlei Gründen jeweils Richtung Atrium und Außenmauern verjüngen: Zum einen können so die Böden aller Etagen eben und stufenlos sein, obwohl die alten Gebäude unterschiedliche Geschosshöhen hatten und man sich nach den Fensteröffnungen der existierenden Fassaden richten musste; zum anderen öffnen sich auf diese Weise die Büroetagen zum Tageslicht, das vom Atrium und den Fenstern einströmt. Und drittens wird so die relativ ›
› geringe Etagenhöhe optimal genutzt, die notwendige Höhe für technische Leitungen eingehalten und die Büroflächen werden dennoch luftig empfunden.
Die technische Infrastruktur ist unter Doppelböden angebracht, Hauptleitungen sind im tiefsten Teil und Nebenleitungen im flacheren Teil installiert. Das Lüftungssystem, mit dem die Zuluft variabel geregelt werden kann, Sprinkler, Beleuchtung und lärmabsorbierende abgehängte Decken sind so aufgebaut, dass zukünftig gewünschte Änderungen durchgeführt werden können, ohne dass dies die architektonische Qualität beeinträchtigt. Der Boden in den Gemeinschaftsbereichen und die Einbauten sind aus Eichenholz, das im Zusammenspiel mit dem plastischen, monolithischen Beton das Gebäude prägt. •
  • Bauherr: Gyldendal ASA, Oslo Architekten: Arkitekt Sverre Fehn AS, Oslo (N) Mitarbeiter: Sverre Fehn, Inge Hareide (Projektleitung), Kristoffer Moe Bøksle, Alexander Wærsten, Halvor Kloster, Henrik Hille, Bård Hoff, Martin Dietrichson Interior design: InnenaZINC AS v/Hanne Margrethe K. Hjermann und Berit Olderheim gemeinsam mit Arkitekt Sverre Fehn AS Tragwerksplanung: Rambøll Norge AS, Oslo HLS-Planung: VVS- og KlimaRådgivning AS, Oslo Elektroplanung: Støltun AS, Sandvika Projekt- und Bauleitung: Vedal Prosjekt AS, Oslo Bruttofläche: rund 9000 m² Fertigstellung: November 2007 Baukosten: 190 Mio. NOK, ohne MwSt.
  • Beteiligte Firmen: Bauausführung: Vedal Entreprenør AS, Oslo, www.vedal.no Betonarbeiten: Strøm Gundersen AS, Mjøndalen, www.vedal.no Beton: Unicon AS, Oslo, www.vedal.no Betonfertigteile: Conform Lunde AS, Asker, www.vedal.no Glasbausteine: Solaris GmbH, Wirges, www.vedal.no Oberlichter: Vector Foiltec GmbH, Bremen, www.vedal.no Einrichtungschreiner: Aagaards Snekkerverksted AS, Stange, www.vedal.no Lüftungstechnik: Haaland Klima AS, Oslo, www.vedal.no