Sockelsystem »Foamglas ® W+F» von Saint-Gobain Weber

Vom Sockel bis zum Dach

Im Gegensatz zu bisher üblichen Perimeterdämmungen aus EPS stellt das System auf Basis von Schaumglas eine mineralische, nicht brennbare Alternative dar. Damit lassen sich Gebäude jetzt komplett mineralisch dämmen und bei Bedarf sortenrein abbauen.

An der Fassade planen immer mehr Architekten mit vollmineralischen WDVS wie »weber.therm A 100«. Mineralwolle ist in der Baustoffklasse A1 eingestuft. Damit ist die Fassadendämmung durchgehend nicht brennbar, und zusätzliche Schutzmaßnahmen wie das Anbringen von Brandriegeln entfallen. Schwierig wird es dagegen im Sockelbereich. Wie kaum ein anderes Bauteil ist der Übergang der Außenwand zu erdberührten Bauteilen den Zerstörungen von Spritzwasser, Streusalz oder Frost-Tau-Wechseln ausgesetzt. Entsprechend widerstandsfähig muss der hier verbaute Dämmstoff sein. Viele Planer entscheiden sich für eine Sockeldämmung auf Basis von expandiertem Polystyrol (EPS). Diese widersteht der hohen Belastung im erdberührten Bereich und in der Sockelzone zwar gut, ist aber brandschutztechnisch ein Kompromiss. Für die sichere und energieeffiziente Sockelausführung im vollmineralischen WDVS weber.therm A 100 empfiehlt Saint-Gobain Weber daher den Einsatz des mineralischen, nicht brennbaren Sockelsystems aus »Foamglas® W+F«.

Nichtbrennbare Ausführung auch am Sockel

Im Rahmen einer Neuregelung des baulichen Brandschutzes für WDVS wurden im Jahr 2016 spezielle Maßnahmen für das Szenario eines Sockelbrands festgelegt. Hierbei wurde zum einen eine »Schutzzone Sockel« zwischen Gebäude-Sockel und dem dritten Geschoss definiert, zum anderen wurden zusätzliche Brandschutzmaßnahmen für die Dämmung mit EPS festgelegt. U. a. sind Außenwände und Außenwandteile so auszubilden, dass eine Brandausbreitung ausreichend lang begrenzt ist. An gewissen kritischen Bauteilen wie der Brandwand werden mittlerweile auch im Sockelbereich nicht brennbare Dämmstoffe gefordert. Aber auch über diese gesetzlichen Vorschriften hinaus ist eine durchgängig mineralisch gedämmte Gebäudehülle brandschutztechnisch und bauphysikalisch sinnvoll.

Auf Nummer sicher gehen Planer hier mit einem neuen Sockelsystem auf Basis von Foamglas® und dem Klebe- und Armierungsmörtel »weber.therm 307«. Der Dämmstoff erfüllt die Anforderungen der Baustoffklasse A1, ist leicht zu bearbeiten und überzeugt durch Wasserdichtigkeit und Druckfestigkeit. Überdies ist es der einzige Dämmstoff, der gleichzeitig auch abdichtet. Auch aus ökologischer Sicht ist Schaumglas eine gute Wahl: Durch eine neue Technologie, das kontinuierliche Bandschäumen, konnte der Herstellungsprozess revolutioniert und der Energiebedarf reduziert werden. Das System verfügt über die Europäische Technische Zulassung (ETA) und stellt damit nicht nur eine energieeffiziente, sondern auch eine sichere Fassadenlösung dar. Architekten und Planer können nun gegenüber Bauherren pro-mineralisch argumentieren, ohne ihre eigene Aussage durch den Rückgriff auf EPS-Dämmung am Sockel zu schwächen.

Widerstandsfähig und langlebig

Schaumglas besteht aus einer hermetisch geschlossenen Struktur aus Glaszellen, die den Platten hohe Formstabilität verleiht. Dadurch wird die Gefahr der Rissbildung im Oberputz durch Stöße reduziert. Gleichzeitig sorgt die Struktur dafür, dass das Material über Jahrzehnte wasser- und dampfdiffusionsdicht ist, keine Feuchtigkeit aufnimmt und nicht schrumpft. Korrosion und Temperaturveränderungen können dem Material nichts anhaben. Zugleich sorgt die Beständigkeit des Dämmstoffs dafür, dass auch der Wärmeschutz langfristig erhalten bleibt. Beim Rückbau kann Foamglas® unproblematisch wie sonstige Baustellenabfälle entsorgt werden. In Kombination mit dem vollmineralischen weber.therm A 100 bietet das System somit eine nachhaltige Lösung, die sich positiv auf den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes auswirkt.

Korrekte Sockelausführung bei WDVS

Speziell am Gebäudesockel ist für eine sichere Gesamtausführung eine sorgfältige Abstimmung aller beteiligten Gewerke notwendig. Voraussetzung für die fachgerechte Arbeit ist die frühzeitige Planung von Konstruktion und Sockelhöhen. Den oberen Abschluss des WDVS-Sockels und damit den Übergang zur Fassadenfläche bildet in der Regel ein thermisch entkoppeltes Sockelabschlussprofil. Der Stoß wird zusätzlich mit einem Fugenband abgedichtet. Ein Rücksprung des Sockels durch unterschiedliche Dämmstoffdicken verbessert die Wasserführung. Aber auch ein flächenbündiger Übergang von Perimeter- zu Fassadendämmung ist möglich.

Vor Anbringen der Sockeldämmplatten Foamglas® W+F auf dem Außenmauerwerk wird der Sockelbereich zunächst gereinigt und mithilfe einer lösemittelfreien Bitumenemulsion grundiert. Anschließend wird die Schaumglasdämmung mit dem systemeigenen Zweikomponenten-Spezialkleber »PC 56« auf dem Untergrund verklebt und die Dämmplatte mindestens 15 cm oberhalb Geländeoberkante mit einem Schraubdübel »weber.therm SRD-5« mechanisch und wärmebrückenarm befestigt.

Auf die Dämmung wird eine dickschichtige, gewebeverstärkte Armierungsschicht aufgebracht. Wichtig dabei ist, dass auf der Foamglas®-Dämmung der extrem schwindarme Klebe- und Armierungsmörtel weber.therm 307 verwendet wird. Auf den Mineralwolldämmplatten der Fassade wird mit bewährten Armierungsmörteln wie z. B. weber.therm 300 gearbeitet. Der weber.therm 307 Armierungsmörtel wird vom Foamglas®-Sockel bis etwa 30 cm auf die Mineralwolldämmung der Fassade geführt. Bei Versatz oder flächenbündigem Sockel mit thermischer Trennung wird jeweils der zugehörige Kleber verwendet. Als Oberbeschichtung für das Schaumglassystem empfiehlt sich ein für den Sockel geeigneter mineralischer Oberputz. Das Finish bildet ein mineralischer Egalisationsanstrich sowie ein Feuchteschutz am Fußpunkt des Systems. Dabei wird das Sockelputzsystem bis etwa 5 cm über Geländeoberkante durch eine mineralische Dichtungsschlämme wie »weber.dur 126« vor Feuchtigkeit geschützt.

~Georg J. Kolbe, Leiter Produktmarketing Putz- und Fassadensysteme, Saint-Gobain Weber

Herstellerinformationen:
www.sg-weber.de
de.foamglas.com