moderne Arbeitsumgebung dank intelligenter Büroplanung

Trennwände, die verbinden

Das in der Automatisierungstechnik tätige Unternehmen Murrelektronik ist darauf spezialisiert, bleibende Verbindungen zu schaffen – und das nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch zu seinen Kunden und Mitarbeitern. Diese Philosophie spiegelt sich auch im neuen Verwaltungsgebäude wider, für das die Karlsruher Unternehmensgruppe feco-Feederle das Bürokonzept entwickelte sowie Systemtrennwände und die Möblierung lieferte. Glastrennwände, akustisch wirksame Oberflächen und zonierende Möbelstücke sorgen für ein offenes und flexibles Arbeitsumfeld.

Das Familienunternehmen Murrelektronik mit Sitz im baden-württembergischen Oppenweiler bietet eine breit gefächerte Produktpalette für Anwendungen in der industriellen Automatisierung an. Die 1975 gegründete Firma hat inzwischen 1 900 Mitarbeiter. Tief verwurzelt ist die Überzeugung, dass dieses Wachstum nur mit motiviertem und engagiertem Personal zu erreichen ist. Daher strebt das Unternehmen eine enge Verbindung zu seinen Mitarbeitern an und beschreibt seine Firmenphilosophie mit den Worten »stay connected«. Unter diesem Motto stand konsequenterweise auch die Architektur und Gestaltung des neuen Verwaltungsgebäudes vom Architekturbüro Weller aus Backnang. Das Konzept zur Innenraumgestaltung lieferte feco-Feederle aus Karlsruhe.

Zukunftssicheres Büro mit Wohlfühlcharakter
Im EG befinden sich neben dem Empfang vier moderne Schulungsräume unterschiedlicher Größe. Abgetrennt sind die Räume durch mobile Trennwände, die bei Bedarf zur Seite gefahren werden können, um Raum für bis zu 300 Personen zu schaffen. Der als Marktplatz gestaltete Eingangsbereich wurde von Feederle mit einladenden Loungemöbeln und Sitzgruppen von brunner, Fritz Hansen und Vitra ausgestattet. Das 1. und 2. OG bieten auf jeweils 6 00 m2 Fläche Arbeitsplätze und Besprechungsmöglichkeiten für rund 50 Mitarbeiter. Das 3.OG ist derzeit noch nicht ausgebaut.
Um die Anforderungen und Bedürfnisse der Mitarbeiter zu ermitteln, führten die Karlsruher Büroplaner von Feederle Workshops mit Vertretern unterschiedlicher Abteilungen durch. Ziel war es, ein Bürokonzept zu entwickeln, das für lange Zeit Gültigkeit hat, flexibel ist und auch in anderen Gebäuden des Unternehmens umsetzbar ist. Nach Auswertung der Workshop-Ergebnisse entwickelte Feederle das Flächen- und Zonierungskonzept, welches die Firmenphilosophie sowie Offenheit, Flexibilität und Mobilität reflektiert. Darauf aufbauend erarbeiten die Planer den Farb- und Möblierungsplan.
Bürokonzept mit Standardarbeitsplätzen
Die Arbeitsplätze der in Teams arbeitenden Mitarbeiter wurden in Gruppen von jeweils vier oder sechs Personen zusammengefasst. Da personelles Wachstum in der Planung berücksichtigt ist, können zu den Dauerarbeitsplätzen problemlos weitere hinzugefügt werden. Um flexibles Arbeiten sowohl im Sitzen als auch im Stehen möglich zu machen, sind alle Arbeitsplätze mit elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen ausgestattet. Hochwertiges Büromobiliar von Steelcase und Lichtlösungen von Tobias Grau runden die Planung ab. Mobile Stauraum-Lösungen mit einer Höhe von 110 cm gliedern die Arbeitsbereiche zur Mittelzone, ohne sie optisch komplett abzuschotten.
Offene Bürolandschaft mit Trennwänden
Die offene Bürolandschaft mit jeweils drei Besprechungsräumen unterschiedlicher Größe sowie drei offenen Kommunikationszonen im 1.und 2. OG bieten den Mitarbeitern Möglichkeiten zu informellen und formellen Besprechungen. Zwei der Besprechungsräume sind mit Stehtischen und höhenverstellbaren Steh-Sitz-Hockern für dynamische, kürzere Meetings ausgestattet. Zwei Think Tanks bieten Ruhe für konzentriertes Arbeiten und vervollständigen das Angebot an Arbeitsplätzen für die verschiedenen Anforderungen.
Die Platzierung der Besprechungsräume zoniert nicht nur den großen offenen Raum, gleichzeitig wird so auch die Ausbreitung des Schalls gemindert. Schallschirme an den offenen Kommunikationszonen sowie an den Technikstationen verbessern die Raumakustik zusätzlich. Auch die abgehängte Decke, in der alle Versorgungsleitungen verlaufen, ist akustisch hoch wirksam.
Technikstationen in der Mittelzone
In der Mittelzone befinden sich zwei u-förmig eingehauste 1,30 m hohe Technikstationen für Kopierer und Drucker sowie weitere Besprechungselemente. An der Außenseite sind die Stationen mit einer eichenfurnierten Oberfläche in akustisch wirksamer Schlitzung aus abwechselnd 14 mm Steg und 2 mm Schlitz bekleidet. Das Messerschnittfurnier ist in bildhafter Furnierabwicklung passend zum Eichenparkett, zu den Fensterbänken und zur maßgefertigten Möblierung ausgeführt.
Nurglas-Konstruktion fecoplan
An den Längsseiten der Technikstationen sind Glasscheiben aus 10 mm Einscheibensicherheitsglas mit Deckenanschluss angebracht, um Schall abzuschirmen, den Raum optisch aber nicht zu trennen. Hier kam die Nurglas-Konstruktion »fecoplan« zum Einsatz. Für die transparenten Wände der Besprechungsräume, der Think Tanks sowie der Büroräume der Geschäftsleitung und der Assistenz setzten die Planer ebenfalls auf fecoplan, hier mit einer Scheibendicke von 12 mm. Diese verfügen über einen Schalldämmprüfwert von Rw,P = 37 dB. Nur an Boden und Decke durch schmale Aluminiumprofile gehalten, sind die Glasscheiben in der Vertikalen rahmenlos transparent und reversibel verklebt. Anschlussprofile mit 50 mm Höhe ermöglichen die Aufnahme von Bautoleranzen und schaffen eine stabile Verbindung.
Die Zwischenwände sind raumhohe, geschlossene feco-Vollwandelemente mit melaminharzbeschichteten Oberflächen, die mit einem fecoplan-Glasschwert zur Fassade abschließen. Zum Flur hin gibt es eine Nurglaskonstruktion 16 mm Verbundsicherheitsglas, die wie die Glastürelemente eine erhöhte Schalldämmung von Rw,P = 42 dB aufweist.
Entstanden ist eine attraktive Arbeitsumgebung, die eine hohe Flexibilität und Mobilität bietet sowie die kreative Zusammenarbeit der Teams fördert. •
~Rainer Höhne
  • Der Autor ist Dipl.-Ing. Architekt und bei der Unternehmensgruppe feco-Feederle verantwortlich für Beratung und Vertrieb.
  • www.feco.de
Standort: 71570 Oppenweiler Bauherr: Murrelektronik, Oppenweiler Architekt: Klaus Weller, Backnang Systemtrennwände: feco Innenausbausysteme, Karlsruhe Bürokonzept sowie Planung, Lieferung und Montage der Trennwände: Paul Feederle, Karlsruhe