Sanierung, Dämmung

Den diesjährigen Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erhielt die Unternehmerin Carmen Hock-Heyl für »Thermo-Hanf« – ein Dämmmaterial aus Hanf. Sie teilt sich die Auszeichnung mit Ursula Sladeck, der Vorstandsvorsitzenden der Netzkauf ElektrizitätsWerke Schönau (EWS).

Bei »Thermo-Hanf Plus« (s. db 2/2011, S. 68+69) bilden zu 85 % Hanffasern das Dämmstoffvlies; die zur Verfestigung des Materials verwendete Stützfaser ist aus Maisstärke gefertigt, und für den Brandschutz werden die Hanffasern mit Soda imprägniert.
Einen Blick in die mögliche Zukunft der energetischen Gebäudeertüchtigung zeigte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik auf der BAU im Rahmen der Sonderschau »Morgenstadt — Technologien für die Stadt der Zukunft«. Die Forscher präsentierten dort die Ergebnisse einer Fachwerkhaussanierung in der Nürnberger Altstadt, bei der ein neuer Dämmstoff aus den Blättern der Rohrkolbenpflanze (Typha) getestet wurde. Die Typhaplatten punkteten dabei auf mehreren Ebenen: Zum einen sind sie rein biologisch, zum anderen zugleich hochdämmend und statisch belastbar. Hinzu kommt, dass der Baustoff weitestgehend diffusionsoffen, hoch schalldämmend und schimmelresistent ist. Durch seine hohe Kapillaraktivität sorgt er nicht nur für ein gesundes Raumklima, sondern verringert auch das Problem des Taupunktausfalls bei Innendämmungen. ~bm