Foto: Anke Müllerklein

Perforiert

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Ein abgekanteter Pyramidenstumpf der Architekten Herzog & de Meuron ergänzt das Kraftwerk Bankside am Südufer der Themse, in dem seit dem Jahre 2000 die Tate Modern beheimatet ist. Das perforierte Klinkerkleid des Museumsneubaus verbindet nicht nur materialästhetisch die unterschiedlichen Baukörper miteinander, sondern verleiht der Gebäudehülle Plastizität und lässt sie nachts von innen strahlen. Diese Plastizität erhält sie durch die im Versatz und Zahnschnittmuster gelegten GIMA Klinker im quadratischen Grundformat von 215 mm Kantenlänge bei 69 mm Höhe. Diese wurden nicht herkömmlich gemauert, sondern zu Modulen von immer zwei miteinander vermörtelten Steinen zusammengesetzt und im Prinzip einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade montiert. Um das Mauerwerk horizontal und vertikal an die dreidimensional geneigte Gebäudeform anzupassen, wurde die Fassade in Spanten unterteilt und 336 000 Klinkersteine, in 212 verschiedenen Typen, mit Edelstahlstiften und Kunstharzgelenken in Blöcken mit der Unterkonstruktion verbunden. Die Architekten orientierten sich bei der Farbwahl an dem vorhandenen Gebäude und entwickelten zusammen mit dem Hersteller einen speziellen Keramikscherben, der keine Engoben oder künstliche Farbaufträge verwendet, sondern durchgefärbt ist. Aufgrund der versetzt angeordneten Klinker entsteht ein lebendiges Licht- und Schattenspiel auf der Fassade. ~rs