1 Die AutoCAD-Applikation DisToPlan ermöglicht das Zwischenspeichern der vom Laser-Distanzmessgerät gelieferten Werte in einer Liste. Dies erleichtert das halb-mobile Aufmaß mit einem Notebook, da nicht ständig zwischen Messen und Zeichnen gewechselt werden muss
2 Im Raumbuch von DisToPlan werden die Flächen durch manuelles Nachzeichen oder mit einer ausgereiften automatischen Konturverfolgung erfasst
3 Das Prinzip von maxmess, »erst skizzieren, dann messen«, entspricht der konventionellen Arbeitsweise beim Grundrissaufmaß
4 Der Informationsgehalt des in maxmess erstellten Aufmaßes lässt sich mit in die Zeichnung eingefügten Verweisen auf vor Ort aufgenommene Fotos, Videos oder Sprachnotizen erweitern
5 UDS[m2] ist in erster Linie für die Verwendung mit einem handlichen Pocket PC gedacht. Beim Design der Oberfläche stand deshalb die Platzersparnis offensichtlich im Vordergrund. Verständlichkeit und damit Benutzerfreundlichkeit mussten demgegenüber zurückstehen
Teil 2: Software für das Aufmaß von Grundrissen

Ohne Titel

Software für das Aufmaß von Grundrissen

Im zweiten Teil unserer Tests von Software zum Gebäudeaufmaß (Teil 1 siehe db 10/05, Photogrammetrie) wurden drei Programme untersucht, die sich der Erfassung von Grundrissen widmen. DisToPlan von kubit, maxmess von braasch & jäschke, (als Version Allplan Metric auch im Vertrieb von
Nemetschek) und UDS[m2] von Hersteller UDS. Sie erlauben die Übernahme von Messwerten von einem Laser-Distanzmessgerät – im Idealfall kabellos via Bluetooth-Funkverbindung. Alternativ können die benötigten Maße auch mit analogem Gerät – also Zollstock oder Bandmaß – ermittelt und von Hand in die Programme eingetippt werden.
Grundsätzlich kann natürlich jedes beliebige (Architektur-) CAD-System auch zum Erfassen von Grundrissen bestehender Gebäude verwendet werden. Zwei der hier vorgestellten Programme setzen sogar ohnehin ein CAD-System voraus, so dass man sich vielleicht fragt, worin die Daseinsberechtigung der Spezialsoftware (abgesehen von der drahtlosen Messwertübermittlung) überhaupt liegt. Ihr Mehrwert gründet – analog zu den diversen AutoCAD-Applikationen für spezielle Anwendungen, die auch nur auf die vom Basisprogramm zur Verfügung gestellten Funktionen zurückgreifen können – in der optimierten Bedienung. Denn die Funktionen üblicher CAD-Programme sind darauf ausgelegt, die bei der Neukonstruktion üblichen Eingaben in eine Zeichnung umzusetzen. Also beispielsweise eine Linie (oder Wand) mit der Länge l im Winkel von a Grad zu zeichnen. Oder eine Linie vom Punkt 1 mit den Koordinaten x1 y1 nach Punkt 2 an Position x2 y2 zu ziehen.
Beim Aufmaß bestehender Grundrisse sind aber oft weder Winkel noch Koordinaten bekannt beziehungsweise mit einfachen Mitteln zu bestimmen. Soll ausschließlich auf Basis gemessener Strecken gezeichnet werden, sind in konventionellen CAD- Systemen Hilfskonstruktionen erforderlich. Klassisches Beispiel hierfür ist die Konstruktion des Endpunkts einer schräg verlaufenden Wand als Schnittpunkt zweier Kreise, deren Radien den gemessenen Abständen zu zwei bekannten Punkten entsprechen. Dass alle drei getesteten Programme dem Anwender diese Konstruktion abnehmen und stattdessen eine Funktion anbieten, die lediglich die zur Ermittlung des Schnittpunkts erforderlichen Parameter abfragt, versteht sich also fast von selbst. Hinsichtlich Bedienungs- und Programmkonzeptes sowie des angebotenen Funktionsumfangs sind die Unterschiede zwischen den drei Lösungen dann aber doch größer als man zunächst vermuten könnte.
DisToPlan ist wie das in der vorigen Ausgabe der db getestete PhoToPlan desselben Herstellers eine AutoCAD-Applikation und setzt zum Betrieb ebenfalls im Minimum eine Installation von AutoCAD LT 2000 voraus. DisToPlan liefert einige für das Zeichnen nach gemessenen Strecken arbeitssparende Funktionen und verfügt über eine Flächenverwaltung. Diese ist von der Zeichnung insofern unabhängig, als dass beim Zeichnen selbst kein strukturiertes Vorgehen gefordert wird. Die Raum(buch)-Struktur entsteht erst durch das Setzen von Raumstempeln. Das Programm ist also so ausgelegt, dass der Anwender sich nicht erst mit einer »Programmphilosophie« befassen muss, ehe er mit dem Zeichnen loslegt. Umso löblicher, dass das Online-Handbuch trotzdem damit beginnt, dem Einsteiger das Konzept der Software anhand von konkreten Übungsprojekten zu erläutern. Der daran anschließende Referenzteil kann dann bei Bedarf konsultiert werden, um vertiefende Informationen zu einzelnen Funktionen zu erhalten.
Im Test gelang der Einstieg in DisToPlan sehr rasch. Vor allem deshalb, weil allein durch die Verwendung der Funktion »Bogenschnitt« eigentlich alle Probleme beim zeichnerischen Aufmaß von schiefwinkligen Grundrissen gelöst werden können. Ansonsten benötigt man neben den Standard-Zeichenbefehlen von AutoCAD vor allem die von DisToPlan zur Verfügung gestellten Funktionen zum Abstecken von Strecken entlang einer Linie und zum Einfügen von Fenstern und Türen.
Bei der Übernahme von Maßen von einem Laser-Distanzmessgerät bietet das Programm die praktische Möglichkeit, die übertragenen Werte zunächst in einer Liste zu sammeln. Dadurch muss nicht ständig zwischen Messgerät und Rechner gewechselt werden. Man erfasst zunächst die benötigten Maße und übernimmt diese dann beim Zeichnen nacheinander aus der Liste.
Die Flächenverwaltung arbeitet nach dem Prinzip, das man auch aus verschiedenen Hochbau-CAD-Systemen kennt: Eine Fläche wird entweder durch manuelles Nachzeichnen oder automatische Kontursuche erfasst und ein Raumstempel in der Zeichnung platziert. Die »Inselerkennung« spart innen liegende Flächen (wie zum Beispiel Stützen) bei Bedarf automatisch aus. Weitere Optionen bei der automatischen Konturverfolgung sind, ob nur echte Ecken oder auch Schnittpunkte im Verlauf berücksichtigt werden und ob die Linien von Symbolen (das betrifft in erster Linie Türen) dabei ignoriert werden sollen oder nicht. Die Gesamtfläche eines Raumes kann aus beliebigen Teilflächen zusammengesetzt werden, von denen jede individuell bestimmbar als Zuschlag, Abzug oder mit einem Faktor gewichtet in die Summe einfließt.
Die vorgegebene Datenbankstruktur der Raumverwaltung kann vom Nutzer bei Bedarf durch zusätzliche Zahlen- oder Textfelder erweitert werden. Bei deren Definition lassen sich Unter- und Obergrenzen für zulässige Eingaben sowie ein bei der Anzeige zu verwendender Prä- und Suffix (zum Beispiel für die Mengeneinheit) festlegen.
Eine Übersicht der Flächen lässt sich als HTML-Seite exportieren, in der die Tabelle mit den Gesamt-Raumflächen via Hyperlinks mit der Übersicht der Teilflächen verknüpft ist und umgekehrt. Ein Export als Excel- Tabelle, die vom Anwender dann für weitere Auswertungen angepasst werden kann, wird ebenfalls angeboten.
maxmess (Allplan Metric) geht – im Gegensatz zu DisToPlan – im ansonsten gelungenen Handbuch den didaktisch ungünstigeren, umgekehrten Weg: Die Übungs- projekte finden sich hier erst am Ende. Für den Einsteiger ist es deshalb sinnvoller, den Referenzteil zunächst zu überspringen, da dessen Erläuterungen zu den einzelnen Funktionen erst dann wirklich zu würdigen sind, wenn man sich mittels der Übungen einen Überblick verschafft hat.
Als eigenständige Windows-Software benötigt maxmess im Gegensatz zu den beiden anderen getesteten Programmen kein zusätzliches CAD-System auf dem zur Messwerterfassung verwendeten Rechner. Die Zeichenfunktionen fallen deshalb aber auch wesentlich spärlicher aus als bei DisToPlan und UDS[m2]. Dies ist jedoch kein echtes Manko, im Gegenteil: Das Funktionsangebot und damit auch die gesamte Benutzer-oberfläche sind auf den speziellen Aufgabenbereich der Software zugeschnitten, wodurch das Programm sehr übersichtlich wirkt.
maxmess kann (wie im Test auch) auf einem Notebook betrieben werden, höhere Mobi-lität beim Aufmaß wird jedoch in Kombi- nation mit einem tastaturlosen Tablet PC erreicht. Diese Geräte kann man zwar nicht wie einen Handheld Computer in die Jackentasche stecken, dafür bietet ihr Display ausreichend Platz für die adäquate Darstellung von Zeichnungen. Bei aktivierter Tablet PC-Unterstützung erscheint auf der Ober-fläche von maxmess ein zusätzlicher Bereich für handschriftliche Eingaben. Diese versucht die in maxmess eingebundene, sehr zuverlässige Handschrifterkennung der Tablet PC Edition von Windows zu entziffern. Wer will, kann sich das Resultat zur Kontrolle von einer synthetischen Stimme vorlesen lassen.
Die Struktur eines maxmess-Projekts ist in drei Hierarchiestufen – »Geschoss«, »Bereich« und »Raum« – gegliedert, wobei der so genannte Bereich üblicherweise eine Wohnung repräsentiert. Unterhalb dieser sind zunächst in der Projektverwaltung Räume hinzuzufügen, denn gezeichnet wird ausschließlich in der untersten Hierarchiestufe in den einzelnen Räumen. Dafür bietet das Programm ein Reihe von Basis-Flächenelementen an. Nicht regelmäßige Räume mit mehr als vier Ecken sind aus mehreren der zur Verfügung stehenden Flächentypen zusammenzusetzen, wobei auch mit Abzugsflächen gearbeitet werden kann. Die Kanten zwischen gleich gewichteten Teil-flächen (zum Beispiel zwei Abzugsflächen) sind nur während der Bearbeitung eines Raumes sichtbar, ebenso »gedachte« Linien wie Diagonalen in einem Viereck nur während der Messwerteingabe zur jeweiligen Einzelfläche.
Bei der Eingabe der Flächenelemente arbeitet maxmess grundsätzlich so, dass diese zunächst frei gezeichnet werden und die exakte Geometrie erst im Anschluss durch die Eingabe der benötigten Messwerte entsteht. Nachträglich Änderungen sind jederzeit möglich, eine fehlerhafte Eingabe kann also problemlos korrigiert werden, ohne dass dazu nochmals neu gezeichnet werden muss. Das Programm merkt sich außerdem zu jeder Linie, ob deren Länge unverändert ist (wie gezeichnet), durch die Eingabe eines Messwerts angepasst wurde oder sich aufgrund geometrischer Abhängigkeiten zwangsläufig ergibt (»berechnete Länge«). Diese drei verschiedenen Zustände werden beim Bearbeiten einer Fläche durch unterschiedliche Farben der Linien gekennzeichnet, so dass das Grundrissaufmaß stets nachvollziehbar bleibt. Bei den beiden anderen getesteten Programmen, die lediglich Konstruktionshilfen anbieten, ist dies nicht der Fall. Ihren Zeichnungen sieht man später nicht mehr an, wie und auf Basis welcher Eingaben sie konstruiert wurden. Zum Problem kann dies werden, wenn irgendwann eine Unstimmigkeit festgestellt wird. Mit dem System von maxmess ist es möglich, die dafür verantwortliche fehlerhafte Messung beziehungsweise Eingabe wesentlich leichter aufzuspüren und die Zeichnung dann mit relativ geringem Aufwand zu korrigieren.
Beim Zusammensetzen von verwinkelten Räumen aus verschiedenen Teilflächen lassen sich diese Einzelelemente separat verschieben, drehen und skalieren (letzteres nur, wenn sie noch nicht mit Messwerten präzisiert wurden). Im Test stellte sich heraus, dass die sehr anschauliche Vorgehensweise »von der Skizze zur exakten Zeichnung« bei solchen zusammengesetzten Raumflächen noch verbessert werden könnte: Etwa mit einer Funktion, die Teil- flächen beziehungsweise deren aufeinander liegende Eckpunkte logisch aneinander koppelt. Dann könnte man einen Raum oder gar kompletten Grundriss zunächst vollständig skizzieren (eventuell schon im Büro anhand von Plänen oder Fotos) und anschließend alle benötigten Messwerte erfassen. Dies ist in maxmess aber (noch) nicht möglich, da die Teilflächen völlig unabhängig voneinander sind. Wird eine Fläche mit Messwerten versehen, so rutschen ihre Ecken an die exakte Position, ohne die anderen Teilflächen mit korrespondierenden Eckpunkten mitzuziehen. Diese müssen dann entsprechend manuell verschoben und gegebenenfalls gedreht und skaliert werden. Will man sich diese zusätzlichen Arbeitsschritte ersparen, ist es also zweckmäßig, jede skizzierte Teilfläche zunächst vollständig einzumessen und erst dann mit der Skizze der daran angrenzenden fortzufahren.
Bei der Eingabe und Änderung von Linien ist die Eingabe von absoluten und relativen Strecken möglich, wodurch eine Linie in mehrere Abschnitte unterteilt wird. Dies ist in der Regel notwendig, wenn in einer Wand Fenster oder Türen platziert werden sollen, deren Lage und Breite dann an diesen Teilungspunkten ausgerichtet werden kann. Bei Änderungen, sprich der Teilung einer bereits im Gesamten eingemessenen Linie, kann der Anwender mit den Pfeiltasten die Richtung, in der die Teilstrecken abgetragen werden, umschalten. In der getesteten Programmversion trat hier jedoch ein Fehler auf: Das Wechseln der Richtung führte dazu, dass bei manchen Linien in der Eingabezeile nicht mehr deren genaue Länge, sondern ein gerundeter Wert angezeigt wurde. Dies kann zu einem fehlerhaften Plan führen, wenn der gerundete Wert nicht bemerkt und beim nachträglichen Teilen der Linie als Gesamtmaß bestätigt wird. Solange der Hersteller dieses Problem nicht behoben hat, ist es ratsam, den Wert in der Eingabezeile stets auf Übereinstimmung mit der (in der Statuszeile angezeigten) korrekten Länge zu prüfen.
Wer will, kann die Grundrisszeichnungen von maxmess mit Verweisen auf Bilder, Videos und Audiodateien ergänzen – zur Dokumentation oder als multimediale Notizen, auf die bei der weiteren Projektbearbeitung zurückgegriffen werden kann. Bei der Allplan Metric Version des Programms bleiben diese Links beim Export nach Allplan erhalten und erlauben somit auch in Nemetscheks CAD-Software den Zugriff auf die hinterlegten Multimediadateien. Der Allplan-Export konvertiert die Raumflächen automatisch in Räume des CAD-Systems, Architekturbauteile wie Wände, Fenster und Türen müssen im CAD dann manuell ergänzt werden. Die Standardversion von maxmess bietet eine DXF-Schnittstelle sowie eine direkte Übergabe der Zeichnung an AutoCAD und ArCon.
Da maxmess von vornherein mit einer Projektstruktur arbeitet, ist das Raumbuch sozusagen ein Nebenprodukt der Zeichnung. Per Vorgabe steht lediglich das Feld »Bemerkungen« für zusätzliche Eingaben zur Verfügung, die dann zusammen mit den aus der Zeichnung stammenden Flächen und Stückzahlen (Fenster, Türen, Heizkörper) im
Ausdruck erscheinen. Mit dem optionalen Modul »FM Extensions« kann die Raumbuch-Datenbank um zusätzliche Felder erweitert werden. Um individuelle Auswertungen vorzunehmen oder um die erfassten Daten einem Facility-Management-System zur Verfügung zu stellen, kann der Anwender das Raumbuch ganz oder in Teilen nach MS Excel exportieren. Das Seitenlayout für den Ausdruck von Raumbuch, Messwertprotokoll und Dokumentation aus maxmess heraus ist fest vorgegeben. Wer damit nicht zufrieden ist – beispielsweise, weil dort stets der Briefkopf des Herstellers eingebaut ist – muss ebenfalls exportieren und die gewünschten Änderungen dann zum Beispiel in Word vornehmen.
UDS[m2] ist nur auf den ersten Blick eine CAD-Applikation. Programmlogik und Oberfläche sind völlig eigenständig, die CAD-Software ist lediglich der Empfänger der von UDS[m2] ausgegebenen Zeichenbefehle. Die Funktionalität von UDS[m2] ist deshalb stets dieselbe, egal ob es mit FelixCAD (wie im Test), AutoCAD oder einem CAD-Programm für Pocket PC zusammenarbeitet. Entwicklungsgeschichtlich ist das Programm für den Einsatz auf den tragbaren Minirechner ausgelegt, weshalb seine Bedieneroberfläche auf die kleinen, hochformatigen Displays dieser Geräte zugeschnitten ist. Zum Aufrufen von Funktion und Wechseln zwischen den verschiedenen Dialogen verwendet das Programm ausschließlich platzsparende Textschalter. Deren Beschriftung gibt zwar meist eindeutig Auskunft über ihren Zweck, es gibt aber eine ganze Reihe von Ausnahmen, beispielsweise die mit »direkt«, »indirekt« und »Stationen wählen« beschrifteten Schaltflächen oder die Option »koppeln«. Einfaches Ausprobieren führt hier kaum weiter, erst das Studium des Handbuchs bringt Licht ins Dunkel. Dort erfährt man, dass »direkt« und »indirekt« zwei Funktionen sind, mit denen ein Punkt über die Messung der Abstände von zwei zuvor ausgewählten, bekannten Punkten, den »Stationen«, konstruiert wird. Und »koppeln« bewirkt, dass dieser Punkt mit beiden Stationen durch eine Linie verbunden wird. Autodidaktisch ist das Programm aber trotz Handbuchunterstützung kaum mit vertretbarem Zeitaufwand erlernbar. Denn die Dokumentation weist teilweise beträchtliche Lücken auf, so dass die korrekte Vorgehensweise bei einigen nicht unwesentlichen Arbeitsschritten allenfalls erraten werden kann. Auch der an sich gute Ansatz, die Funktionsweise der Software anhand von Beispielprojekten schrittweise nahe zu bringen, ist im Handbuch leider nur unzureichend umgesetzt. Nachdem beim Test schon nach wenigen Schritten der Übungslektion kein Weiterkommen möglich war (die Beschreibung bezog sich offensichtlich auf eine ältere Programmversion), blieb nur der Anruf beim Hersteller. Im Gespräch konnten dann alle Fragen geklärt werden. Im Übrigen war zu erfahren, dass UDS dem Anwender das selbstständige Erlernen der Software ohnehin nicht zumuten möchte. Anstatt viel Aufwand in ein möglichst perfektes Handbuchs zu stecken (das dann womöglich trotzdem nicht gelesen oder verstanden wird), nimmt man sich deshalb lieber die Zeit, jedem Kunden eine individuelle (telefonische) Einführung in das Programm zu geben.
Sind die beschriebenen Einstiegshürden überwunden, erweist sich UDS[m2] als durchdachtes Programm, in das im Laufe seiner Entwicklung zahlreiche Anwenderwünsche eingeflossen sind. Dass UDS[m2] wesentlich mehr Funktionen als DisToPlan anbietet, obwohl damit im Grunde dieselben Aufgaben gelöst werden, verwundert zunächst. Dies erklärt sich jedoch meist damit, dass die AutoCAD-Applikation DisToPlan viele Basisfunktionen nicht selbst zur Verfügung stellen muss und auch bei einigen Funktionen die Auswahl von Varianten der Arbeitsweise dem Basisprogramm überlassen kann. UDS[m2] muss, da es mit verschiedenen CAD-Systemen zusammenarbeitet, alle benötigten Funktionen und einige Varianten dazu unter seiner eigenen Oberfläche anbieten. Es gibt in UDS[m2] aber auch einige zusätzliche Möglichkeiten, die man in DisToPlan vermisst; beispielsweise das Einfügen von Bildverweisen in die Zeichnung. Zudem bietet das Programm eine Reihe von Hilfsmitteln zum Zeichnen von Aufrissen beziehungsweise Schnitten. Sie gehen jedoch alle von rechtwinkligen Bauteilen aus und sind deshalb nicht universell verwendbar.
Die Übersicht und damit auch Bediener-freundlichkeit leidet in UDS[m2] allerdings unter der Kombination aus vielen Funktionen und einer minimierten Programmoberfläche. Letztere verhindert auch ein komfortables Arbeiten mit der zuschaltbaren »Projektverwaltung« (Raumbuch), da man auf eine übersichtliche Darstellung – etwa als Baumstruktur – verzichten muss.
Nicht ganz nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang auch, warum Fläche und Umfang eines Raumes beim Erfassen der Raumdaten und setzen eines Raumstempels auf jeden Fall manuell durch Abgreifen aller Eckpunkte ermittelt werden müssen. Denn das Programm kennt diese Werte ohnehin und zeigt sie im Untermenü »Statistik«
auch an.
Dass UDS[m2] auch wenn es in einer Version für Windows XP angeboten wird, am effizientesten auf einem Pocket PC genutzt werden kann, zeigt sich auch in der Art der Zusammenarbeit mit dem angeschlossenen Laser-Distanzmessgerät. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen Programmen kann UDS[m2] das Messgerät fernsteuern. Dieses muss dazu lediglich ausgerichtet werden, die Messung und Übertragung des Messwerts erfolgt nach einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche im Programm (ohne einen einzigen Tastendruck am Handlaser selbst) nach einer einstellbaren Verzögerungszeit. Diese praktische Verfahren bedingt aber, um effizient nutzbar zu sein, dass Software und Distanzmessgerät in unmittelbarem Zugriff sind oder zu zweit (einer hält den Handlaser, der andere startet die Messung mit dem Programm) aufge-messen wird.
Fazit DisToPlan und UDS[m2] sind solide Programme mit im Grunde sehr ähnlicher Funktionalität. Wobei UDS[m2] über etwas mehr Konstruktionsvarianten verfügt. Diese eigentlich zur Verbesserung des Komforts gedachten Features machen die Software allerdings unübersichtlicher und bremsen den Einsteiger beim selbstständigen Erkunden aus – zumal das Handbuch viele Fragen offen lässt. Vorausgesetzt man beherrscht die Programme – was bei DisToPlan auch autodidaktisch, bei UDS[m2] wohl nur nach Einweisung durch den Hersteller oder einen erfahrenen Anwender erreicht werden kann –, dürften vorhandene Geräteausstattung und persönliche Vorlieben letztlich das entscheidende Kriterium für die eine oder die andere Lösung sein. Wer auf größtmögliche Mobilität beim Aufmaß Wert legt, ist mit UDS[m2] auf einem Pocket PC am besten beraten. Soll hingegen ein vorhandenes Notebook Verwendung finden (auf dem sogar vielleicht schon AutoCAD (LT) installiert ist), hat DisToPlan aufgrund seiner für das semi-mobile Aufmaß praktischen Möglichkeit, eine Folge von übertragenen Messwerten zunächst in einer Liste zu sammeln, die Nase vorn. Auch Raumbuch/Flächenverwaltung sind besser zu handhaben, da DisToPlan nicht wie USD[m2] mit einer auf das Westentaschenformat komprimierten Programmoberfläche auskommen muss.
maxmess auf einem Tablet PC ist ein gelungener Kompromiss zwischen Mobilität beim Aufmaß und komfortabler Bedienung durch eine übersichtliche Oberfläche mit ausreichend Platz für die Darstellung der Zeichnungen. Sein Konzept, Flächen zunächst frei Schnauze einzufügen und diese Skizze erst in einem zweiten Schritt durch die Eingabe von Messwerten in eine maßstäbliche Zeichnung zu überführen, könnte zwar noch verbessert werden, verdient aber schon in der gegenwärtigen Form das Prädikat »architektengerecht«. Und nicht zuletzt überzeugt maxmess dadurch, dass die erstellten Grundrisse keine »dummen« Strichzeichnungen sind, sondern das Aufmaß darin jederzeit nachvollziehbar bleibt. jr
Preise:
DistoPlan: 1400 Euro, Studenten können kostenlose Leihstellung für Projekte erhalten
maxmess/Allplan Metric: 995 Euro, Studentenlizenz 85 Euro, Zusatzmodul FM Extensions 495 Euro
UDS[m2]: nur Programm 1550 Euro, zusammen mit CAD-Software ab 1940 Euro, Hochschullizenzen kostenlos
Bezugsquellen:
braasch & jäschke computertechnik
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