Lichtregen im Louvre

Beim Entwurf des Louvre von Abu Dhabi ließ sich Jean Nouvel von der Stadt Medina und typischen arabischen Siedlungen inspirieren. Es entstand eine Art Museums-Stadt mit 55 weißen Gebäuden, zu einer Einheit zusammengefasst durch die riesige stählerne Kuppel. Acht Schichten aus Stahlornamenten bilden ein sternförmiges Gitter und filtern das Licht wie ein Blätterwerk, lassen Helligkeit herein und schützen doch vor Hitze und Sonne. Nouvel spricht von einem »Lichtregen«, der einzelne Bereiche hervorhebt und andere nur erahnen lässt. Eine besondere Lichtstimmung wünschte er sich auch für die 23 Ausstellungskuben, die sich großteils unter der Kuppel befinden. Exponate müssen ins rechte Licht gerückt werden und gleichzeitig vor Schaden durch zu grelle Einstrahlung bewahrt werden. Gefordert ist eine möglichst blendfreie und breit gestreute Belichtung. Um die von Nouvel gewünschte Lichtstimmung zu erzielen, dienen Decken aus Gussglas als natürliche Lichtquelle – die nötige Lichtbrechung entsteht durch die Facettierung der Gläser. Die Decken bestehen aus je zwei laminierten Gussgläsern mit unterschiedlichen Strukturen oder sind verdreht zueinander eingebaut. Im Saint-Gobain Gussglaswerk in Mannheim erprobten die Glasexperten gemeinsam mit dem Architekten diverse Kombinationen von Gussgläsern, bis die gewünschten Effekte erreicht waren. Letztendlich kamen rund 25 000 unterschiedliche Scheibenmaße und 18 verschiedene Glastypen zum Einsatz. ~ag

SAINT-GOBAIN Building Glass
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