Innovative Bandtechnik in der Uniklinik Jena gewährleistet das lichte Zargenmass und sorgt für reibungslosen Bettenverkehr im Gebäude

Komfortabler Durchgang im Krankenhaus

In der Vergangenheit waren die medizinischen Kliniken- und Institutsbauten der Uniklinik Jena über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Dies sorgte für jährlich über 32 000 Patiententransporte, was mit großem finanziellen und logistischen Aufwand verbunden war und die medizinische Versorgung erschwerte. Durch den Neubau des Universitätsklinikums in Jena-Lobeda hat sich die medizinische Situation grundlegend geändert: Der zentrale Klinikneubau mit einer Gesamtfläche von 130 000 m² war die größte Baustelle in Thüringen und ist nun eines der modernsten Krankenhäuser Europas.

~Carsten Huber

Komfortabler Durchgang im Krankenhaus
Der erste Bauabschnitt für das neue Klinikum wurde bereits 2004 abgeschlossen. Im Jahr 2013 erfolgte die Grundsteinlegung für den zweiten Abschnitt und im November 2016 wurde der Neubau mit einer Nutzfläche von 50 000 m² feierlich übergeben. Für den zweiten Bauabschnitt (2. BA) hat das Universitätsklinikum als Bauherr im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung Züblin als Generalunternehmer und das Architekturbüro Wörner, Traxler, Richter beauftragt. Dieser Bauabschnitt beinhaltet über 710 Patientenbetten, 12 Operationssäle, drei Medizinische Zentren und zwei Forschungsgebäude mit 15 Kliniken und Instituten sowie Einrichtungen für Forschung und Lehre. Zum Projekt gehörte auch die Neugestaltung eines Parks. Die Investitionskosten für den 2. BA belaufen sich auf etwa 310 Mio. Euro.
Umzug in neue Räume
Nach der Übergabe der Gebäude an die Uniklinik erfolgte der Umzug der Patienten von den alten Standorten in der Innenstadt in die neuen Klinikräume nach Lobeda – die nun frei gewordenen Gebäude sollen neue Nutzungen erhalten. Der neue Standort sorgt durch die kompakte Anordnung der Gebäudekomplexe für eine moderne Infrastruktur mit kurzen Wegen für eine optimale Vernetzung der Klinken innerhalb des Geländes. Als größte Klinik in Thüringen versorgt die Uniklinik pro Jahr über 53 000 Patienten stationär und rund 275 000 Menschen ambulant. Durch die neuen, geräumig ausgestatteten Zimmer mit Bad erhöht sich der Komfort für die Patienten deutlich. Ebenso verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter bei der Versorgung der Menschen und der Logistik von Betten, medizinischen Geräten und Rollstühlen innerhalb der Räume.
Bandtechnik für Krankenhaus-Anforderungen
Sicherheit und Effizienz spielen bei der Planung und dem späterem täglichen Ablauf in Krankenhäusern eine entscheidende Rolle. Die Ansprüche an Funktion, Qualität und Logistik in diesen Gebäuden zur Sicherung von effektiven Arbeitsabläufen sind sehr hoch. Patientenbetten, Rollstühle und medizinische Geräte müssen jederzeit problemlos ohne großen Personaleinsatz zwischen den Räumen und durch die Zimmertüren bewegt werden können. Um den reibungslosen Transport und einen vollständigen Durchgang durch die Türen zu gewährleisten, entschieden sich Bauherr und Architekten für den Einsatz einer speziellen Bandtechnik von Simonswerk. Mit dem Bandsystem »VARIANT VX 7749/160-4 Care« bleiben die geplanten Durchgangsmaße der Zargen immer auch reale Durchgangsmaße, da sich die Türen im 90 °-Winkel vollkommen aus dem Zargendurchgang öffnen lassen. Durch den Einsatz von VARIANT Care schwenkt das Türblatt komplett aus der Zarge heraus und gibt so die gesamte Türbreite als Passierfläche frei. Eine Behinderung des Durchgangs durch das Türblatt wird ausgeschlossen, sodass ein reibungsloses Durchqueren auch mit Betten oder medizinischen Geräten komfortabel möglich ist.
Gestalterische und technische Aspekte
Nicht nur die technische Funktion, auch die zu erwartende Belastung der Tür war bei der Auswahl der Bandtechnik von entscheidender Bedeutung. In einem öffentlichen Gebäude wie dem Krankenhaus sind die besonderen Anforderungen durch hohe Öffnungsfrequenzen, tägliche Belastungen und das Türgewicht zu berücksichtigen.
Mit dem Einbau eines dritten Bands wird das obere Band, bei dem die Hauptzugkräfte auftreten, unterstützt und entlastet. Aufgrund des Türgewichts und der zu erwartenden Belastungen wurden die mit Schallschutzfunktion ausgerichteten Türen der Patientenzimmer in der Uniklinik Jena jeweils mit drei Objektbändern »VARIANT VX« ausgestattet. Bei den asymmetrischen, doppelflügeligen Türen der Funktionsräume wurden zugunsten des einheitlichen Erscheinungsbilds auch die kleineren Türflügel, die nur bei Bedarf selten geöffnet werden, mit einem dritten Bandsystem versehen. Die eingesetzte Modellausführung VARIANT Care verfügt über einen Belastungswert von 100 kg pro Türflügel. Ein weiterer Vorzug ist die stabile Bandrolle mit 160 mm Länge und 22,5 mm Ø.
Das passende Aufnahmeelement der Marke VARIANT VX für die ausgewählte Bandtechnik hat eine 3D Verstelltechnik, die eine stufenlose Justierung von jeweils +/- 3,0 mm zur Seite und Höhe sowie die Veränderung des Andrucks von +/- 3,0 mm ermöglicht. Das Band verfügt über einen 180 ° Öffnungswinkel. Die verdeckt liegenden, wartungsfreien Gleitlager gewährleisten eine dauerhaft sichere Funktion. Die hier eingesetzte VARIANT Care Bandtechnik kann für ungefälzte Objekttüren mit 40 -70 mm Türblattdicke an Holz-, Stahl- und Aluminiumzargen eingesetzt werden. Sie ist für die Funktionsbereiche Feuer-, Rauch- und Schallschutz zugelassen. Als Oberfläche ist die Ausführung Edelstahl matt gebürstet lieferbar, auf Anfrage sind auch weitere Oberflächen möglich.
Made in Germany für den weltweiten Einsatz
Die Produktion der Simonswerk Bandsysteme für Objekt-, Wohnraum- und Haustüren erfolgt mit knapp 550 Mitarbeitern seit über 125 Jahren in Deutschland am Unternehmenssitz Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen und seit 1992 auch an einem weiteren Produktionsstandort in Heilbad Heiligenstadt (Thüringen). Für Türen aus Holz, Stahl, Aluminium, Kunststoff und Glas gehören rund 2 000 Modellvarianten in fast 5 000 Varianten zum Sortiment. Alle Bandsysteme wurden mit der Umweltproduktdeklaration EPD vom Institut für Fenstertechnik e. V. zertifiziert und erfüllen damit sämtliche Anforderungen für eine nachhaltige und ökologische Gebäudebewertung.
Der Autor ist Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation bei SIMONSWERK.

Standort: Jena Lobeda-Ost
Bauherr: Universitätsklinikum Jena
Architekten: Wörner Traxler Richter
Fertigstellung (2. BA): 2016
Nutzfläche (2. BA): 50 000 m2
Bausumme (2. BA): 310 Mio. Euro
Bandtechnik: SIMONSWERK VARIANT Care