Intarsien für Linoleum- und Vinylbeläge — Hersteller-Fachbeitrag von Armstrong

Inspiration für den Boden

Intarsien im Boden machen Räume zu Unikaten. Ob floral oder grafisch, spielerisch oder dezent — die Möglichkeiten für kreative Bodenentwürfe sind weit gefächert, denn Intarsien eignen sich für unterschiedliche Einsatzbereiche. Dabei hat sich der einst rein dekorative Charakter um funktionale Aspekte der Raumgestaltung erweitert.

Intarsien im Boden setzen nicht nur gestalterisch Akzente, mit ihnen können Räume und Flächen strukturiert, Bereiche gekennzeichnet oder eine schnelle Orientierung und Wegeleitung im Gebäude unterstützt werden. Intarsien (ital. intarsiare = einlegen) entstehen durch präzises Ausschneiden und Einsetzen von unterschiedlich farbigen Bodenbelägen. Neben Bildern, Zahlen und Symbolen lassen sich auch Schriftzüge, sogenannte Mandalas oder Ornamente, Friese und Bordüren abbilden. Je nach Anwendung sind der kreativen Ausgestaltung kaum Grenzen gesetzt.

Orientierung im Gesundheitswesen
In Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen, wo weitläufige Geschosse oder Stationen sowie verzweigte Flure schon mal die Orientierung erschweren können, helfen wiederkehrende oder sich fortsetzende Motive bei der einfachen Wegeleitung. Über bekannte Symbole, informative Piktogramme und Zeichen am Boden lassen sich zudem Notausgänge, Fluchtwege oder Sanitätsräume im Gebäude ausweisen.
Spielerisch zurechtfinden
Besonders in Kindergärten, Schulen oder beim Kinderarzt lassen fröhlich gestaltete Motive Kinderaugen strahlen. Obendrein können sie einzelne Bereiche markieren und auf diese Weise das Zurechtfinden erleichtern. So kann beispielsweise jedes Klassen-, Gruppen- oder Behandlungszimmer mit einem eigenen Tiermotiv gekennzeichnet werden, das sich die Kinder leicht merken können. Auch lassen sich Spielzimmer von Lern- oder Schlafräumen abgrenzen. Ziehen sich schwierige Formeln oder wichtige Jahreszahlen in knalligen Farben über die Schulflure, bleiben sie ganz nebenbei im Gedächtnis.
Individualisierte Shop- und Hotelgestaltung
Intarsien setzen Raumakzente – insbesondere personalisierte Entwürfe. In Hotels, Läden, der Gastronomie und anderen öffentlichen Gebäuden können individuelle Schriftzüge bzw. das Firmenlogo abgebildet und zum Blickfang werden. In Eingangs- oder Laufzonen sind sie optimal platziert. Bordüren, Friese und Ornamente verleihen dem Boden eine elegante Anmutung. Neben floralen Mustern sind hier grafische Motivreihen beliebt, die an die Anfänge des Intarsien-Handwerks erinnern.
Ornamente in der Modernen Architektur
Tradition hat v. a. die Ausgestaltung von Linoleumböden mittels eingelegter Ornamente. So wurde die Ästhetik künstlerisch gestalteten Linoleums im frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bestandteil der zeitgenössischen Architektur. Es waren bekannte Architekten, Designer und Künstler, die dem sogenannten Inlaid-Linoleum zu anspruchsvollen, oft an den Jugendstil angelehnten Dessins verhalfen. Zu ihnen gehörten Bruno Taut, Carl Eeg, Albin Müller, Henry van de Velde und – allen voran – Peter Behrens. 1905 entwarf er für die Anker-Werke das populäre Kreis-Quadrat-Motiv, welches acht Jahre später im Bremer Rathaus Verwendung fand. Doch auch Kritiker der meist schnörkeligen und schwungvollen Ornamente blieben nicht aus. Besonders populär wurde Adolf Loos´ Schrift »Ornament und Verbrechen« aus dem Jahr 1908. Für die Herstellung des damals üblichen Inlaid-Linoleums wurde »Waltonzement« unter Beimengung von Holzmehl, Farb- und Füllstoffen verwendet, das geschichtet über Zinkblechschablonen auf das Juteträgergewebe aufgetragen und anschließend gepresst und geglättet wurde.
Von der Idee zur Verwirklichung
Heute können Intarsien dank moderner Ultraschall-Schneidetechnik relativ einfach angefertigt werden. Dabei helfen nicht zuletzt die besonderen Materialeigenschaften: Linoleum- und Vinylbeläge lassen sich leicht schneiden und nahtlos wieder zusammensetzen. Als Vorlage dienen Bilder, Zeichnungen oder Bilddaten, die anhand von CAD-Programmen skizziert und anschließend digital auf die Schneideanlage übertragen werden.
Ein konisch geformtes Messer schneidet das gewünschte Motiv rückseitig aus dem vakuumfixierten und bereits mit einem Juterücken versehenen Linoleum heraus. Anhand eines passenden Gegenstücks wird der Belag später wieder ausgefüllt: Die hochfrequente Messerschwingung von 20 000 Hz verringert die Reibungskraft zwischen Messer und Material enorm, wodurch sehr präzise Schnitte möglich sind. So lässt sich sicherstellen, dass später alle Schnittteile millimetergenau ineinander passen.
Dank der konturenscharfen Schneidetechnik sind auch Sonderanfertigungen nach individuellen Wünschen, beispielsweise Logos, Schriftzüge oder Mandalas möglich. Dabei sollten die schmalsten Bildstellen jedoch mindestens 5 mm breit sein, um Materialbrüche zu vermeiden. Bei der anschließenden Verlegung werden die einzeln zugeschnittenen Muster von Hand zusammengefügt. •
~Katrin Riedrich
  • Die Autorin ist gelernte Groß-und Außenhandelskauffrau und studierte im Anschluss berufsbegleitend Marketing. Seit 2007 ist sie Leiterin Vertriebsmarketing Central Europe von Armstrong sowie verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im deutschsprachigen Raum.
  • Armstrong www.armstrong.de