Holz- und Stahlbau

~Anke Geldmacher

Dass es bei Erdbeben immer wieder zu vielen Todesopfern kommt, führen Experten auf mangelnde Vorsichtsmaßnahmen, v. a. aber auf die Bauweise der Häuser und nicht eingehaltene Standards zurück. Denn in den Risikogebieten wird oft nicht erdbebensicher gebaut.
Gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt das Zentrum für leichte und umweltgerechte Bauten des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI, Baumaterialien, die Gebäude bei Naturkatastrophen vor dem Einsturz schützen.

Derzeit arbeiten die Ingenieure an ultra-hochleistungsfähigen Momentenverbindungen, die auch hohe Bauten erdbebensicher machen. Die sensorkontrollierten Verbindungen aus Stahl bringen eine hohe Steifigkeit mit und sind gleichzeitig elastisch genug, um ein Haus bei schweren Erschütterungen zusammenzuhalten.

Projektleiter Norbert Rüther plädiert dafür, künftig auch höhere Gebäude aus Holz zu bauen: »Das Material hat eine sehr hohe Festigkeit, ist leicht und dennoch sehr stabil, ideal bei Erdbeben. Seine mechanischen Eigenschaften sind durchaus vergleichbar mit hochfesten Kompositen – bei wesentlich geringeren Materialkosten.«

Die Momentenverbinder liegen derzeit als Prototypen vor und sollen in ein bis zwei Jahren serienreif sein.