Schiebe-Dreh-System: Filigrane Ganzglasflügel als flexibler Wetterschutz

Highlight einer Perlenkette

Der 17 bzw. 20 Etagen hohe Twintower »Kristall« reiht sich in die »Perlenkette« entlang der Hamburger Hafen-Skyline ein. Der Wohnturm beherbergt Eigentumswohnungen der Luxusklasse mit bis zu 360 m² Wohnfläche. Entworfen haben ihn die Rotterdamer Architekten und Stadtplaner von KCAP Kees Christiaanse in Zusammenarbeit mit dem Kölner Büro ASTOC. Vor dem rauhen Hamburger Wetter schützt die Bewohner auf ihren Balkonen ein eleganter und unauffälliger gläserner Vorhang.

Das Hochhaus an der Großen Elbstraße 57 überragt den Holzhafen und bietet seinen Bewohnern einen herrlichen Rundblick über die Elbe, die Stadt und die entstehende Elbphilharmonie. Der unregelmäßige Grundriss und die feingliedrige Glasfassade mit außenbündigen Kastenfenstern verleihen dem Gebäude sein kristallines Aussehen. Über einem schwarzen Natursteinsockel wächst der kantige Glasbau empor und verzweigt sich in den oberen Geschossen zu zwei »Armen«. Diese sind an der Nordseite durch eine Erschließungszone miteinander verbunden. Deutschlands höchste gläserne Außenaufzüge (66 m laut Hersteller) lassen schon die Fahrt nach oben zu einem Erlebnis werden.

Die spektakuläre Sicht setzt sich in den Wohnungen fort und findet ihren Höhepunkt in den großen Außenbereichen. Tiefe Balkone, Loggien und Dachterrassen bieten eine weite Sicht, die hier allerdings auch ihre rauen Seiten hat: Wegen des Hafenlärms wurden die Decken schalldämmend ausgeführt, zusätzlich schützen viele Eigentümer ihren Balkon mit einer rahmenlosen Verglasung der Firma Solarlux gegen Wind und Wetter. Das filigran gestaltete Schiebe-Dreh-System wird oberhalb der Glasbrüstung eingesetzt und ist auch im geschlossenen Zustand kaum zu sehen. Obwohl eine spätere Nachrüstung der Balkone jederzeit möglich ist, haben sich etliche Eigentümer sofort für den flexiblen Wetterschutz entschieden.
Derzeit sind 19 Loggien mit dem Schiebe-Dreh-System SL 25 verglast. Im Gegensatz zu reinen Schiebesystemen bietet diese Technik eine deutlich weitere Öffnung bei gleichzeitig schmalerer Führungsschiene (der hier gezeigte Balkon nimmt ein System aus 15 beweglichen Scheiben mit einer beeindruckenden Gesamtlänge von knapp 12 m auf). Das erste Glaselement öffnet sich bequem über einen schlichten Edelstahlseilzug. Danach lassen sich sechs Flügel nach links und neun nach rechts schieben und zu zwei durchsichtigen, kompakten Glaspaketen wegdrehen. Dank der kugelgelagerten Lauftechnik geht das vollkommen laut- und mühelos. Die Fensteraußenflächen können unkompliziert vom Balkon aus gereinigt werden.
Für die Wahl eines Schiebe-Dreh-Systems des deutschen Herstellers und Entwicklers sprachen mehrere Gründe – angefangen bei der Langlebigkeit, die im Wohnungsbau immer Vorrausetzung sein sollte. Wie alle Solarlux-Produkte trägt auch die SL 25 das Gütesiegel »Made in Germany«, ist aus hochwertigen Materialien gefertigt und von extern geprüfter, verlässlicher Qualität. Trotz einer Bautiefe von nur 27 mm reduziert das dauerbelüftete, wartungsfreie Aluminium-Profilsystem den Schall um deutlich wahrnehmbare 17 Db und bietet optimalen Witterungsschutz. Wohnungseigentümer profitieren davon doppelt: Der Witterungsschutz wirkt sich langfristig auch positiv auf die Instandhaltungskosten der Balkone aus. Architekten schätzen die SL 25 von den ersten Planungsschritten an: Die Balkonverglasung lässt sich mit nahezu allen denkbaren Grundrissformen kombinieren. Als Systemhersteller bietet Solarlux zudem während der gesamten Bauabwicklung umfassende Unterstützung und Beratung und ist auch für knifflige Sonderlösungen offen.
Das Wichtigste aber ist: Ob im Frühling oder Herbst, in den Abendstunden oder bei Wind und Regen – die Bewohner können mehr Zeit auf ihrem Balkon verbringen, ohne Abstriche machen zu müssen. Bei warmen Temperaturen lässt sich das System im Handumdrehen öffnen, und da die Ganzglas-Flügel so gut wie unsichtbar sind, geht der Balkoncharakter auch im geschlossenen Zustand nicht verloren. Diesen Eindruck gewinnt auch der Passant, der von außen auf den Wohnturm blickt. Ob offen oder »zugezogen«, die Glasvorhänge sind kaum zu sehen. Der Kristall bleibt hell und durchscheinend. •
~Werner Helmich
  • Der Autor ist Leiter des Bereichs Produktinnovationen bei Solarlux, Er ist seit 28 Jahren im Unternehmen tätig und betreut im Besonderen die Produktneuentwicklungen sowie Objekte, bei denen spezielle Lösungen gefordert sind.
  • SOLARLUX www.solarlux.de
Standort: Große Elbstraße 57, 22767 Hamburg Architekten: KCAP Kees Christiaanse mit ASTOC Bauherr: B&L Gruppe, Hamburg Bauleitung, Ausschreibung, Vergabe, Projektsteuerung ab Vergabe: apm projektmanagement & baudurchführung Ausführungsplanung: WGK Planungsgesellschaft Ausführungsplanung TGA: Ingenieurbüro für Energie- und Haustechnik Andreas Duba, Tröbnitz; ARGE Holzhafen Hamburg West; Kristall: Alpine Deutschland, BSS Beton-System Schalungsbau Größe Wohnhochhaus: BRI ca. 30 600 m³ Fertigstellung: 2011
Eingesetztes Solarlux-Produkt: Schiebe-Dreh-System SL 25