gestampft

Der neue Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde Herbolzheim-Rheinhausen befindet sich zwischen Schulstraße und der eigentlichen Kirche und beherbergt den Gemeindesaal, eine Küche, Funktionsräume und ein Foyer in Richtung Kirchplatz. Im rückwärtigen Bereich öffnet sich der Gemeindesaal zum Garten. Durch seine eingeschossige Bauweise passt er sich ideal dem Gelände und der Bestandsbebauung an. Das Polygon wirkt wie eine optische Verlängerung der Friedhofsmauer. »Dieser Eindruck entsteht v. a. durch die Stampfbetonfassade mit ihren vielfältigen Farbpigmentierungen in variierenden Lagenhöhen«, erklärt Marc Lösch, Geschäftsführer bei K9 Architekten, die den Neubau und das Instandhaltungskonzept geplant haben. Neubau, barocke Kirche und denkmalgeschützter Altbau bilden nun ein stimmiges Ensemble. Stampfbeton gehört zu den ältesten Betonarten und geht auf das Anfang des 17. Jahrhunderts in Frankreich praktizierte Pisé-Verfahren zurück, bei dem Lehm zu Wänden gestampft wurde. Beim Stampfbeton hingegen wird unbewehrter Beton auf Basis von Natursteinen und Zement durch Druckstöße verdichtet. Als 300 Jahre später die Ära des Stahlbetons begann, geriet Stampfbeton in Vergessenheit. Seit einigen Jahren erlebt er eine Art Renaissance, weil das schichtweise Betonieren und Verdichten eine besondere Ästhetik ermöglicht. ~ag

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