Automatik-Schiebetüren für verschiedene Einsatzmöglichkeiten

Funktion und Transparenz vereint

Viele Ein- und Durchgänge von öffentlichen Gebäuden werden mit automatischen Türsystemen ausgestattet, da diese einen komfortablen und barrierefreien Personendurchgang ermöglichen, z. B. in Einkaufszentren, Bahnhöfen, Hotels oder Krankenhäusern. Planer und Betreiber wünschen häufig Automatik-Schiebetürsysteme anstelle von Drehflügel- oder Pendeltüren, da sie die Anforderungen an Funktion und Transparenz besser erfüllen.

~Uwe Humann

Funktion und Transparenz vereint
Häufig müssen Türen in öffentlichen Gebäuden nicht mehr selbstständig betätigt werden. Automatik-Schiebetüren öffnen sich, sobald sich eine Person nähert, ermöglichen einen komfortablen Durchgang und schließen danach wieder. Bei der Planung öffentlicher Gebäuden spielt außerdem die Vermeidung baulicher Barrieren eine wichtige Rolle – Automatik-Schiebetüren eignen sich somit v. a. für die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden, da kein bewusstes Öffnen und Schließen durch die Nutzer erforderlich ist. Zudem schwenken die Türflügel nicht in Richtung der Nutzer aus, sondern geben die komplette Durchgangsbreite frei, da die Türflügel platzsparend vor oder in die Wand laufen.
Automatik-Schiebetürsysteme sind aber ebenso dort gefordert, wo viele Personen die Ein- und Durchgangsbereiche passieren oder Windfanglösungen in Eingangsbereichen benötigt werden, um einem Wärmeverlust vorzubeugen. In einer schleusenartigen Anordnung von zwei Automatik-Schiebetüren, schließt sich die außenliegende Schiebetür, bevor die zweite Tür sich öffnet und den Eintritt in das Gebäude ermöglicht. Diese Türlösung reduziert das Eindringen von Zugluft und Kälte und trägt zu einer höheren Energieeffizienz bei, insbesondere wenn die Außentür eine gute Wärmedämmung aufweist, wie z. B. die »AD 100 Thermo« von Hörmann.
Funktionen vereint
Jedes öffentliche Gebäude muss hohe Brandschutz- und Fluchtweganforderungen erfüllen. Auch für diesen Einsatz gibt es verschiedene Automatik-Schiebetüren, die mit Funktionen wie Brand-, Rauchschutz oder Fluchtweg ausgestattet sind. Hörmann hat ein System entwickelt, das die funktionalen Anforderungen an Brandschutz, Rauchschutz, Fluchtweg, Barrierefreiheit, Einbruchhemmung sowie Wärme- und Schalldämmung vereint. Dies gelingt durch die Kombination von Automatik-Schiebetüren mit Aluminium-Rohrrahmenelementen (z. B. »AS30-X/FR«) oder Stahl-Feuerschutztüren (»ASH3 OD/FR«; »ASTS 30/FR«). Kombinationen mit zusätzlichen Rollgittern stellen eine einbruchhemmende Lösung mit RC 2-Ausstattung dar, die u. a. als Ladenabschlüsse zum Einsatz kommen können. Optional können Automatik-Schiebetüren mit Zugangskontrollen wie Codetastern oder Fingerlesern versehen werden, die nur autorisierten Personen Zutritt gewähren. Dank der vollflächigen Verglasung und der schmalen Aluminiumprofile lassen sich all diese funktionalen Aspekte dennoch in einer transparenten Gestaltung umsetzen.
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme
Bei der Wahl der passenden Automatik-Schiebetür sollte der Fokus auf den gewünschten Funktionen – beispielsweise Fluchtweg oder Brandschutz – und auf dem zukünftigen Anwendungsbereich liegen. Für die Umsetzbarkeit der Produktlösung ist die Situation vor Ort entscheidend: Es muss festgestellt werden, welche baulichen Gegebenheiten vorliegen, ob es etwas bei den Durchgangsbreiten zu beachten gibt und ob das Gewicht der gesamten Anlage im zulässigen Rahmen liegt. Für die Antriebe der Schiebetüren muss die Kabelverlegung mit einem Elektriker abgestimmt werden. In der Regel erfolgt diese Verlegung bauseitig unter Putz vor der Installation der Türanlage. Eine Kabelverlegung auf Putz ist ebenso möglich, sodass auch der nachträgliche Einbau einer automatischen Schiebetüranlage ohne Aufstemmarbeiten am Mauerwerk erfolgen kann. Werden die Automatik-Schiebetüren in hoch frequentierten Ein- und Durchgängen installiert, sollte der zuständige Verarbeiter auf die Dauerhaftigkeit des Antriebs achten, damit die Funktionsfähigkeit auch bei hohen Öffnungsfrequenzen gewährleistet ist und die Anlage langfristig nutzbar ist. Hörmann bietet einen Produktkonfigurator an, mit dem das System Schritt für Schritt zusammengestellt und auf dessen Ausführbarkeit hin überprüft wird.
Bedienungssicherheit und Wartung
Als wichtigste Anforderung an die spätere Nutzungs- und Bediensicherheit gilt es, potenzielle Gefahrenquellen konstruktiv zu vermeiden. Diese Anforderungen werden in der EN 16005 »Kraftbetätigte Türen – Nutzungssicherheit – Anforderungen und Prüfverfahren« geregelt. Wesentlich ist der Schutz an Gefahrenstellen: Unbedingt notwendig ist hier eine Sensortechnik, die den Durchgang normgerecht absichert und die Bewegung des Türflügels stoppt, sobald dieser auf ein Hindernis auftrifft. Ein geöffneter Türflügel muss zudem einen Abstand von mindestens 200 mm zur Wand oder anderen baulichen Hindernissen einhalten, um in diesem Bereich – der »Nebenkante« – Quetschungen zu vermeiden. Bei geringeren Platzverhältnissen (≤200 mm) besteht die Möglichkeit, die Nebenkante durch einen Aktiv-Infrarotsensor oder einen Schutzflügel, hinter den der Fahrflügel einläuft, abzusichern.
Grundsätzlich ist der Hersteller von Automatik-Schiebetüren für die Einhaltung der gültigen Normen und Richtlinien bei Auslieferung verantwortlich. Alle Türanlagen von Hörmann werden nach der EN 16005 und der »Richtlinie über automatisierte Schiebetüren in Rettungswegen (AutSchR)« gefertigt. Brandschutztüren entsprechen zusätzlich der EN 16034. All diese Türen sind geprüft und besitzen das entsprechende Zertifikat und die CE-Kennzeichnung.
Als Teil der Gebäudesicherung stellen Brandschutz- oder Fluchtwegtüren Bauprodukte aus der Bauregelliste des DIBt dar und dürfen nur von zertifizierten Monteuren eingebaut und in Betrieb genommen werden. Hörmann führt neben der fachgerechten Montage auch die mindestens jährlich vorgeschriebene Wartung und weitere Serviceleistungen durch.
Der Autor ist Verkaufsleiter für Automatik Türsysteme bei Hörmann.