Durchgängige Raumwirkung durch Schiebetürelemente

Frei-Raum

Um eine offene, weitläufige Wohnatmosphäre zu erzielen, wurden in einem Einfamilienhaus in Wolfsburg die Räume mit großzügigen Wandöffnungen verbunden. Bei Bedarf lassen sie sich durch Schiebetüren schließen, die einerseits als Designelement wirken und andererseits in geöffnetem Zustand gänzlich unsichtbar in der Wand verschwinden. Möglich macht das die ausgetüftelte und zugleich robuste Rahmenkonstruktion von eclisse.

Der Klieversberg in Wolfsburg ist ein geschichtsverbundener Ort mit Denkmälern und Erinnerungsstätten. Darüber hinaus dient er als Naherholungsgebiet und bietet einen bemerkenswerten Ausblick über die Stadt. Hier entstand ein neues Wohngebiet: Zusammen mit dem Büro Gaudlitz Architekten realisierte das Unternehmen Moretti Wohn- und Bauprojekte 40 Wohneinheiten als Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser – darunter auch das neue Eigenheim von Marco Moretti. Die Siedlung passt sich der Topografie an, staffelt sich entlang des Hügels und ist so angelegt, dass der Ausblick über Wolfsburg überall erlebbar ist. Im Kontrast zu den organischen Formen der Natur sind die einzelnen Baukörper von klaren Linien und einfachen Kubaturen geprägt.

Klare Raumstruktur
Im Innern der Gebäude setzt sich diese stringente Architektursprache fort – die Grundrisse sind einfach strukturiert und erlauben eine schnelle Orientierung. Dies zeigt sich auch am Wohnhaus Moretti. Es befindet sich am nördlichen Rand der Siedlung und ist von Ost nach West ausgerichtet; die Erschließung erfolgt über eine Anliegerstraße. Aufgrund der Hanglage wurde auf einen richtigen Keller verzichtet, das EG, das sich nach Norden und Westen mit dem dorthin abfallenden Hang öffnet, übernimmt diese Funktion. Hier ist zudem die Doppelgarage ins Haus integriert. In die oberen Bereiche führt das durchgesteckte Treppenhaus auf der Mittelachse.
Die Wohnebene befindet sich im 1. OG. Sie umfasst eine großzügige Wohnküche, die sich über die gesamte Westhälfte erstreckt und sich zum Garten und der vorgelagerten Balkonterrasse ausrichtet. Über große Wandöffnungen ist sie mit dem Treppenhaus verbunden. Dieses gewährt wiederum Zugang zu Wohn- und Gästezimmer in der anderen Geschosshälfte. Im Stockwerk darüber folgt die thematische Raumaufteilung dem gleichen Muster: Die lebendigen Räume, in denen tagsüber Betrieb ist, die Kinderzimmer, orientieren sich nach Westen zum Garten hin, das Schlafzimmer nach Osten zur Straße. Zwischen den Kinderzimmern und von beiden direkt zugänglich, befindet sich ein kleines Bad, das der Eltern ist über das Schlafzimmer erschlossen.
Offenheit, Großzügigkeit und die Wahrnehmung als räumliche Einheit war dem Bauherrn bei der Gestaltung seines Eigenheims wichtig. Deshalb dienen Decken und Wände nur als Unterteilung für die verschiedenen Raum- und Nutzungszonen. Im Gegenzug schaffen unterschiedliche Öffnungen und Blickbeziehungen auch geschossübergreifend Verbindung. Lufträume, Glasböden und Glas anstelle eines Treppengeländers sorgen auch in der Vertikalen für Durchlässigkeit. In diesem Konzept spielen die Türen eine wichtige Rolle: Sämtliche Innentüren sind Schiebetüren, die nahezu komplett in den Wänden verschwinden und so mehr verbindend als trennend wirken. Für die Bewohner des Hauses bedeuten sie Raumgewinn. »Normale Türen stehen eigentlich immer im Weg«, erläutert Marco Moretti.
Unsichtbar geparkt
Einbauelemente von eclisse lassen die Schiebetüren stattdessen in der Wand verschwinden. Man nimmt sie nicht wahr. Das Einbauelement »Syntesis« ermöglicht beispielsweise das »Parken« von Schiebetüren in der Wand mit der von vielen Architekten favorisierten Flächenbündigkeit. Das Element ist speziell für den wandbündigen Einbau entwickelt worden und verfügt ab Werk über eine stranggepresste Putzkante aus Aluminium, die den Belastungen im Türdurchgang dauerhaft widerstehen kann. Die zeitaufwendige Montage von weniger belastbaren Gipskarton-Laibungen entfällt völlig. Je nach Ausführung kann das Element jedoch in Trockenbauwände oder Massivwände integriert werden. Nach dem Einbau ist es zu einem Teil der Wand geworden. Die patentierte, herausnehmbare Laufschiene ermöglicht zudem eine klare Gewerketrennung zwischen dem Trockenbauer oder Maurer und dem Schreiner.
Die Schiebetüren können durch Komfort-Zubehör wie Einzugsdämpfer oder elektrischen und elektromagnetischen Antrieben ergänzt werden. Unerlässlich bei hochwertigen, wandbündigen Elementen ist der Schließdämpfer »BIAS«. Er wird von außen unsichtbar in die Laufschiene eingebaut und entschleunigt Türen aus Holz oder Glas mit einem Gewicht bis zu 40 kg.
Hinzu kommen die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf Materialien und Technik: Sie lassen von der Inszenierung der Tür als dekoratives Objekt bis zur völligen Verschmelzung mit der Wand alles zu. Sämtliche Elemente können mit Türblättern aus Holz oder Glas aller namhaften Hersteller kombiniert werden. In Wolfsburg passen sich die Schiebetüren mit hochwertigen Materialien und kantiger Formensprache dem klaren Konzept des Hauses an. Die Türen sind reinweiß mit schlichten, aber edlen Griffen ausgeführt. Weitere Details wie unsichtbare Zargen in Kombination mit durchgehenden Fußbodenbelägen unterstützen die fließenden Übergänge zwischen den Räumen. »eclisse gilt als der Mercedes unter den Schiebetüren, darum wollte ich diese Einbauelemente in meinem Haus haben«, ergänzt der Bauherr. Deshalb ließ er auch ein paar technische Spielereien einbauen: Im DG sind alle Flurtüren nicht nur manuell, sondern dank passendem Komfort-Zubehör auch elektrisch steuerbar. Als kleiner Gag für die Kinder sind deren Türen elektronisch per Fingerabdruck zu öffnen. Wenn sich die Türen dann lautlos öffnen, ist die Assoziation von Raumschiff Enterprise nicht mehr weit.
Zeitunabhängiger Einbau
Der Einbau der Türen erfolgte unabhängig und zeitversetzt vom Einbau des Rahmenelements in der Wand. Die Innenwände des Einfamilienhauses wurden bis auf ein paar tragende Wandscheiben ausschließlich in Trockenbauweise erstellt. Da die Einbauelemente exakt auf deutsche Türblattmaße zugeschnitten werden, gingen diese Arbeiten zügig voran. Einen weiteren Vorteil für Handwerker, Planer und Bauherren stellen die Produktgarantien des Herstellers von 12 Jahren dar. »Der Einbau verlief reibungslos und schnell, lediglich die Technik musste am Schluss noch entsprechend eingestellt werden«, resümiert der Bauherr.
Auch in den übrigen Wohneinheiten auf dem Klieversberg wurden Schiebetüren eingebaut. Der Trend zur freien Wand setzt sich weiter durch. •
~Ulrike Sengmüller
  • Die Autorin studierte Architektur an den TUs Berlin und München und arbeitete als Architektin, bevor sie Redakteurin bei DETAIL wurde. Heute ist sie freie Architekturjournalistin in München.
  • Eclisse Deutschland www.eclisse.de