Dämmung

~Anke Geldmacher

Jahrelang hat man gedämmt »was das Zeug hält«. Nun kommen – wenn auch spät – vermehrt Bedenken auf, wie sich die verbauten Materialien auf Umwelt und Gesundheit auswirken und wie sie ggf. einmal entsorgt werden können. Man sollte meinen, dass diese Aspekte geklärt sein sollten, bevor man Materialien verwendet. Da dies in manchen Fällen nicht oder nicht genügend gemacht wurde, ist es immerhin zu begrüßen, dass nun versucht wird, dies nachzuholen. 17 Verbände aus Handwerk, Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs- und Kunststoffbranche haben Ende März in Frankfurt die Aktionsgemeinschaft »AG EHDA« gegründet, um sich für eine verlässliche Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen zu engagieren. Sie wollen durch eine sichere Verwertung das Flammschutzmittel aus dem Stoffkreislauf ausschleusen und so weiteren Imageschaden für das Thema Dämmung, den Klimaschutz und die Branche insgesamt vermeiden.

Allerdings plädiert die AG dafür, HBCD-haltige Dämmstoffabfälle als »nicht gefährlichen Abfall« einzustufen, wie es bis Ende September 2016 bereits der Fall war. Durch die Einstufung »gefährlicher Abfall« wurde ein etablierter Entsorgungsweg zum Erliegen gebracht. Da es derzeit keine alternativen Verwertungsverfahren gibt, sieht die AG die Rückkehr zum alten Verfahren, ggf. ergänzt durch eine angepasste Dokumentationspflicht, als besten Weg, bis eine langfristige Lösung gefunden ist. Für uns klingt das nach »Ein Schritt vor und zwei zurück«.