Bild: Caparol Farben Lacke Bautenschutz
»PlantaGeo« von Caparol

Farbe aus Kartoffelstärke

Statt des üblichen Bindemittels auf Rohölbasis verwendet Caparol für seine neue Innenfarbe Stärke, die aus Kartoffelschalen stammt. »PlantaGeo« knüpft an die Tradition von Naturfarben an, lässt sich aber verarbeiten wie eine moderne Dispersion.

Auf den Baustellen früherer Generationen wurde Nachhaltigkeit praktiziert, als es das Wort noch gar nicht gab. Beispielsweise ist natürliche Stärke als Bindemittel seit Jahrhunderten bekannt, etwa für Leim oder Kaseinfarben. Das Problem war nur: Sie wird nach dem Trocknen brüchig. Nun ist es dem Unternehmen Caparol in fünfjähriger Entwicklungsarbeit gelungen, Kartoffelstärke so zu modifizieren, dass sie sich als Bindemittel für dauerhaft ansehnliche Innenwandanstriche eignet. In der Dispersionsfarbe »PlantaGeo« ersetzt Stärke die bisherigen vollsynthetischen Bindemittel auf Erdölbasis – der fossile Rohstoff weicht also einem nachwachsenden pflanzlichen. Dadurch wird ganz nebenbei noch ein großer Nachteil von Dispersionen, die Anfälligkeit für Fogging, eliminiert, während die Vorteile – hohe Deckkraft und leichte Verarbeitung – erhalten bleiben. Doch wie umweltfreundlich ist das Produkt wirklich? Droht nun ein ähnlicher Effekt wie beim Biosprit, für den riesige Rapsfelder in fragwürdiger Monokultur angelegt werden?

Im Gegenteil: Die Stärke ist ein Abfallprodukt, das ohnehin bei der Lebensmittelherstellung entsteht. Wenn ein Unternehmen Kartoffeln zu Pommes frites oder Chips verarbeitet, müssen sie vorher geschält und gewaschen werden. Dabei gelangt viel Stärke ins Wasser, die ein Lieferant von Caparol zurückgewinnt und als Ausgangsstoff für das neue Bindemittel nutzt. Diese Form von Weiterverwertung steht in keiner Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, sondern ganz in der Tradition nachhaltigen Wirtschaftens – wie es frühere Generationen jahrhundertelang praktiziert haben. ~cs

www.caparol.de