Fixit 222 Aerogel von HASIT

Warm und anschmiegsam

Was tun, wenn die Unregelmäßigkeiten windschiefer Altbauwände bei der energetischen Sanierung nicht hinter einer lotrechten Dämmschicht verschwinden sollen? Bei einem Haus in Freising setzte man auf einen Aerogelputz von HASIT.

In den Schatten des Dombergs von Freising duckt sich eine Reihe pittoresker Altstadthäuser. Zwei davon wurden kürzlich zu einem Dreigenerationenhaus zusammengelegt, Bauherren und Architekten sind Volker und Heidi Herzog. Das ältere der beiden Gebäude datiert aus dem Jahr 1689 und genießt als ehemaliges Domherrenhaus Denkmalschutz.

Das 60 cm dicke Mauerwerk der Außenwände – massiv, bucklig, krumm und in Würde gealtert – zog die Architekten in seinen Bann. Gleichzeitig stellte es als winterlicher Energiefresser ein bauphysikalisches Problem dar. Ein WDVS auf den Fassaden schied aus Denkmalschutzgründen aus. Es blieb also nur eine Innendämmung, und diese hätte das liebgewonnene historische Mauerwerk verdeckt: Vorgesetzte Schalen begradigen und zerstören zwangsläufig jedes Bestandselement in seiner Oberflächenhaptik, zudem basieren sie bauphysikalisch oft auf einer innenliegenden Dampfsperre als Kondensationsebene. Beides wollten weder Denkmalschutz noch Architekten, daher begab man sich auf die Suche nach einem hochwärmedämmenden, diffusionsoffen Innenputz, der nach den Vorgaben des Denkmalschutzes auf Kalk basieren musste. So fiel die Wahl auf »Fixit 222 Aerogel« von HASIT. Laut Hersteller kombiniert er weltweit erstmals die Eigenschaften von mineralischen Kalkputzen mit den Vorteilen eines leistungsstarken Dämmputzes. Über eingearbeitete Aerogele erreicht er eine Wärmeleitfähigkeit von λD 0,028 W/mK. Stellt man diesen Wert den λD 0,035 W/mK einer marktüblichen Wärmedämmplatte gegenüber, so zeigt sich die ungewöhnliche Leistungsfähigkeit dieses Putzes.

Er wurde in einer Dicke von 8-10 cm in nur einem Arbeitsgang aufgetragen. Damit war diese Lösung sehr wirtschaftlich: Zum einen wären bei einer Innendämmung mit Plattenwerkstoffen mehrere Arbeitsgänge nötig gewesen, etwa der Ausgleich des unebenen Untergrunds. Zum anderen ermöglichte das hochdämmende Material beim Einbau eine geringere Schichtdicke als eine Lösung mit gängigen Dämmplatten und sparte damit Wohnfläche ein, die im Münchner Umland wie in den meisten Ballungsräumen teuer ist.

Neben Bauphysik und Wirtschaftlichkeit ging es den Herzogs aber auch um die Ästhetik. Mit Putz konnten sie die markante Struktur der alten Innenwände nachzeichnen, Löcher, Ecken oder einen Mauerversatz ausgleichen oder belassen. Dadurch bleibt die Charakteristik des Gebäudes erhalten. Beim denkmalgeschützten Haus ließen sie alle Außenwände einschließlich der Fensterlaibungen innen mit dem Aerogel-Dämmputz versehen. Da der Untergrund nur teilweise ausreichend putzanhaftend war, aber dem Bestandsschutz unterlag, wurden vor dem Verputzen allen Außenwänden Stroh- bzw. Schilfmatten als Trägermaterial aufgesetzt. Als Abschluss folgten zwei Spachtelungen mit dem Kalkspachtel »Manteca«, wobei die Handwerker in die erste Spachtelung ein Gewebe einarbeiteten. Der gesamte Wandaufbau weist eine so hohe Dampfdiffusionsoffenheit auf, dass durch seine Feuchteaufnahme und -abgabe zuverlässig die Entstehung von Kondensationsfeuchte auf den Innenwänden verhindert wird. Um die Schwachstelle Fenster zu entschärfen, setzten die Architekten innen schlichte Holzfenster mit Treibriegelverschluss vor die bestehenden Flügel. Auf diese Weise entstanden traditionelle Kastenfenster, die sich mit ihren Sprossen harmonisch in die historische Fassade einfügen.

Für das Verputzen der restlichen Innenwände blieb man im System mineralischer, kalkgebundener Putze von HASIT. Der verwendete »250 RENOPLUS« schließt nahtlos an die Außenwände an. ~cs

www.hasit.de

Auch die Mathildenhöhe in Darmstadt wird derzeit mit einem Aerogel-Dämmputz von Hasit saniert.