Berliner Fenster von Frovin

Mit Samthandschuhen angefasst

Fenster sind die Augen des Hauses, sie prägen sein Erscheinungsbild maßgeblich. Deshalb bedurfte es besonderer Aufmerksamkeit, um bei der Sanierung der Alten Samtfabrik in Krefeld ihren Charakter nicht zu verändern.

In Krefeld wurde die Alte Samtweberei – erbaut 1890 und in den 50er und 60er Jahren erweitert – umfassend saniert. Für die Modernisierung der Fenster, die dem Stil der Gebäude angepasst sind, zeichnet die Firma Frovin aus Meerbusch verantwortlich.

Die Fenster im denkmalgeschützten Torhaus stellten dabei eine besondere Herausforderung dar: Die großen, rechteckigen Stahlfenster aus den 60er-Jahren sollten erhalten bleiben, mussten aber dem heutigen Stand der Technik angepasst werden. Die Lösung boten Fenster aus Lärchenholz, die als Hinterbaufenster angebracht wurden und damit nur von innen sichtbar sind. Da sie nicht Wind und Wetter ausgesetzt sind, genügte es, das Holz zu ölen. Ausgewählt wurde dafür ein ökologischer Anstrich mit weißen Pigmenten des Naturfarben-Herstellers Kreidezeit (hinterlegen: www.kreidezeit.de), der den natürlichen Charakter des Holzes besonders gut zur Geltung bringt.

Insgesamt hat Frovin 283 »Berliner Fenster« in der Alten Samtweberei eingesetzt. Dabei wurde eine große Bandbreite an Variationen verbaut: mit Sprossen, Oberlichtern, Festverglasungen, Bogenelementen oder Zierprofilen. Alle zeichnen sich durch besonders schmale Profile aus – eine zentrale Vorgabe des Denkmalamtes. Das Glas der neuen Fenster weist einen U-Wert von 1,1 auf, der des gesamten Fensters beträgt 1,3. In den schlanken Blendrahmen und Flügelhölzern sind die Beschläge unsichtbar verbaut, der Wetterschenkel kommt ohne Alu-Schienen aus und die Kittfalzschräge ergänzt das Ganze zu einem denkmalgerechten Gesamtbild.

Im historischen Kern der Alten Samtweberei – dort sind 37 Wohnungen für ein nachbarschaftliches Wohnprojekt entstanden – hat Frovin die Fenster für die hohen Räume Stück für Stück gefertigt, denn die ursprünglichen Öffnungen differierten immer um einige Zentimeter. Doch die Mühe und große Sorgfalt, die beim Aufmaß nötig war, haben sich gelohnt. Die geschwungenen Fenster unterstreichen den besonderen Charme der historischen Fassade und entsprechen bei Wärme- und Schallschutz modernen Standards.

Heute bietet die Alte Samtweberei Raum für kleine Start-up-Firmen, Büros und innovative Wohnprojekte. Dabei zeigt das Projekt auch eine moderne soziale und gesellschaftliche Komponente: Im Pionierhaus aus den 60er-Jahren sind die Mieten für die Firmengründer gering. Dafür beteiligen sich die Nutzer am Konzept »Viertelstunden«: Je Quadratmeter Fläche wird eine Stunde gemeinnütziger Arbeit pro Jahr geleistet, wovon nun der gesamte Stadtteil profitiert. ~pr

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