Wohnen im Eigentum in der Stadt

Hrsg. von der Wüstenrot Stiftung. 200 Seiten, Format 22 x 28 cm, zahlreiche Farbfotos, Pläne und Abbildungen, gebunden, 32 Euro, 56 sFr.

Karl Krämer Verlag, Stuttgart, 2004
Das Buch wagt einen Spagat. Einerseits, so bemerkt Franz Pesch in seinem Beitrag, habe man bislang keine »Mengeneffekte« des städtischen Wohnens im Eigentum erzielt, was unter anderem darin begründet liege, dass es in Deutschland an der Bereitschaft zum wohnungspolitischen Experiment mangele. Einem Buch wie diesem kommt damit die Aufgabe zu, die vielfältigen architektonischen Möglichkeiten solchen Wohneigentums aufzuzeigen, also Überzeuungsarbeit zu leisten. Zum anderen machen die Herausgeber eine verstärkte Nachfrage nach städtischer Eigentumsbildung aus. An Argumenten, warum dies so ist, fehlt es nicht, vor allem trägt eine geänderte gesellschaftliche Wirklichkeit mit stärker differenzierten Lebensstilen zu einer solchen Nachfrage bei. Dabei wird auch die Notwendigkeit betont, angesichts der ausgeuferten Siedlungsentwicklung den Schwerpunkt der Stadtpolitik auf die Innenentwicklung zu richten. Dort treffen die Städte glücklicherweise auf Chancen, wie sie ihnen sich schon lange nicht mehr boten. Konversionsflächen bieten den Raum, um die (zahlungskräftige) Klientel zurückzugewinnen, die man in den Jahren zuvor an den Stadtrand verloren hat.
Neben einleitenden Beiträgen zu Geschichte, Soziologie und politischen Instrumenten macht der Projektteil den Hautteil des Buches aus. Die für diesen Abschnitt verantwortlichen Autoren, Gerd Kuhn und Christina Simon, haben sorgfältig die unterschiedlichen Kategorien voneinander geschieden und verhindern damit eine rein formale Betrachtung der Architektur. Allerdings hätten sie mit einer sorgfältigeren Recherche des Planmaterials dem Leser einen großen Gefallen getan. Christian Holl