Wohn Pläne

Neue Wege im Wohnhausbau. Von Klaus-Peter Gast. 240 Seiten mit 116 Farb- und 226 S/W-Abbildungen, 579 Zeichnungen, 24 x 33 cm. Gebunden, mit Schutzumschlag, 88 Euro. Birkhäuser-Verlag, Basel, 2004

Etwa einhundert Häuser aus aller Welt dokumentiert dieses Buch auf jeweils zwei Seiten, mit professionellen Fotos, einheitlich aufgearbeiteten Plänen, die auch typologische Aspekte verdeutlichen, sowie einer knappen Spalte Erläuterungen, die keine Selbstdarstellung der Architekten sind, aber auch keine Architekturkritik wie in Fachzeitschriften, in denen man einige der Beispiele schon betrachten konnte. Für Einordnung und Übersicht sorgt die Sortierung nach Lage (landschaftlich – dörflich – städtisch) und Größe (Kleine Häuser – »Klasssisches Wohnen« – Villen – Verdichtung). Bezeichnend für den Ansatz des Buches ist dabei, dass der Autor der Ordnung keine kulturspezifischen oder klimatischen Merkmale zugrunde legt. Das Nebeneinander von Beispielen etwa aus Japan, Indien, Österreich und Portugal macht unerwartete Querbezüge möglich, reißt die Gebäude jedoch auch völlig aus ihrem Kontext. Eine erweiterte klassische Moderne, so die Tendenz, dient dem individualisierten Wohnen heute global, undogmatisch und oft wunderschön. Ohne eine festgelegte Repräsenta- tionsästhetik, das macht das Buch deutlich, kann sich der Mensch im Wohnen frei entfalten, Räume fließen, lösen sich auf, schweben. Einfachste wie komplexeste Geometrien, uralte wie avancierte Materialien und Techniken treffen aufeinander, manchmal auch nur gewollt Ausgefallenes und Modisches. Doch das aufwändig gestaltete Buch ist mehr als ein üppiger Bildband, vor allem in den anschaulichen Strichzeichnungen vermittelt es Fachleuten und Studierenden systematische Einsichten in den aktuellen Wohnhausbau. Christoph Gunßer