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Wegzeichen

My type of place. Von Andreas Uebele. Mit einem Vorwort von Jacques Blumer, Atelier 5, und einem Nachwort von Uwe Loesch. 400 Seiten, Format 17 x 24 cm mit zahlreichen Farbabbildungen, kartoniert, Deutsch und Englisch, 45 Euro, 75 sFr. Verlag Hermann Schmidt, Mainz, 2003

»das, was wir sehen, gleicht oft nicht dem, was tatsächlich ist. das auge vergleicht, subtrahiert und ergänzt. (…) zeichen sieht jeder anders«. So erläutert Andreas Uebele seine »Wegzeichen«, die in seinem Verständnis wie »verdichtete Sprache« wirken. Er zeigt einen überraschend kreativen Umgang mit Schrift, Grafik und Farbgestaltung. Auch die Zeilen rücken plötzlich eng zusammen und verbinden sich zum betont flächigen Schriftbild. Eine Irritation die durch eine Schriftgröße aufgefangen wird, die sogar lesemüden Grafikern und Architekten schmeicheln dürfte. Uebele versteht sich bemerkenswert vielseitig im Wechselspiel von Text und Grafik, in der Präsentation seiner Orientierungssysteme. Gewiss, das recht opulente Werk fordert das betrachtende Auge ständig heraus, gerade so, als wolle es durch die vielen Wechsel keine Erschöpfung zulassen, doch der 400 Seiten lange Weg durch Uebeles Zeichen und Grafiken lohnt sich allemal. Seine Arbeiten versteht er als Mittler zwischen Schrift und Architektur. Dies bedeutet auch, dass Architektur stets im Zusammenhang mit seinen Wegzeichen zu lesen ist – und diese nicht minder beeinflusst. Aus den Besonderheiten des Ortes oder der Architektur entwickelt Uebele seine eigenständige grafische Sprache. In über 70 Projekten beschreibt er wie Unternehmen kommunizieren, wie sich visuelle Identität entwickelt und ein Museum oder eine Messe zum besonderen Ort werden. Außergewöhnlich und herausfordernd, »extrem laut oder leise« wie seine Arbeiten ist auch diese zweite große Veröffentlichung geraten, die seinem prominenten Werk »schrift im raum« folgt. Hans Jürgen Breuning