Von New York lernen

Mit Stuhl, Tisch und Sonnenschirm. Von Susanne Lehmann-Reupert,192 S., 115 Abb., Softcover, 16,80 Euro, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2013

~Franziska Guln

»If I can make it there, I’ll make it anywhere« – mit diesem Zitat als Überschrift des Vorworts steigt der Leser in das Buch ein. Und es passt, denn genau darum geht es: Wenn eine Stadt wie New York sich das Ziel setzt, bis 2030 die nachhaltigste Millionenstadt weltweit zu sein, dann kann das doch jede andere auch. Susanne Lehmann-Reupert, Architektin und Stadtplanerin, fasst in acht Kapiteln zusammen, wie sich der »Big Apple« dieser wahrlich großen Aufgabe stellt. Vom öffentlichen Raum und der Mobilität in der Stadt über die Gestaltung der Wasserkante und Erholungsmöglichkeiten bis hin zur lokalen Nahrungsmittelproduktion widmet sie sich allen wichtigen Themen. Auf sympathische Art und im Stil eines Tagebuchs schildert sie, warum Autospuren und Parkplätze Fahrradspuren weichen mussten, was eine »Urban Farm« zur Nachhaltigkeit beiträgt und warum das Möbelhaus IKEA erst einen Park anlegen musste, bevor es seine Filiale bauen durfte. Am Ende eines jeden Kapitels, erläutert die Autorin, auf welche Weise andere Städte tatsächlich von New York lernen können. Ihren Erzählungen ist die Begeisterung für die Großstadt anzumerken. Und sie kennt den einen oder anderen Geheimtipp abseits der touristischen Wege, der eine Reise nach New York zusätzlich lohnenswert macht. Die zahlreichen Bilder im Stil der Polaroid-Fotografie veranschaulichen das Geschriebene und erwecken durch den Mix von Grün und Stadt den Wunsch, sofort in die nächste Großstadt zu fahren und es den New Yorkern gleich zu tun. Aufgrund der vielen öffentlichen und privaten Parks wirkt diese riesige Stadt nahezu idyllisch.
Ergänzt werden die Erzählungen der Autorin durch Kurzbiografien wichtiger örtlicher Akteure und zahlreiche weiterführende Links mit direktem Textbezug. »Von New York lernen« ist ein Buch, das Architekten, Stadtplaner, Gärtner und Laien gleichermaßen faszinieren und mit Ideen bereichern kann. Die Erläuterung des städtebaulichen Gesamtkonzepts mag für das Fachpublikum zu knapp ausgefallen sein. Das Buch zeigt aber, mit welch einfachen Mitteln wir die Spuren, die wir bereits hinterlassen haben, verwischen oder zumindest ausgleichen können und wie viele andere Aspekte dabei dennoch bedacht werden müssen.