Von A bis Z

26 Essays zu Grundbegriffen der Architektur.

Hrsg. von Mario Hohmann und Stefan Rettich. Format 17,5 x 12,6 cm, 162 Seiten, broschiert, 14 Euro.
Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2004
»Die Textsammlung will mit ihren 26 Essays erkunden, welche Bedeutung klassische Grundbegriffe der Architektur für die Produktion und Vermittlung von Architektur haben. Das Medium ist der Text, eine Architektur ohne Bilder.« Nach diesen einleitenden Worte der Herausgeber hangeln sich die 26 Autoren durch das architektonische Alphabet und versuchen, »das Buch zu einem kleinen Reiseführer über die Trampelpfade der zeitgenössischen Architektur« werden zu lassen. Wohin die Reise tatsächlich geht, ist auch nach den 26 Texten nicht zweifelsfrei zu beantworten. Doch das würde das kleine Buch mit seinem fluoreszierenden Umschlag gewiss überfordern. Es sind vielmehr Denkanstöße, die sich hier unter den Grundbegriffen der Architektur versammeln und dabei streng dem Alphabet folgen. Von »Architekten« bis »Zweck- mäßigkeit« handeln die architekturtheoretischen Texte der jungen Architekturschaffenden – und pendeln dabei sowohl in ihrem inhaltlichen Anspruch als auch ihrem Duktus. Überraschungen und Seitenwege sind keineswegs selten. Ein Beispiel? »Entwerfen ist die Lizenz zum Spinnen. Entwerfen ist, all das zu tun, was Spaß macht – entwerfen ist Sex«, konstatieren die Peanutz-Architekten beim Buchstabe » E«. Erstaunlich, dass dem zentralen Thema »Raum« von »An Architektur« nur eine knappe Seite gewidmet ist, während Urs Füssler den »Computer« auf elf Seiten erläutert. Wenngleich die kleinformatige Anthologie ein bisschen an ein exqui-
sites »Reclam-Heft« für Architekten erinnert, »Von A bis Z« ist ein abwechslungsreiches Lesebuch, dessen Kapitel sehr eigenständig geschrieben sind und zu grundsätzlichem Nachdenken über Architektur anregen. Und dies ohne Bilder! Hans Jürgen Breuning