This is Frank Lloyd Wright

Von Ian Volner, Illustrationen von Michael Kirkham. Englisch, 80 S., Hardcover, 13,80 Euro, Laurence King Publishing, London 2016

~Franziska Puhan-Schulz

Bereits zu seinen Lebzeiten gab es für Frank Lloyd Wright als Privatperson und als Architekten viele Einordnungen wie z. B. »husband, adulterer, progressive, idealist, crook, crackpot, genius, …« (Ehemann, Ehebrecher, Vordenker, Idealist, Gauner, Spinner, Genie, …). Die kleine, reich illustrierte Publikation »This is Frank LLoyd Wright« ergründet sein vielschichtiges Image. Sie liest sich als unterhaltsame und zugleich anrührende Architektenmonografie, die weder den Charakter des berühmten Architekten beschönigt noch dessen Schicksalsschläge und Irrwege auslässt.
Der Einfluss der sanft hügeligen Farmlandschaft im westlichen Wisconsin der Kindheit Wrights auf sein späteres Werk wird ebenso betrachtet wie seine Familiengeschichte und sein Bildungsweg: der frühe Tod des Vaters, die dominante Mutter, Schulwechsel und Studienabbruch. Trotz aller Widrigkeiten gelang ihm ein erfolgreicher Einstieg ins Berufsleben in Chicago. Die damals schnell wachsende und zudem 1871 durch einen Großbrand in Teilen zerstörte Stadt bot optimale Bedingungen für aufstrebende Architekten. Wright wählte Louis Sullivan zum Mentor, den er respektvoll mit »Dear Master« (Lieber Meister) anredete. Weniger bekannt als seine insgesamt drei Ehefrauen ist wohl die erste Angestellte in Whrights eigenem Büro, Marion Mahony. Gemeinsam mit ihr und in Kooperation mit anderen Architekten entwickelt er zum Beginn des Jahrhunderts seine »Prärie-Häuser«, die er als niedrige, lang gestreckte Villen gekonnt in die Landschaft der Umgebung Chicagos einband.
In den folgenden Jahren trugen u. a. Reisen nach Japan und Europa sowie der Einfluss seiner neuen Lebenspartnerin zur wachsenden Offenheit seiner Entwürfe bei. So erschuf Wright trotz einer ganzen Reihe privater und geschäftlicher Rückschläge Gebäude, die in der Baugeschichte herausragende Plätze einnehmen: z. B. »The Imperial Hotel« in Tokyo (1915-22), eine kunstvoll angelegte Symbiose zwischen japanischer Tradition und Prärie-Stil-Moderne, oder »Falling Water« (1936-39), ein Ferienhaus direkt überm Wasserfall oder das Solomon R. Guggenheim Museum (1956-59).