Schulen planen und bauen

Grundlagen und Prozesse. Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Montag Stiftung Urbane Räume (Hrsg.). Texte von E. Hubeli, U. Paßlick, K. Reich u. a., 352 S., Hardcover, 34,80 Euro, Jovis Verlag, Berlin 2011

~Christian Holl

Der Schulbau ist seit einigen Jahren Gegenstand der Initiativen der beiden Montag Stiftungen Jugend und Gesellschaft sowie Urbane Räume. Eine Essenz aus dieser Arbeit: Egal, ob es um Neu- oder Umbau geht – die Phase Null, die der Vorbereitung des eigentlichen Bauprozesses dient, ist für dessen Gelingen die wichtigste. Und doch wird sie zu oft unterschätzt. V. a. auf diese Phase konzentriert sich das Handbuch. Im Zentrum steht dabei der Wunsch, Verständnis zwischen den Akteuren der Architektur, Pädagogik und der Verwaltung zu schaffen. Das Autorenteam wurde daher auch aus diesen Bereichen rekrutiert – sie haben aber nicht unabhängig voneinander Beiträge verfasst, sondern die Inhalte miteinander diskutiert und aufeinander abgestimmt. Diese intensive Kooperation macht das Buch zu einem besonderen. Sie wurde von der Überzeugung getragen ist, dass sich der Schulbau in der Zukunft verändern, anpassen muss, und dass dies nur gelingt, wenn sich die wichtigen Akteure verstehen, wenn sie um das Anliegen, die entscheidenden Fragen und das Selbstverständnis des Anderen wissen. So werden Architekten oft noch von einer Vorstellung von Schule geleitet, die der eigenen Biografie entstammt, aber längst nicht mehr zeitgemäß ist. Eingeleitet wird mit Thesen zur Herausforderung des Schulbaus. Danach widmen sich die Autoren u. a. den folgenden Fragen: Welchen Aktivitäten muss in einer Schule Raum geboten werden? Wie können Raumpotenziale im Hinblick auf aktuelle Erkenntnisse der Pädagogik genutzt werden? Wie setzt man frühzeitig einen fruchtbaren Prozess in Gang? Was muss man über den Kontext, in dem der Andere agiert, wissen? Die Antworten sind in einer klaren und dem jeweils Fachfremden verständlichen Sprache verfasst, übersichtlich gegliedert und mit anschaulichen Zeichnungen präsentiert, ergänzt um 23 Projektbeispiele, die der unmittelbaren Anschauung dienen. Diese Beispiele konzentrieren sich auf die Herausforderung, der sich Schule und Schulbau stellen müssen: der Öffnung zur Stadt, der Polyvalenz der Raumnutzung. Das Buch sei jedem empfohlen, der mit der Planung und dem Bau einer Schule befasst ist.