Orientierungssysteme und Signalethik

Ein Planungshandbuch für Architek- ten, Produktgestalter und Kommuni- kationsdesigner. Von Andreas Uebele. 335 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen. 29,5 cm. Gebunden, 89 Euro, 145 sFr. Verlag H. Schmidt, Mainz, 2006

~Cordula Gerhardt

Ob in öffentlichen Gebäuden oder im städtebaulichen Kontext – nicht zuletzt Katastrophen wie der Brand 1996 auf dem Düsseldorfer Flughafen zeigen auf, wie (lebens-)wichtig gut funktionierende Orientierungssysteme sind. Dieser wichtigen Aufgabe hat sich der Architekt und Grafikdesign-Professor Andreas Uebele, dessen Büro sich mit vielfach ausgezeichneten Orientierungssystemen einen Namen gemacht hat, angenommen und ein umfassendes Grundlagenwerk zu deren Gestaltung und Signaletik vorgelegt. Als Signal- ethik bezeichnet Uebele ein Orientierungssystem, das zur visuellen Identität des Gebäudes oder Raumes beiträgt.
Solche Begriffe klärt er im ersten Teil des Buches und stellt anhand eigener Arbeiten gestalterische Parameter für die Planung und Gestaltung von Orientierungssystemen auf, die weniger lehrbuchhaft-theoretisch, sondern vielmehr Erkenntnisse seiner langjährigen praktischen Arbeit sind. Des Weiteren schildert er einen möglichen Planungsablauf und gibt dabei viele wertvolle Tipps. Abgerundet wird das Buch durch einige international herausragende Praxisbeispiele, inklusive hilfreichen Hintergrundinformationen zu Konzept, Materialien und Schriften.
An der Schnittstelle von Architektur und Grafikdesign arbeitend, plädiert Uebele in diesem gut gegliederten und anregenden Handbuch für eine frühzeitige Zusammenarbeit mit Kommunikationsdesignern, damit Orientierungssysteme – im besten Falle – integrativer Bestandteil der Architektur werden und zur visuellen Identität des Gebäudes beitragen können.
Für Architekten und Designer eine lohnende Anschaffung, jedoch – mit Uebeles Worten – »Kein Lehrbuch und kein Handbuch ersetzt die Notwendigkeit, selbst zu denken.«