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Neue Schulräume

Architektur für zeitgemässes Lernen. Roman Weyeneth (Hrsg.), Tilo Richter. 288 S., 205 farbige Abb. und Pläne, gebunden, 48 Euro. Christoph Merian Verlag, Basel 2018

~Simone Hübener

Alle, die aus dieser Neuerscheinung für ihre Arbeit einen Nutzen ziehen wollen, müssen in Bildern lesen können. Denn das Buch vermittelt die Auswirkungen neuer pädagogischer Konzepte auf die Architektur von Klassenräumen und Schulbauten fast ausschließlich über großformatige Aufnahmen des Fotografen Roman Weyeneth, der zugleich Herausgeber ist. Textliche Informationen hält das Buch nur wenige bereit, u. a. in drei einleitenden Aufsätzen und den einseitigen Beschreibungen dreier Neubauten.

Den Anlass für dieses Buch bildet die 2007 in der Schweiz formulierte »Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schulen«, kurz HarmoS bezeichnet, die umfassende strukturelle Änderungen nach sich zieht – sowohl bei der Klassenzusammensetzung als auch in der Architektur. Der Kanton Basel-Stadt trat diesem Konkordat ebenfalls bei und startete 2011 seine eigene Schulrauminitiative. Deren Ziel ist es, nahezu alle Schulgebäude der Stadt innerhalb von zehn Jahren zu modernisieren und zu erneuern. Hinzu kommen einige Neubauten, da auch Basel weiter wächst und damit mehr Kinder und Jugendliche in der Stadt leben.

Die zahlreichen Projekte, die Weyeneth in diesem Buch vorstellt, sind in die beiden großen Kapitel »Neue Räume« und »Neue Schulen« aufgeteilt. Ersteres umfasst dabei eine große Bandbreite von Lernateliers und Dachausbauten über Aulen und Versammlungsräume bis hin zu Sporthallen und Mensen. Sie alle werden meist mit zwei bis vier Bildern und einer Bildunterschrift vorgestellt, die über Art und Name der Schule, die ausgeführten Arbeiten sowie Architekten und Baujahr Auskunft gibt.
Im zweiten Hauptkapitel werden die drei Neubauten von 2016 und 2017 sehr ausführlich präsentiert: Ein längerer Text, Grundrisse und Schnitte sowie eine breite Auswahl an Bildern erläutern die Bauaufgabe und die gefundene Lösung. Eine Besonderheit hat Basel bei seiner Schulrauminitiative zu bieten, die man den neuen Räumen und Schulen ansieht: Lehrer und Schulleitungen sind von Beginn an involviert, die Konzepte werden gemeinsam mit den Architekten entwickelt. Genau deshalb dürfen die vorgestellten Projekte auch für alle Schul(um)bauer außerhalb der Schweiz als interessant und beispielhaft gelten; die Fokussierung der Projektauswahl auf Basel ist kein Nachteil.