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Neue Architektur in Südtirol

2012-2018. Kunst Meran, Südtiroler Künstlerbund und Architekturstiftung Südtirol (Hrsg.). 352 S., 381 farb. und 130 s/w-Abb. und Pläne, broschiert, dt./engl./ital., 58 Euro. Park Books, Zürich 2018

~Simone Hübener

Groß und schwer liegt dieser Ausstellungskatalog in der Hand. Sein Cover fühlt sich leicht rau an, die Titelseite ist gut gefüllt mit Bildern und Schrift in drei Sprachen: Deutsch, Italienisch und Englisch. Das sagt bereits viel über das gesamte Buch aus. Es ist bis an den Rand gefüllt mit äußerst lesenswerten Beiträgen sowie Präsentationen gelungener Südtiroler Projekte. Etwas zu überladen wirkt allerdings das Layout. V. a. durch die drei Sprachen, die sich eng aneinanderreihen, und die zu große Schrift. Der fehlende Weißraum bedrängt die Bilder.

Das Buch stellt insgesamt 62 von knapp 240 Bauten vor, die zur dritten Ausgabe der Ausstellung »Neue Architektur in Südtirol« eingereicht und von einer dreiköpfigen Jury ausgewählt wurden. 38 davon sind in der Wanderausstellung zu sehen, die weiteren als
»engere Auswahl« ausschließlich im Katalog. Gegliedert sind die Projekte in fünf Regionen mit Bozen als eindeutigem Schwerpunkt.
Das erleichtert die Planung der nächsten Architektur-Tour durch Südtirol, die man nach Ende der Lektüre am liebsten direkt antreten möchte. Die prämierten Bauten werden einheitlich jeweils auf drei Doppelseiten vorgestellt, beginnend mit einem kurzen Text. Es folgen großformatige Bilder und zwei bis drei Pläne. Der komplette Verzicht auf Bildunterschriften lässt sich nicht nachvollziehen, denn sie hätten die Lesbarkeit deutlich verbessert. Die Gruppe der »engeren Auswahl« wird im Buch jeweils lediglich mit Projekttitel, drei Bildern und einem Plan dargestellt.

Dieser Band ist der dritte einer Reihe, die im Jahr 2000 startete und mittlerweile über 18 Jahre moderne Architekturgeschichte in Südtirol dokumentiert. Er könnte der letzte sein, denn die vorgestellten Bauten gehen allesamt auf Planungswettbewerbe der Südtiroler Landesregierung zurück, von denen in den letzten vier Jahre keiner mehr ausgeschrieben wurde, schreibt Georg Klotzner, Präsident von Kunst Meran, in seinem Vorwort. Dadurch würde nicht nur diese mehr als 100-jährige Ausschreibungstradition in Südtirol ein jähes Ende finden, sondern auch die Qualität der gebauten Umwelt sinken.


Südtirol

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