Museen und Stadtimagebildung

Amsterdam – Frankfurt/ Main – Prag. Ein Vergleich.

Von Franziska Puhan-Schulz. 342 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. Kartoniert. 27,80 Euro. transcript Verlag, Bielefeld, 2005
Eine erfolgreiche Imagesuche, -bildung, -vermarktung oder sogar ein vollzogener Imagewechsel sind für eine Stadt im internationalen Städte-Ranking von großer Bedeutung. Und nicht nur beim Wandel Bilbaos von einer Industrie- zur Kulturstadt spielen Museumsbauten, spektakuläre Ausstellungsprojekte und Festivals dabei eine wichtige Rolle.
Franziska Puhan-Schulze untersucht und vergleicht das bestehende Geflecht aus Stadt, Leben in der Stadt, Tourismus, Museums- und Ausstellungsarchitektur, einzelnen Ausstellungskonzepten und Kunstpräsentationen in Amsterdam, Frankfurt am Main und Prag. Für alle Beispielstädte betrachtet sie den Zeitraum der letzten drei Jahrzehnte. Dabei geht sie sehr detailliert vor, erklärt und trennt zu Beginn noch einmal Begriffe wie Image, Leitbild oder Stadtmarketing und nähert sich dann der Fragestellung von unterschiedlichen Seiten: Wie entsteht ein Stadtimage? Welche Rolle spielt bei der Image-bildung das Bild, das die Bewohner von ihrer Stadt haben? Warum hat die Stadtplanung schon sehr früh Museen und Kultureinrichtungen als ästhetischen Angeboten an die Bewohner und Besucher erhebliche Bedeutung beigemessen? Welche Rolle spielt die Kulturpolitik? Wie werden neue Museen und Ausstellungskonzepte in den internationalen Medien vermarktet? Die Autorin, selbst bekennende Städte-Flaneurin, erschließt sich Städte unter anderem durch den Besuch ihrer Museen und beobachtet dabei die Wechselbeziehung zwischen Stadt, Architektur und Museum – vornehmlich allerdings in europäischen Städten, da sich amerikanische und asiatische Mega Citys (»Städte ohne Eigenschaften«, Rem Koolhaas, 1997) ihrer Meinung nach nicht auf diese Art erfahren lassen. uk