Minimal Architecture

Herausgegeben von Ilka + Andreas Ruby, Angeli Sachs und Philip Ursprung. 176 Seiten, Format 23 x 28,5 cm,

mit 230 Abbildungen, davon 180 in Farbe,
gebunden mit Schutzumschlag, 59 Euro, 98.sFr
Prestel Verlag, München, 2003
Die beiden einleitenden Essays von Philip
Ursprung sowie Ilka und Andres Ruby
umreißen die komplexe Thematik und Fragestellung des vorliegenden Buches: Nahezu jedes Gebäude mit homogener, glatter Oberfläche und reduzierten Details sowie klar strukturierten Räume wird als minimalistisch bezeichnet. Wie aber lässt sich Minimalismus wirklich definieren? Liegen die Wurzeln der minimalistischen Architektur in den Konzepten von Minimal Art oder adaptiert sie lediglich deren Formen und Aussehen? Wann bezieht sie eine kritische Position, wann unterliegt sie der Kommerzialisierung und dem Konsens des allgemeinen Geschmacks? Fragen, auf die es mehr als nur eine Antwort gibt. So unternimmt das Buch den Versuch, die verschiedenen Erscheinungsformen, Tendenzen und Motivationen des architektonischen Minimalismus aufzuzeigen und anhand zahlreicher Beispiele zu belegen. Kritisch beleuchtet werden die Zusammenhänge von Minimal Art und Architektur sowie die verschiedenen Standpunkte der Architekten aus der Schweiz, England, dem Mittelmeerraum und Japan, die sich in den letzten Jahren herauskristallisiert haben. Unterteilt in drei Kapitel – Essential, Meta- und Transminimalismus – sind unter anderem Projekte von Tadao Ando, Herzog & de Meuron, Diener & Diener, OMA und Zaha Hadid vorgestellt. Aufgezeigt werden neben traditionellen auch neue, oft überraschende Sichtweisen der Architekten. Eine angenehm klare und sachliche Darstellung und Gliederung zieht sich durch das gesamte Buch, dem Leser wird ein umfangreicher, wenn auch etwas kostspieliger Diskussionsbeitrag zum aktuellen Architekturthema Minimalismus geboten. Brita Köhler