Luise und Erich Mendelsohn Eine Partnerschaft für die Kunst

Hrsg. von Ita Heinze-Greenberg und Regina Stephan. 176 Seiten, Format 17 x 24 cm, zahlreiche Fotografien und Abbildungen, kartoniert. 25 Euro, 42 sFr. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2004

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. So oder ähnlich lautet doch das Sprichwort. Und auch bei Erich Mendelsohn war das so. Hinter ihm, oder besser gesagt, neben ihm stand eine Frau, die ihr Leben und ihre Lebensziele – sie hatte die Begabung und Ausbildung zu einer außerordentlich guten Cellistin – ganz den Träumen und Plänen ihres Mannes unterordnete und sich seiner Arbeit verschrieb. Als sich die beiden kennen lernten, war Luise Maas 16 Jahre alt, Erich 23. Und für ihn stand vom ersten Augenblick an fest, dass sie Freunde werden würden. In einem intensiven Briefwechsel begann er, Luise im Sinne seines Kunst- und Kulturverständnisses zu »erziehen«.
Luise Mendelsohn war nicht nur Ehefrau, sie war auch Kritikerin, Muse und Kraft. Erich Mendelsohn analysierte in Briefen an sie seine Arbeit, hinterfragte seine Ideen, reflektierte seine Weltansicht.
Die Einsicht in die Rolle und das Leben Luises vermitteln am anschaulichsten die in diesem Buch erstmals veröffentlichten Auszüge ihrer Biografie. Doch auch Zeitgenossen und Freunde kommen zu Wort und berichten über die Beziehung und Partnerschaft des Ehepaares Mendelsohn.
Die ausgewählten Briefe und Auszüge aus der Autobiografie Luises werden von den Autorinnen in den Kontext des Lebenslaufes von Erich Mendelsohn gesetzt. Die bekannten Namen werden durch Anekdoten und geschilderte Erlebnisse zu Persönlichkeiten und – vielleicht noch wichtiger und interessanter – zu Menschen, die aus der Berühmtheit ihrer Architektur herausrücken.
Petra Bohnenberger