Housing is back

Architekten beziehen Position zum Wohnungsbau. Band 1. Peter Ebner, Frauke Gerstenberg (Hrsg.). 187 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Kartoniert, 59 Euro, 97,50 sFr. Springer-Verlag, Wien, 2006

~Petra Bohnenberger

Der Lehrstuhl für Wohnungsbau und Wohnungswirtschaft der TU München geht der Frage nach, wie Wohnen und Leben heute funktioniert. Quelle für Inspiration und eine Diskussionsbasis bieten die Arbeiten namhafter Architekten und ihre Bauten. Alle zwei Jahre veranstaltet der Lehrstuhl ein Symposium und lädt eben diese Architekten ein, ihre Gedanken und Entwurfsideen mitzuteilen. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis solch eines Symposiums. Dabei muss der Leser sich nicht mit Erläuterungen und Analysen aus zweiter Hand zufriedengeben. Reich bebildert, mit Grundrissen, Schnitten und Fotos, erläutern Architekten wie Mark Mack, Otto Steidle, Johannes Kaufmann, Thomas Herzog, Kazuhiro Kojima und viele andere ihre Wohnbauprojekte.
Die Suche geht dahin, für die heutigen und zukünftigen Gesellschaftssysteme Wohnräume zu entwickeln, die ihren Nutzern entsprechen: Familien, Singles, Paare, Alte, Kranke. Ziel ist es, alle Bedarfsformen wieder zu mischen. Beispiel dafür ist ein Mehrgenerationen-Wohnbau von Peter Ebner und Franziska Ullmann mit Maisonette-Wohnungen für Familien, Minilofts mit Möblierung für Studenten und betreute Wohnungen. Oder die Idee, den vorhandenen Platz nicht einer einzelnen Raumnutzung zuzuordnen, sondern durch Wand-Möbel-Elemente Raumbereiche zu schaffen, die der zeitlichen Nutzung ent- sprechen.
Bereichernd für die Frage nach neuen Wohnformen ist vor allem auch die Arbeit der Architekten im Ausland: Was brauchen Menschen anderer Kulturen zum Leben, was lässt sich übersetzen?
Das Buch zeigt einen gelungenen Querschnitt der architektonischen Gedanken zum Thema Wohnen heute und ihn Zukunft. Einziger Wermutstropfen: Fehlende Wörter oder Buch- staben erschweren das Lesen.