Häuser für Gärtner

Der Architekt Peter Hübotter. Herausgegeben von Elke von Radziewsky. Mit einem Essay von Manfred Sack. 132 Seiten, 80 Farb- und 130 S/W-Abbildungen, 20 Pläne, Format 24,5 x 22,5 cm. Gebunden, 32 Euro Dölling und Gallitz Verlag, Hamburg, 2004

Für die meisten Architekten hört der Entwurf mit der Fassade auf. Die weitere Gestaltung des Grundstücks wird gern dem Eigentümer überlassen. Je nach »Geschmack« entstehen abgezirkelte Blumen- rabatten mit gepflasterten Wegen – exakt geplante »Landschaften«, die sich nicht selten gegen die vorhandene Topografie wenden und bei aller Sorgfalt kurioserweise kaum genutzt werden. Für Peter Hübotter (1928–2002), Architekt und Gärtner aus Leidenschaft, gehörten zeitlebens Häuser und Gärten zusammen. Deshalb baute er besonders gern Einfamilienhäuser, obwohl sein Oeuvre überraschend vielseitig und umfangreich ist. Darunter sind allein 17 Kirchen, Büro- und Geschäftshäuser, Theater, Schulen – im Grunde genommen alle Gebäudetypen, die nach dem Krieg benötigt wurden. Das Buch aber widmet sich allein dem Thema Wohnen, speziell Hübotters Einfamilienhäusern, darunter auch seinem eigenen in Hannover-Kirchenrode. Die einzelnen Objekte werden ausführlich mit Fotos und Plänen (mit Maßstab) dargestellt. Der Leser lernt auch die Bauherren kennen, erfährt etwas aus deren Leben, so dass jede Projektpräsentation gleichzeitig eine kleine Familiengeschichte ist. Manfred Sack lässt zu Beginn das Werk Hübotters einfühlsam Revue passieren, was die einzelnen Hausgeschichten noch verständlicher macht. Selbst an einer Anleitung für landschaftsnahe Gartengestaltung mangelt es nicht. Es müssen nicht immer die bunten Gartenbücher sein, die man gern an Hausbesitzer verschenkt. Dieses Buch leistet mehr. Es zeigt auf eindrückliche Weise, wie eng Architektur und Landschaft miteinander verknüpft sind und wie unabhängig von Moden bewohnbare Gärten sein können. kr