Haeuser_der_70er_und_80er_Jahre_von_Johannes_Kottje

Häuser der 70er und 80er Jahre

Renovieren – Umbauen – Modernisieren. Von Johannes Kottjé. 176 S., gebunden, 49,95 Euro. DVA Bildband, München 2017

~Simone Hübener

Viele Wohnhäuser der 50er und 60er Jahre sind bereits renoviert oder wurden abgerissen. Nun steht bei den Gebäuden der beiden darauffolgenden Jahrzehnte der Generationenwechsel an; für die DVA und den bekannten Autor Johannes Kottjé Anlass genug, renovierten, umgebauten und modernisierten Häusern dieser Zeit ein Buch zu widmen und damit das erste überhaupt zu diesem Thema auf den Markt zu bringen. Bereits beim Blick ins Inhaltsverzeichnis fällt auf, dass es Verlag und Autor um Klasse statt um Masse ging. Lediglich 17 Projekte und damit wohltuend wenige wurden ausgewählt. Beschrieben werden sie dafür umso ausführlicher. Die Bandbreite der Gebäude, die alle in Deutschland und der Schweiz stehen, reicht vom Bungalow bis zur Villa, vom Charakter wahrenden bis zum grundlegenden Umbau. Jede Projektvorstellung umfasst mindestens acht Seiten mit einem leicht verständlichen, inhaltsreichen Text, aussagekräftigen Bildern aus der Zeit vor und nach dem Umbau sowie diversen Plänen, die es den Lesern erleichtern, die teilweise doch recht großen Bauten gut zu erfassen. Wie in vielen anderen Büchern wurden leider auch hier die Pläne aus Kostengründen nicht mehr in ein einheitliches Layout gebracht. Das ist  für den Betrachter mühsam, muss er sich doch jedes Mal aufs Neue einlesen; z. B. bei abgebrochenen Bauteilen, die mal ausgekreuzt, mal farbig dargestellt werden. Besonders informativ sind die Projektdaten, die sich am Ende einer jeden Vorstellung finden und u. a. Auskunft über das Baujahr, die Wohnfläche vor und nach dem Umbau sowie die einst und heute verwendeten Materialien geben. Das Buch startet mit einer Einführung, die sehr geschickt Editorial und Einleitung verbindet. Typischen Stilelementen oder Grundrissaufteilungen der 70er und 80er Jahre, wie Split Level, werden im Buch vorgestellte Bauten zugeordnet. So findet ein Leser, dem ein bestimmter Aspekt besonders wichtig ist, schnell die passenden Beispiele. Bevor die Projektvorstellungen starten, kann man sich noch ein lesenswertes Interview mit Stephan Streil, Baubiologe, Dozent und Fachautor, zu Gemüte führen. Aufgrund all dieser Elemente ist das Buch eine Bereicherung für die private oder berufliche Architekturbibliothek.