Green Building

Konzepte für nachhaltige Architektur. Von Michael Bauer, Peter Mösle, Michael Schwarz. 207 Seiten mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Gebunden, 88 Euro, 146 sFr. Callwey Verlag, München, 2007

~Roland Hatz

Die Autoren des Buchs, Ingenieure eines TGA-Generalübernehmers, stellen ihre Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden in ökologische Zusammenhänge.
»Green Building« steht für eine ganzheitliche Betrachtung von Gebäuden. Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Energieeffizienz in allen Aspekten abzuhandeln, ist in einem Buch kaum zu bewältigen. Deshalb werden zwar auch die Themen Lebenszyklusbetrachtung und die Materialeffizienz im Bau und Betrieb behandelt, der Schwerpunkt liegt jedoch auf innovativen Konzepten für den energiesparenden Betrieb bei gleichzeitiger Einhaltung hoher Komfortstandards. Durch seinen Einblick in die Welt der Energie- und Haustechnik zeichnet sich dieses Buch gegenüber vielen anderen Veröffentlichungen zum Thema Energieeffizienz aus. So werden die für den Gebäudebetrieb wesentlichen Anforderungen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten erläutert, die zu einem besseren Verständnis der vorgestellten Konzepte beitragen. Eine Vielzahl wegweisender Bauprojekte der letzten zehn Jahre, an denen die Autoren maßgeblich beteiligt waren oder sind, zeigt die Umsetzung der integrativen Konzeptionen. Da es sich dabei hauptsächlich um Bürogebäude und Museen mit einem hohen Glasanteil handelt, werden nicht nur die Beheizung, sondern auch der Energieverbrauch für die Kühlung thematisiert und passive Maßnahmen zur Unterstützung der Klimatisierung wie auch technische Systeme vorgestellt, die eine stärkere Nutzung regenerativer Energien ermöglichen. Wobei die Autoren dezidiert darauf eingehen, dass die Bürogebäude aufgrund ihrer Nutzung und hohen gesetzlichen Anforderungen immer noch ein Vielfaches der Primärenergie von Passiv-Wohnhäusern verbrauchen. Angenehm sind die verständliche Sprache und Darstellung der Konzepte und ihrer Umsetzungen.
Das Ganze wird immer unter dem Blickwinkel Amortisationsfähigkeit von Mehrinvestitionen für einsparende Maßnahmen gesehen. In Interviews mit Bauherren, Architekten und Investoren wird klar, dass immer auch ein hoher Anteil an Beratungs- und Überzeugungsarbeit nötig ist, um diese Maßnahmen zu etablieren.
Es ist kein Nachschlagewerk für nachhaltiges Bauen, sondern bietet als Erfahrungsbericht vielfältige integrative Lösungsansätze und Detailinformationen für den Nicht-Wohnungsbau. Für Bauherren und Architekten, die trotz 26-Grad-Urteil und Diskussionen um die Nachhaltigkeit am Traum einer gläsernen Architektur festhalten, zeigt es zahlreiche Ansätze für ganzheitliche Energiekonzeptionen auf.