Entwurfsatlas Museumsbau

Von Paul Naredi-Rainer. 248 Seiten, Format 24 x 33 cm, 80 farbige, 420 schwarzweiße Abbildungen und 400 Zeichnungen, gebunden, 85 Euro, 128 sFr

Birkhäuser Verlag, Basel, 2004
Das Anliegen eines Museumsatlas überfordert die Möglichkeiten einer Buchpublikation. Nicht nur dass sich kaum alle wichtigen Museen des letzten halben Jahrhunderts dokumentieren lassen, auch sind Di-mension, Maßstab, Kontext, Ausstellungsobjekte und Museumstyp selten vergleichbar. Aber dieser Atlas erfüllt keine Forderungen, die man an einen Wohnbau- oder Bürobauatlas stellt, sein Anspuch gilt der Übersicht eines Wissensgebiets und der Spiegelung architektonischer Möglichkeiten, die gerade dieser Bautypus öffnet. In diesem Sinne bietet dieses Buch ein umfassendes Kompendium. Zwar liegt der Schwerpunkt auf Kunstmuseen, es werden aber auch völkerkundliche und naturgeschichtliche Museen dargestellt.
Dabei sind erstaunlich wenige Lücken auszumachen. Was nicht im Projektteil in Bild, Kurzbeschreibung und Kartenmaterial dargestellt ist, findet sich meist in einem der reich illustrierten, einleitenden Aufsätze, in denen in die Geschichte des Museumsbaus, seine Typologie und die semantische Ebene neuer Museumsarchitektur eingeführt wird. Dabei erweist sich der Autor als profunder Kenner der Materie, auch wenn eine »Autobahnfahrt« durch die Baugeschichte nicht immer befriedigend ist. Sie ist aber legitim. Kaum überzeugend sind dagegen die wenigen Seiten, auf denen die Themen Klima- und Sicherheitskonzept abgehandelt werden – sie müssten ausführlicher behandelt werden, um tatsächlich Entwurfshilfen zu geben. Dagegen ist der Umfang der dargestellten Lichtplanung richtig gewählt, prägt sie doch die Qualität vonMuseumsräumen und kann mit Geschichte, Raum, Konzept und Semantik in Einklang gebracht werden. Christian Holl