Das städtische Reihenhaus

Geschichte und Typologie. Von Klaus Theo Brenner und Helmut Geisert.. Hrsg. von der Wüstenrot Stiftung. 224 Seiten, Format 24 x 32 cm, mit zahlreichen Zeichnungen und Schwarzweißfotos, gebunden, 38,50 Euro, 67 sFr.

Karl Krämer Verlag, Stuttgart, 2004
Reihenhaus – bei diesem Wort könnte man an die endlos langen Häuserzeilen an den Rändern englischer Industriestädte denken oder an die hauptsächlich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik entstandenen zweigeschossigen Einfamilien-Reihenhäuser als Ersatz für das freistehende Eigenheim. Aber diese sind nicht Thema dieses Buches; es befasst sich vielmehr mit dem innerstädtischen Reihenhaus, obwohl der Begriff »Reihenhaus« für die mehrgeschossige geschlossene Bebauung, die Blockrandbebauung, der großen Städte kaum Verwendung findet.So gesehen ist dieser weit verbreitete Haustyp zu Recht eine Untersuchung in Form eines Forschungsprojekts der Wüstenrot Stiftung wert. Sie schließt eine Lücke in der Literatur zum Wohnungsbau.
Die Autoren (ein Architekt und ein Bau- historiker) haben die Publikation in drei Teile gegliedert. Der erste befasst sich mit dem Wohnen im Allgemeinen und im Reihenhaus im Besonderen und untersucht den städtebaulichen Aspekt dieser Gebäudeform. Dem schließt sich eine Sammlung von 35 Beispielen mit Plänen und Beschreibungen an. Das »historische Panorama« reicht von der Antike (Piräus) über die frühbürgerliche Stadt (Genua), die barocke Residenzstadt (Würzburg), die klassizistische bürgerliche Stadt (Bath), über Beispiele aus London, Paris und Berlin bis hin zur Klassischen Moderne und zur Nachkriegszeit. Der dritte Teil ist wieder theoretischer Art: eine Einführung in die Geschichte des städtischen Reihenhauses und die Auseinandersetzung mit dessen Typologie und Nutzungsvielfalt. Den Abschluss bilden achtzehn Thesen zum heutigen Umgang mit der Typologie des Reihenhauses. Edeltraud Hollay