Basics Architekturfotografie

Von Michael Heinrich. 80 S., 78 Abb., Broschur, 14,95 Euro, Birkhäuser Verlag, Basel 2014

~Simone Hübener

Architektur fotografisch ins rechte Licht zu rücken, ist zweifelsohne genauso anspruchsvoll wie das Entwerfen selbst. Denn neben der richtigen Ausrüstung mit Kamera, Objektiven, Stativ und vielem mehr, wollen die Gegebenheiten vor Ort genau analysiert und das richtige Maß in Sachen Bildbearbeitung gefunden werden. Sich damit beschäftigen, das sollten nicht nur die Fotografen selbst, sondern auch ihre Auftraggeber, die Betrachter der Aufnahmen sowie Architekturstudenten. Und mit dem neuen Buch »Architekturfotografie« aus der Basics-Reihe des Birkhäuser-Verlags gibt es jetzt auch eine Publikation, die alles Notwendige kurz und gleichzeitig in ausreichender Tiefe zusammenfasst.
Der Autor Michael Heinrich beginnt ganz am Anfang, beim menschlichen Auge und der Optik der Kamera. Denn hier werden die Grundlagen für das Verständnis von Fotografie gelegt. In den nachfolgenden Kapiteln vermittelt er den Lesern in gut verständlichen Texten, mit Skizzen, Grafiken und – leider nur eigenen – Bildern das Wichtigste zum Fotoapparat, der Bildanalyse, der Aufnahme, der Weiterverarbeitung sowie der Bildbearbeitung. Besonders hervorheben möchte ich einen Aspekt aus der Bildanalyse. Heinrich schreibt von 24 Faktoren, wie Blickrichtung, Personenregie und Materialität, die es zu beachten gilt – eine ganze Menge. Wer sich allein mit diesem Kapitel intensiv auseinandersetzt, wird anschließend seine eigenen Aufnahmen mit anderen Augen sehen. Und alle, die Fotografie »nur« in Auftrag geben, werden hoffentlich ein Verständnis dafür entwickelt haben, warum gute (Architektur-)Fotografie so aufwendig ist und deshalb auch ihren Preis hat. So sei dieses kompakt gehaltene Buch Neulingen ebenso ans Herz gelegt wie Architekten, die ihre Bauten von Profis aufnehmen lassen.